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Videos: Absa Cape Epic: Sportsgeist gewinnt



Videos: Absa Cape Epic: Sportsgeist gewinnt

Absa Cape Epic 2014 Stage 5 Greyton to Elgin

Freiwilliger Support unter deutschen Teams sichert weiter das Leadertrikot für Topeak Ergon Racing –  Meerendal Songo Specializeds Sauser/Rabon mit 9.47 Minuten auf Rang 2 gesamt

 

Elgin/Südafrika – Großer Sportsgeist unter den Pro-Teams beim Absa Cape Epic. Als Kristian Hynek, mit Robert Mennen vom Topeak-Ergon Racing Team im gelben Leadertrikot Doppelplatten fuhr, erhielten sie Unterstützung von Centurion-Vaude. Jochen Käß spendierte dem Tschechen zwei Laufräder, damit das Favoritenteam seine Chance auf den Gesamtsieg wahren konnte. Etappensieger waren die immer stärker fahrenden Roel Paulissen (BEL) und Riccardo Chiarini (ITA) vom Team Torpado Factory vor Nino Schurter und Philip Buys, die auf einen zweiten Etappensieg gehofft hatten. Mennen/Hynek kamen auf Rang 4 hinter ihren Verfolgern Christoph Sauser (SUI)/Frantisek Rabon (CZE), Meerendal Songo Specialized. Sie behalten aber mit 9.47,7 Minuten Vorsprung die Gesamtführung nach sechs von acht Tagen.

 

Der Deutsche Marathonmeister Markus Kaufmann und Jochen Käß (Centurion-Vaude) mussten durch ihre “Assistenz” fast dreißig Minuten zum ersten Verpflegungspunkt mit Tech-Zone laufen. Mit neuen Laufrädern holten sie sich dann wieder einige Teams und liegen nun am Ende auf Platz 11 der Gesamtwertung, hinter Team Bulls 3. Karl Platt (Bulls) war der erste am Wasserpunkt 1 nach rund 50 Kilometern – als Zuschauer, nachdem er wegen einer Knieverletzung aussteigen musste, und sah seine Kollegen Tim Boehme und Simon Stiebjahn in der Führungsgruppe zusammen mit Nino Schurter und Philip Buys, Sauser/Rabon (Meerendal Songo Specialized), Torpado, BMC (Flückiger/Fanger) und den Südafrikanern Kleinhans/Bell (RECM) und Scott Factory Racing mit Matthys Beukes und Gert Heyns. Die Gesamtführenden hatten hier durch ihre Panne über drei Minuten Rückstand.

 

“Leider haben wir nur zwei Minuten auf die Leader wettmachen können, wir brauchen noch etwas mehr. Heute war es ausgeglichenes Pech sozusagen, sie hatten Platten, wir auch. Als Erik Kleinhans und Nico Bell dann ankamen, haben wir sicherheitshalber noch ein Laufrad gewechselt. Ich hatte damit gerechnet, dass wir heute bis zu sechs Minuten rausholen, aber mit unserer Panne ging das nicht. Außerdem hätten wir ein wenig bessere Beine gehabt, wenn wir in der Gruppe mit Scott zusammen hätten arbeiten können, wie die Torpados,” meinte der vierfache Epic-Gewinner.

 

Nachdem morgens der Start in dichten Nebelschwaden erfolgt war, kämpften die Teilnehmer des Absa Cape Epic auf der Königsetappe im Lauf des Tages mit Temperaturen über 30 Grad und heftigen Anstiegen auf der Überführungsetappe mit 115 Kilometern von Greyton nach Elgin. Der “Rusty Gate”-Anstieg zehrte mit lockerem, losen Untergrunde an den Nerven der Mountainbiker. Der zweite lange Anstieg führte über den Howhoek-Pass an den Flanken des Groenlandberg-Naturreservats entlang. Auf dem letzten Anstieg glaubten die Biker ihren Augen und Ohren nicht zu trauen. Sponsor Oakley hatte eine Opernsängerin im Mad-Max-Kostüm auf einem drapierten Hügel platziert, die die Biker italienischen Arien unterhielt,bevor sie die letzten 15 Kilometer Singletrack auf die Wein- und Obstfarm Oak Valley “genießen” konnten – falls sie noch genügend Kraft dazu hatten. Mit 2900 Höhenmetern war dies die härteste Etappe bei der diesjährigen “Tour de France” der Mountainbiker.

 

Die Zahl der prominenten Aussteiger hat sich auf der fünften Etappe nochmals erhöht. Nachdem am Tag zuvor die Mixed-Führende Cherise Stander, Frau des verstorbenen afrikanischen Idols Bury Stander, mit Atemproblemen wegen Asthma ausgestiegen war, beendete auch Formel-1-Legende Alain Prost vorzeit sein drittes Cape Epic. Bei den Profis kehrte der Holländer Rudi van Houts mit Oberschenkelproblemen nach einem Sturz am Vortag kurz nach dem Start um, so dass Publikumsliebling José Hermida (Multivan Merida Racing) alleine weiterfahren musste.

In der Frauenwertung blieben unangefochten Annika Langvad (DEN) und Ariane Kleinhans (SUI) 14 Minuten vor ihren Verfolgerinnen und erhöhten ihren Vorsprung in der Gesamtwertung auf 15.24,5 Minuten. Annika Langvad litt unter der Hitze, zog aber wie bisher ein hohes Tempo mit ihrer RECM-Teampartnerin durch. “Normalerweise ist es immer so heiß beim Epic, das sind wir ja gewöhnt, doch nach den kalten Tagen war es heute neu. Ich mag heiße Tage ja. Eine wunderschöne Etappe durch eine herrliche Gegend. Gerade in dieser Etappe hatte ich am meisten Respekt vor Esther Süß und Sally Bigham, weil sie normalerweise wirklich gute Bergfahrerinnen sind. Wenn wir heute das mit genügend Vorsprung geschafft haben, dürften wir eine gute Chance auf den Overall-Sieg haben. Keine Fehler machen, die Beine haben wir, das durchzuziehen. Jetzt darf nur nichts passieren,” sagte eine zufriedene Kleinhans im Ziel.

Bei den Masters verteidigte das holländisch-brasilianische Duo Bart Brentjens/Abraao Azevedo sein Leadertrikot. Bemerkenswert, dass die Grandmaster-Paarung Heinz Zörweg (AUT)/Andrew McLean (RSA) in der Overall-Wertung vor den Masters liegen. Das deutsche Mixed-Team Bettina Uhlig/Tom Janas (Sportograf.com/ BQ Cycling) gewannen erstmals eine Etappe des Absa Cape Epic und liegt nun auf Platz 3 nach der fünften Etappe.

Fahrer-Stimmen

 

Robert Mennen (GER), Topeak-Ergon Racing

Heute war es schwierig, weil ich nicht hundertprozentig in Form war, und ausgerechnet heute hatte dann Kristian hinten und vorne platt. Wir hatten sehr vile Glück, dass uns die Centurion-Vaude Jungs ihre Laufräder gegeben haben, ansonsten wären wir heute mit zweimal Platten flicken sicher weiter nach hinten gerutscht. Danke dafür an Jochen Käß und Markus Kaufmann.

Markus Kaufmann (GER), Centurion-Vaude

Wir hatten uns schon unterhalten mit den Topeak-Jungs, was passiert, wenn einer Defekt hat. Sie stehen ja vor dem Gesamtsieg und für uns spielt die Gesamtwertung keine große Rolle mehr, obwohl wir gut am Aufholen sind. Jochen und ich waren uns sofort einig, ok, das machen wir auf jeden Fall, das wäre ein toller Erfolg, wenn ein deutsches Team den Gesamtsieg holt. Wir verstehen uns ja gut, kommen sehr gut aus und harmonieren miteinander. Wir haben auch gehofft, vielleicht wird’s nicht passieren, aber prompt in der Abfahrt hat Kristian vorn und hinten zwei Riesenschlitze gehabt. Wir tauschten Laufräder, haben versucht dann die Risse mit Geldscheinen zu flicken. Dann haben wir Schläuche eingezogen. Doch nach zwei Kilometern war wieder platt und Jochen ist dann zu Fuß zur Verpflegungsstelle, das hat ungefähr eine halbe Stunde gedauert, in der uns ein Team nach dem anderen überholt hat. Dann haben wir eine Aufholjagd gestartet und einige wieder geholt. Es sind viele eingegangen heute, das wäre eigentlich unsere Etappe gewesen mit den vielen Höhenmetern. Wir haben auf einen Etappensieg gehofft. Aber wenn wir die Topeaks unterstützen können, da geht es ja um den Gesamtsieg, das ist etwas anderes.

Jochen Käß (GER)

Centurion-Vaude: Wir haben Kristian Hnyek heute gerne geholfen, wir haben schließlich beide kein Backup-Team. Wir liegen aussichtslos im Rennen, haben vielleicht noch eine Chance auf Top Ten im Gesamtklassement zu fahren. Sie (Topeak Ergon Racing) hätten mit Sicherheit das Gelbe Trikot verloren, wenn wir ihnen nicht geholfen hätten und somit haben wir eine gute Tat volbracht.

Tim Boehme (GER), Bulls 2

War hart heute, sauhart. Am ersten Anstieg haben Torpado so ein Tempo vorgelegt, da konnte keiner mitgehen aus der Gruppe. Wir sind unser eigenes Ding gefahren. Heute hatten alle ein wenig Mühe, der letzte Pass war echt heftig. Die Beine werden langsam schwer.

Simon Stiebjahn (GER), Bulls 2

Wie es auf dem Profil hieß, die Königsetappe heute, die hat es wirklich in sich gehabt. Das Wetter war extrem, am letzten Anstieg ist es nicht gerollt bei mir, es war so heiß, kein Schatten – unbeschreiblich.

Esther Süß (SUI), Meerendal

Ich hatte nicht so gute Beine am Anfang, da musste ich ziemlich leiden. Wenn du in einer Gruppe an deinem Limit fährst am ersten Aufstieg tut das weh. Dort haben wir auch den Anschluss verloren an die Führenden, der Downhill lief gut, aber dann hingen wir zuweit hinten. Ich hatte später Probleme mit den Füßen, weil sie wahrscheinlich durch die Hitze stark angeschwollen war.

Bart Brentjens Team BETCH.nl Superior Meerendal

Das ist mein neuntes Epic, und eigentlich kommen mir die Etappen etwas kürzer vor als sonst. 2012 waren wir jeden Tag eine Stunde länger unterwegs. Aber das Cape Epic ist das Cape Epic, langweilig wird es nie, dazu passieren zu viele Dinge und die Bedingungen wechseln ständig. Das Rennen wird irgendwie immer größer. Für das Masters-Leadershirt müssen wir gerade sehr kämpfen, ich habe gelitten heute. Respekt vor allen Amateur-Fahrern hier, die Anstiege sind wirklich hart, wie hier am Groenlandberg.

Ausblick auf Etappe 6:  RUNDKURS ELGIN/OAK VALLEY (85 km, 1800 Höhenmeter)

Die sechste Etappe des Absa Cape Epic 2014 ist ein Rundkurs im Mountainbike-Paradis Südafrikas: Kilometer um Kilometer von angelegten Singletracks bringen den Mountainbiker selbst im Rennstress noch Spaß. Nach der Ausfahrt durch Obstplantagen und Weinreben folgt die erste Kletterpassage, die belohnt wird durch die angelegten Tracks im Bike-Gebiet Lebanon. Anschließend geht es über die Weinfarm Paul Cluver zurück zum Start in Oak Valley – 1800 Höhenmeter und 85 Kilometer, die allen Teilnehmern des Absa Cape Epic im Gedächtnis bleiben werden.

Das Absa Cape Epic

 

Das ABSA Cape Epic ist bekannt als die “Tour de France der Mountainbiker” und fand erstmals 2003 statt. Zweierteams treten in den Kategorien Männer, Frauen, Mixed, Masters und Grandmasters an. Das diesjährige Rennen startete am 23. März 2014 mit dem Prolog auf der Weinfarm Meerendal außerhalb von Kapstadt. In acht Etappen legen die 1200 Mountainbiker insgesamt 725 Kilometer und 14.850 Höhenmeter zurück, bevor sie am 30. März die Ziellinie im Weingut Lourensford in Somerset West überqueren werden.

Quelle: quattro media

 

 


Foto: Bild dient zur Veranschaulichung und kann vom Geschehen abweichen.

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