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Triumph auf dem legendären Norisring: Ahlin-Kottulinsky siegt als erste Frau im Scirocco R-Cup



Triumph auf dem legendären Norisring: Ahlin-Kottulinsky siegt als erste Frau im Scirocco R-Cup

Volkswagen Scirocco R-Cup - Norisring 2014

  • Schwedin erste Siegerin im 2010 gestarteten Markenpokal
  • VIP-Gastfahrer Hannawald landet auf Platz 20
  • Ehrlacher nach schwerem Unfall ohne schwere Verletzungen

Wolfsburg (28. Juni 2014). Mikaela Ahlin-Kottulinsky (S) rollten Glückstränen die Wangen herunter, nachdem sie als erste Frau ein Rennen im Volkswagen Scirocco R-Cup gewonnen hatte. Die 21 Jahre alte Schwedin triumphierte in einem turbulenten Regenrennen auf dem legendären Norisring. Den umweltschonenden Markenpokal mit Erdgas-Fahrzeugen gibt es seit 2010, und Ahlin-Kottulinsky schaffte es als erste Lady auf die oberste Stufe des Siegerpodest. Und das ausgerechnet beim Saisonhighlight im „fränkischen Monaco“.
Die Schwedin lag auf dem engen Stadtkurs am Ende 1,3 Sekunden vor dem Deutschen Moritz Oberheim und wurde bei der Siegerehrung auch von VIP-Gastfahrer Sven Hannawald umarmt. Das Talent der siegreichen Schwedin liegt in der Familie: Ihr Großvater Freddy Kottulinsky (S) hatte 1980 im Iltis den ersten Sieg für Volkswagen bei der Rallye Dakar eingefahren. Zu den Geschlagenen an diesem Tag in Nürnberg zählte auch Tabellenführer Jordan Lee Pepper (ZA) als Dritter.

Eine gute halbe Stunde vor dem Start setzte starker Regen ein und sorgte für Hektik in der Boxengasse. Bei allen 24 Cup-Scirocco mussten wie schon beim vergangenen Rennen in Oschersleben in kürzester Zeit Regenreifen aufgezogen werden – die Mechaniker vom Team Abt Sportsline und ihrem Chef Hans Top leisteten wieder einmal perfekte Arbeit. Beim Start fiel dann gleich die Vorentscheidung. In der ersten Kurve zog die aus Position zwei gestartete Ahlin-Kottulinsky mit einem spektakulären Manöver an Pole-Setter Pepper vorbei.
Ende der zweiten Runde musste das Rennen nach einem schweren Unfall gestoppt werden. Nach einer Berührung mit dem Dänen Frederik Schandorff schlug der Franzose Yann Ehrlacher eingangs der Zielgerade mit hoher Geschwindigkeit seitlich in die Leitplanke ein. Der 17 Jahre alte Franzose konnte aus eigener Kraft aus seinem demolierten Cup-Scirocco aussteigen. Ehrlacher kam glücklicherweise mit Prellungen davon. Das ergab eine Routine-Untersuchung im Krankenhaus.

Nach einer etwa eineinhalbstündigen Reparatur der zerstörten Streckenbegrenzung wurde der Lauf hinter dem Safety-Car neu gestartet – mit gut 17 Minuten verbleibender Rennzeit. Beim Restart verteidigte Ahlin-Kottulinsky ihre Führung gegen den von Startplatz sechsnach vorn gefahrenen Oberheim souverän und brachte den historischen Sieg sicher nach Hause.

Mit der achtplatzierten Französin Lucile Cypriano schaffte es eine zweite Frau in die Top-Ten. Ein starkes Renncomeback feierte auch Skisprung-Olympiasieger Sven Hannawald (D) als 20. Er saß nach einer Fußoperation erstmals wieder im Rennwagen – und ließ trotz vorsichtiger Fahrweise bei schwierigen Pistenbedingungen vier Stammpiloten hinter sich.
In der Gesamtwertung baute Jordan Lee Pepper seine Führung aus und ist nach fünf von zehn Runden mit 155 Punkten „Halbzeitmeister“ vor dem Deutschen Jason Kremer (127). Ahlin-Kottulinsky verbesserte sich mit ihrem Sieg nach einer bislang schwierigen Saison auf Platz neun (84). Am vierten Rennwochenende vom 1. bis 3. August in Spielberg kann sie ihre Aufholjagd fortsetzen. Beim Auslands-Gastspiel auf der österreichischen Formel-1-Strecke stehen dann wieder zwei Rennen im Volkswagen Scirocco R-Cup auf dem Programm.

Stimmen zum fünften Saisonrennen auf dem Norisring

#19 Mikaela Ahlin-Kottulinsky

Qualifying: 2 – Rennen 1: „Ich hätte nie gedacht, dass ich hier das Rennen gewinne. Ich frage mich immer noch: Ist das wirklich passiert? Ich war ja im letzten Jahr schon einmal Zweite bei einem Lauf im Volkswagen Scirocco R-Cup und wusste, dass noch nie eine Frau in diesem Markenpokal gewonnen hat. Und jetzt habe ich diesen historischen Sieg geschafft. Das fühlt sich unglaublich gut an. Die Streckenbedingungen waren sehr schwierig, man musste sich immer neu einstellen. Speziell nach der langen Pause. Ich freue mich wirklich wahnsinnig über diesen Sieg, aber genauso hoffe ich, dass Yann Ehrlacher nach seinem Unfall beim nächsten Rennen wieder dabei sein kann.“
Manuel Reuter, DTM-Legende und Mentor Volkswagen Scirocco R-Cup: „Zu Mikaelas Leistung kann man nur sagen: Chapeau! Sie hat den Jungs im Cup mal eine schöne lange Nase gezeigt und das bei so schwierigen Bedingungen. Mikaela hat bewiesen, dass sie besonders viel Fahrgefühl hat. Sie hat beim Start hinter den Safety-Car alles unter Kontrolle behalten, Moritz Oberheim auf Distanz gehalten und keinen Fehler gemacht. Insgesamt war es ein actiongeladener Tag.“

#27 Sven Hannawald

Qualifying: 18 – Rennen 20: „Zunächst einmal möchte ich vor der Superleistung von Mikaela den Hut ziehen. Ihr kann man für diese Leistung nur gratulieren. Ich bin es bei diesen superschwierigen Bedingungen lieber vorsichtig angegangen. Ich wäre viel lieber im Trocknen gefahren. In der Gischt hat man nicht viel gesehen, ich habe mir dann erst zum Schluss mehr zugetraut und sogar noch überholt. Trotzdem war es nach meiner Fußoperation eine gute Erfahrung. Es hat Spaß gemacht, ich habe viel gelernt und ich fahre gern wieder im Volkswagen Scirocco R-Cup. Das ist einfach eine geniale Rennserie.“

#7 Moritz Oberheim

Qualifying: 6 – Rennen 2: „Ich bin mit dem zweiten Platz superzufrieden, dieser Podestplatz fühlt sich richtig gut an. Ich war schon im Kartsport im Regen gut, und das konnte ich auch hier wieder nachweisen. Ich habe schon beim Start Positionen gut gemacht und mich dann auf Platz zwei vorgearbeitet. Mikaela habe ich dann nicht mehr gekriegt, die war einfach zu schnell. Für mich war es auch eine besondere Ehre, in einem Rennen mit Sven Hannawald zu fahren. Er ist eine absolute Sportlegende.“

#17 Jordan Lee Pepper

Qualifying: 1 – Rennen 3: „Ich hatte einen schlechten Start bei diesen rutschigen Bedingungen und bin gleich auf Position vier zurückgefallen. Danach konnte ich mich zwar wieder um eine Position nach vorn arbeiten, aber Mikaela und Moritz waren einfach viel zu schnell für mich. So bin ich mit Platz drei an diesem Tag sehr zufrieden. Zumal ich Jason Kremer hinter mir gelassen habe und somit die Führung in der Meisterschaft weiter ausgebaut habe.“

Quelle: Volkswagen Motorsport GmbH


Foto: Bild dient zur Veranschaulichung und kann vom Geschehen abweichen.

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