Fahrerlager-Geschichten – Stefan Wendl: “Wir zählen zur absoluten Spitze im GT-Sport”

Fahrerlager-Geschichten – Stefan Wendl: “Wir zählen zur absoluten Spitze im GT-Sport”

Stefan Wendl, Leiter Mercedes-AMG Customer Racing, blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück und verrät, welche Herausforderungen im neuen Jahr warten.

3 Fragen an Stefan Wendl

Als Leiter von Mercedes-AMG Customer Racing kann Stefan Wendl erneut auf eine äußerst erfolgreiche Saison im GT-Sport zurückblicken. Insgesamt feierten die Kundenteams im Jahr 2019 weltweit über 40 Meisterschaften in hochklassigen Rennserien und knüpften damit nahtlos an die Rekordsaison des Vorjahres an. Darüber hinaus wurden mit der Vorstellung des neuen Mercedes-AMG GT3 die Weichen für die Zukunft gestellt.

Stefan, nach dem Rekordjahr 2018 lagen die Erwartungen in dieser Saison höher denn je. Mit 247 Klassensiegen in knapp 500 Rennen setzten die Customer Racing Teams im Jahr 2019 erneut ein Statement. Wie fällt Dein Fazit aus?
Stefan Wendl: Wir haben in diesem Jahr wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass wir zur absoluten Spitze im GT-Sport zählen. Ob mit dem Mercedes-AMG GT3 oder dem GT4: Auf der ganzen Welt konnten unsere 93 aktiven Kundenteams und 392 Fahrer große Erfolge feiern und damit die beeindruckenden Vorjahresleistungen bestätigen. Es ist nicht leicht, eine Führungsrolle im GT-Sport einzunehmen – und noch schwieriger ist es, diese Position Jahr für Jahr zu verteidigen. Das haben wir getan und für diese exzellenten Leistungen möchte ich mich herzlich bei allen Fahrern, Teams und Kollegen bedanken. Ohne die hervorragende Zusammenarbeit auf allen Ebenen wären die Erfolge in dieser Saison nicht möglich gewesen.

Das Jahr 2019 war von zahlreichen spannenden Duellen geprägt. Was war Dein persönliches Highlight in dieser Saison?
Stefan Wendl: Jeder einzelne Sieg ist etwas Besonderes und jeder Titel hat sein eigenes Flair. Mich freut vor allem, dass wir erneut kontinentübergreifend erfolgreich waren. Auf 98 Rennstrecken in 30 Ländern konnten wir neben Titeln in Europa beispielsweise auch in Amerika, Asien und Australien Meisterschaften feiern. Auf der Sprintdistanz ebenso wie auf der Langstrecke und von den Amateurklassen bis hin zu den Profikategorien. Wir haben spannende Rennaction geboten und kämpften fast in jeder Serie, an der wir teilgenommen haben, bis zum Schluss um die Meisterschaft – das ist ein erfolgreicher Beleg der kontinuierlichen Arbeit, die wir gemeinsam mit unseren Kundenteams jeden Tags aufs Neue liefern.

Richten wir den Blick in die Zukunft: Welche neuen Möglichkeiten eröffnen sich durch den neuen Mercedes-AMG GT3, mit dem die ersten Kundenteams ab 2020 offiziell antreten werden?
Stefan Wendl: Das GT-Segment ist eine sehr schnell wachsende Branche. Jahr für Jahr steigen Popularität, Professionalität und damit einhergehend auch die Rennqualität. Vor diesem Hintergrund haben wir uns genau angeschaut, welche Aspekte wir am Fahrzeug optimieren können. Bereits in der Analyse wie auch bei den vielen Testeinsätzen auf der Rennstrecke haben wir eng mit unseren Kundenteams und -fahrern zusammengearbeitet, um ihnen ein maßgeschneidertes Gesamtpaket anbieten zu können. Nach einer intensiven Test- und Erprobungsphase können wir ohne Übertreibung sagen, dass wir mit der Weiterentwicklung einmal mehr neue Maßstäbe im GT-Segment setzen. Unsere Kunden erhalten ein ausgereiftes und von Beginn an konkurrenzfähiges Fahrzeug. Der neue Mercedes-AMG GT3 wird mit dem ersten Rennen 2020 in Dubai an den Start gehen und hoffentlich gleich die Erfolgsgeschichte unseres Customer Racing Programms im zehnten Jahr fortschreiben. Am Ende des Jahres wollen wir unsere Jubiläumssaison natürlich mit so vielen Titeln wie möglich krönen.

Quelle: Mercedes AMG Motorsport

Charles Leclerc würde Lewis Hamilton als Teamkollegen begrüßen

Charles Leclerc würde Lewis Hamilton als Teamkollegen begrüßen

Der junge Monegasse Charles Leclerc hat vergangene Formel 1 Saison auf sich aufmerksam gemacht. Nicht nur seine Performance auf den Rennstrecken, sondern auch sein Verhalten gegenüber seinem Stallkollegen, der Konkurrenz und den Medien, war nicht immer einwandfrei. Erst kürzlich goss er erneut Öl ins Feuer, als er gegenüber der Presse äußerte, dass er Lewis Hamilton als Teamkollegen begrüßen würde.

Streit mit Vettel

Leclerc, der schon immer gerne seine Ellbogen zeigt und darauf pocht, der beste Rennpilot im Feld zu sein, sorgte früh in der Saison für internen Streit bei Ferrari. Während manche seine Aussagen und Einstellung als für einen Formel 1 Fahrer nötigen Egoismus einordnen, bescheinigten andere dem jungen Rennfahrer mangelnden Respekt. Er forderte schon früh die Rolle als Nummer 1 Fahrer im Team und äußerte sich wiederholt, dass der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel zu langsam sei und Ferrari ihn bei der Strategie bevorzuge. Der Streit gipfelte beim Großen Preis von Brasilien, als sich die beiden Ferrari-Piloten in die Quere kamen und sich gegenseitig in aussichtsreicher Position von der Strecke schossen.

Bild: https://ibb.co/rkWP4Zq

Quelle: bwin

Hamilton als möglicher Teamkollege

Da für die Saison 2021 große Änderungen im Reglement der Rennserie geplant sind, wird es auch viele Umwälzungen im Feld der Formel 1 geben. Dabei ist es durchaus möglich, dass einige Topteams der Königsklasse im Motorsport den Rücken kehren und Topfahrer unerwartete Teamwechsel machen werden. So wurde auch kürzlich über einen möglichen Wechsel von Lewis Hamilton zu Ferrari spekuliert. Darauf angesprochen äußerte sich Leclerc überraschend positiv. Als einer der jungen Rennfahrer, die seit Jahren versuchen, die Dominanz vom britischen Weltmeister zu durchbrechen, würde er es begrüßen Lewis Hamilton als Teamkollegen zu haben. „Am Ende sind wir in der Formel 1und wollen gegen die Besten kämpfen. Dieses Jahr hatte ich die große Chance, gegen den vierfachen Weltmeister Vettel zu kämpfen und ich habe sehr viel von ihm gelernt.“

Ferrari 2020 wieder mit Vettel und Leclerc

Ein möglicher Wechsel Hamiltons ist aber noch Zukunftsmusik. Für nächstes Jahr steht bei Ferrari die Fahrerpaarung Vettel und Leclerc. Experten sind jetzt schon gespannt, wie der teaminterne Kampf weitergehen wird. In der abgelaufenen Saison konnte der junge Monegasse 24 Punkte mehr sammeln, als sein deutscher Kollege. Dieser zeigt sich aber nach verkorkster Saison sehr motiviert und will beweisen, dass er besser ist, als Leclerc. Es ist schwer einzuschätzen, wer aktuell der Bessere ist. Leclerc zeigte zwar teils spektakuläre Leistungen auf der Strecke, doch auch Vettel konnte durchaus Glanzpunkte setzen. Zudem hängt vieles von der Technik und der Performance der Autos ab. Zwar sind diese bei Ferrari nahezu baugleich, doch können kleine Fehler in der Strategie und Einstellung des Rennwagens zu deutlichen Punktverlusten führen.

Quelle: Bernhard Holz

Mercedes-AMG Customer Racing feiert erfolgreiches Jahr 2019 und startet 2020 mit neuem Mercedes-AMG GT3 in die Jubiläumssaison:

Mercedes-AMG Customer Racing feiert erfolgreiches Jahr 2019 und startet 2020 mit neuem Mercedes-AMG GT3 in die Jubiläumssaison:

Nach der Rekordsaison 2018 hat Mercedes-AMG Customer Racing auch das Jahr 2019 mit einer beeindruckenden Bilanz abgeschlossen. Insgesamt verbuchten die AMG-Kundenteams in der diesjährigen Saison mehr als 1.400 Rennstarts in populären Motorsport-Serien rund um den Globus, fuhren weltweit 247 Klassensiege ein und führten damit die stetige Internationalisierung des Mercedes-AMG Customer Racing Programms erfolgreich fort. Zahlreiche Titel in renommierten Rennserien wie der Blancpain GT Series, der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring und nicht zuletzt der Gewinn des FIA GT World Cup in Macau unterstrichen dabei einmal mehr den Führungsanspruch der Performance- und Sportwagenmarke aus Affalterbach im GT-Bereich.

Neben den sportlichen Highlights der Gegenwart stellte Mercedes-AMG noch während der Saison 2019 die Weichen für die Zukunft. Mit der Präsentation des neuen Mercedes-AMG GT3 wird das Angebot für Customer Racing Teams weiter ausgebaut und das erfolgreiche GT3-Programm ab nächster Saison fortgeführt. Bei dem neuen Rennfahrzeug handelt es sich um ein Evolution-Modell, das mit überarbeitetem Design sowie zahlreichen technischen Optimierungen aufwarten kann. Nach einer intensiven Test- und Erprobungsphase, zu der auch erfolgreiche Testeinsätze in Portimão und auf dem Nürburgring gehörten, wird der neue Mercedes-AMG GT3 sein offizielles Renndebüt beim 24-Stunden-Rennen in Dubai und damit pünktlich zum 10-jährigen Jubiläum von Mercedes-AMG Customer Racing geben.

Quelle: Mercedes-AMG

Mercedes-AMG Motorsport

Mercedes-AMG Motorsport

 

Die Saison in Zahlen: Das Team erkämpfte sich in der Saison 2019 zum sechsten Mal in Folge das WM-Double. Neben dem Pokal für den Fahrer- und Konstrukteurs-Weltmeister geht auch jener für den WM-Zweiten für Valtteri an einen Silberpfeil-Piloten. Mit insgesamt 413 WM-Punkten überbot Lewis in dieser Saison seine eigene Bestmarke um fünf Zähler. Lewis hat aber nicht nur allein einen neuen Punkterekord aufgestellt, sondern auch in Zusammenarbeit mit Valtteri. Gemeinsam fuhren sie für das Team 739 Punkte in der Konstrukteurs-WM ein. Das entspricht knapp 80 Prozent der maximal möglichen Punkte. Im Laufe der 21 Saisonläufe absolvierte Lewis 511 Führungsrunden respektive 2.538 Führungskilometer – mehr als jeder andere Fahrer im Feld. Bereits vor dem Rennen wurde Lewis mit dem Fastest Lap Award für die meisten schnellsten Rennrunden in der Königsklasse ausgezeichnet. Dies bestätigte er im Rennen mit seiner sechsten schnellsten Runde in diesem Jahr. In den 21 Saisonrennen stand Lewis 17 Mal auf dem Podium – ein Bestwert, den er sich mit Michael Schumacher und Sebastian Vettel teilt. Allerdings gelang ihm dieses Kunststück in diesem Jahr schon zum vierten Mal (2015, 2016, 2018, 2019). Mit insgesamt elf Siegen für Lewis und vier für Valtteri gewann Mercedes mit Abstand die meisten Rennen in dieser Saison. Dies gilt ebenso für die Ausbeute bei den Podiumsplatzierungen: Lewis (17) und Valtteri (15) fuhren insgesamt 32 Podien ein – genau eines mehr als alle anderen Teams zusammen. Hart umkämpft war die Jagd nach den Qualifying-Bestzeiten: mit 10:9 setzte sich Mercedes in dieser Disziplin am Ende hauchdünn gegen Ferrari durch. Die zehn Pole Positions des Teams teilen sich Lewis und Valtteri mit jeweils fünf zu gleichen Teilen untereinander auf.

Der Weltmeister in Zahlen: Für Lewis Hamilton war 2019 erneut eine Saison der Rekorde. Mit seinem sechsten Weltmeister-Titel schrieb er ein weiteres Stück Formel 1-Geschichte. Nur Rekordchampion Michael Schumacher hat mit sieben Titeln einmal häufiger den WM-Pokal gewonnen. Aber auch sonst schickt sich Lewis an, die Bestmarken in vielen Disziplinen zu brechen. In Abu Dhabi erzielte er seine 88. Pole Position und seinen 84. Grand-Prix-Sieg. Während er in der Pole-Statistik bereits mit großem Vorsprung an der Spitze liegt, rückt er bei den Siegen Rekordhalter Schumacher (91 Siege) immer näher.

Gleiches gilt auch bei den Podestplätzen: in seinen 250 Rennen stand Lewis 151 Mal auf dem Podium. Nur Schumacher hat mit 155 Podestplatzierungen noch mehr vorzuweisen. Mit 33 Punkteankünften in Folge hält Lewis zudem einen Rekord, den er in der Saison 2020 sogar noch weiter ausbauen kann.

Quelle: Mercedes-AMG Motorsport

Fahrerlager-Geschichten – Erfolgreicher Saisonabschluss in Abu Dhabi

Fahrerlager-Geschichten – Erfolgreicher Saisonabschluss in Abu Dhabi

Zahlen & Fakten aus Abu Dhabi: Der Große Preis von Abu Dhabi war ein perfekter Abschluss für die Formel 1-Saison 2019. Wie in den vergangenen sechs Jahren erwies sich der Yas Marina Circuit als ein erfolgreiches Pflaster für die Silberpfeile: Lewis erzielte den sechsten Mercedes-Sieg seit 2014 in Folge und seinen fünften auf diesem Kurs. Für Lewis war es der sechste Grand Slam in seiner Karriere bestehend aus Pole Position, schnellster Rennrunde und einem Start-/Ziel-Sieg. Sein Sieg auf dem Yas Marina Circuit war zudem sein 19. Start-/Ziel-Sieg in der Königsklasse, womit er den bisherigen Bestwert von Ayrton Senna einstellte. Bereits am Samstag sicherte er sich seine fünfte Pole in Abu Dhabi und die sechste des Teams auf diesem Kurs in Serie. Valtteri musste das Rennen nach einer Zurückversetzung vom Ende des Feldes in Angriff nehmen, kämpfte sich aber bravourös nach vorne und beendete das Saisonfinale nach einer furiosen Aufholjagd auf Platz vier – mit lediglich 0,944 Sekunden Rückstand auf den Drittplatzierten. Übrigens: Der Große Preis von Abu Dhabi 2019 war der 250. Grand Prix von Lewis Hamilton. Damit ist er nach Kimi Räikkönen der Fahrer mit den zweitmeisten Formel 1-Rennen im Starterfeld.

Quelle: Mercedes-AMG Motorsport