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Drei Siege in Folge: Audi-Pilot Müller dominiert die DTM


Prize giving ceremony, 51 Nico Müller (SUI, Audi Sport Team Abt Sportsline, Audi RS 5 DTM), 2020 DTM Lausitzring; *** Local Caption *** +++ www.hoch-zwei.net +++ copyright: HOCH ZWEI / Thomas Suer +++
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Drei Siege in Folge: Audi-Pilot Müller dominiert die DTM

  • BMW erstarkt: Sheldon van der Linde erkämpft Platz zwei
  • Wichtige Punkte verloren: Titelverteidiger Rast nur Siebter
  • Im privat eingesetzten Audi: Ferdinand Habsburg überrascht als Sechster

Drittes Rennen, dritter Sieg: Nico Müller dominiert die DTM. Der Audi-Pilot aus der Schweiz gewann auf dem Lausitzring das dritte Saisonrennen. Damit ist er der erste DTM-Pilot der Geschichte, der die ersten drei Rennen einer Saison gewinnen konnte. Doch der Sieg fiel dem 29-Jährigen nicht so leicht wie beim Saisonauftakt in Spa-Francorchamps, als er in beiden Rennen die vollen Punkte kassierte. BMW zeigte sich nach der Enttäuschung in Belgien deutlich stärker und eroberte mit Sheldon van der Linde den zweiten Platz. Der 21-jährige Südafrikaner setzte Müller zeitweise sogar unter Druck und streckte die Hand nach dem Sieg aus. Immerhin landeten vier BMW neben sechs Audi unter den zehn Besten. Als Dritter sah Robin Frijns (Audi) die Zielflagge, der wie schon in Spa seine Pole-Position nicht zum ersten Sieg nutzen konnte. Für eine Überraschung sorgte Ferdinand Habsburg. Im privat eingesetzten Audi des belgischen WRT-Teams erkämpfte sich der Österreicher den sechsten Platz.

Vor dem vierten Saisonrennen am Sonntag (ab 13:00 Uhr live auf SAT.1 und im Livestream via grid.dtm.com) führt Vizemeister Müller mit bereits 80 Punkten die Fahrerwertung an, Frijns ist neuer Zweiter (43) vor Titelverteidiger Rast (35). Die DTM trägt auf dem Lausitzring, zwischen Berlin und Dresden gelegen, seinen ersten Double-Header aus, denn nur eine Woche später finden an gleicher Stelle die Saisonrennen fünf und sechs statt.

BMW übt erstmals Druck auf Audi aus

Nico Müller legte in einem Rennen, dass von zahlreichen Positionskämpfen geprägt wurde, bereits beim Start den Grundstein zum Erfolg. Bis zur kritischen ersten Kurve beschleunigte er seinen niederländischen Markenkollegen Robin Frijns aus. Auch Sheldon van der Linde machte am Start einen Platz gut und übernahm Rang drei von Loïc Duval (FRA/Audi), der am Ende als einziger Fahrer nicht ins Ziel kam. Titelverteidiger René Rast konnte am Start ebenfalls Plätze gut machen, wurde dann aber Opfer einer Berührung und musste in der dritten Kurve aufs Gras ausweichen.

Van der Linde bestätigte den Aufwärtstrend von BMW und machte Druck auf Frijns. Der Südafrikaner fuhr früh zum Reifenwechsel an die Box und zog letztlich an Frijns vorbei, als der Niederländer nach seinem Pflichtstopp auf die Rennstrecke zurückkehrte. Fortan brannte van der Linde mit dem BMW M4 DTM ein Feuerwerk ab und verkürzte für einige Runden stetig den Rückstand auf Müller. Doch der Schweizer konterte souverän, machte keinen Fehler und brachte den Sieg letztlich sicher nach Hause, vor van der Linde und Frijns. Mit den Plätzen vier und fünf unterstrichen Doppel-Champion Marco Wittmann und Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock, dass BMW in nur zwei Wochen erhebliche Fortschritte erzielt hat. René Rast, der auch beim Reifenwechsel Zeit verlor, kam letztlich hinter Habsburg nur als Siebter ins Ziel. Am Freitag hatte der zweimalige DTM-Champion seinen Spa-Sieg im Sonntagrennen am Grünen Tisch verloren. Wegen des unerlaubten Einsatzes von Extra-Leistung (Push-To-pass) erhielt der Mindener eine Zeitstrafe und wurde auf Rang drei zurückversetzt.

Zweite Pole-Position für Niederländer Frijns

Im Qualifying hatte Robin Frijns wie schon am Samstag in Spa-Francorchamps seine zweite Pole-Position der Saison erobert. Spa-Doppelsieger Nico Müller und Loic Duval komplettierten für Audi die ersten drei Startpositionen. BMW präsentierte sich deutlich stärker als beim Auftakt in Belgien und brachte mit Sheldon van der Linde, Timo Glock und Zweifach-Meister Marco Wittmann ebenfalls drei Autos in die ersten drei Startreihen.

» Stimmen – 1. Rennen, Lausitzring Sprint

“Der Sieg fühlt sich sehr gut an. Dabei war die Vorbereitung völlig anders, wir haben anstrengende Wochen hinter aus. Wenn ich sagen würde, ich war körperlich hundertprozentig frisch, dann wäre das wohl eine Lüge. Aufgrund meines Einsatzes in der Formel E hat mir das Team jedoch alles abgenommen, ich musste mich nur auf das Rennen konzentrieren. Das Auto war schnell, der Boxenstopp perfekt – ich kann mich nur beim Team bedanken. Ich bin froh, dass ich mich mit diesem Sieg beim Team bedanken konnte.”Nico Müller, Audi, Sieger
“Das Rennen war überragend. Ich bin total happy, es endlich aufs Podium geschafft zu haben. Im vergangenen Jahr war ich in Zolder ganz nah dran, habe es aber in der letzten Runde doch noch verloren. Heute konnten wir Audi sogar etwas herausfordern. Mein BMW war super, und vielleicht können wir am Sonntag noch mehr Druck ausüben.”Sheldon van der Linde, BMW, 2. Platz
“Natürlich ist es etwas enttäuschend, wenn man von Platz eins startet und als Dritter ins Ziel kommt. Insgesamt war das Rennen aber okay, auch wenn ich ab der zehnten Runde offenbar mehr zu kämpfen hatte als andere. Aber ich habe meine Position verteidigt, was mir gegen Marco Wittmann auch gut gelungen ist. Am Ende stehe ich auf dem Podium, und da habe ich keinen Grund, mich zu beklagen.”Robin Frijns, Audi, 3. Platz

» Ergebnis – 1. Rennen, Lausitzring Sprint

01. Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 43 Runden in 57.06,681 Min.
02. Sheldon van der LInde (RSA), BMW M4 DTM, + 2,870 Sek.
03. Robin Frijns (NED),  Audi RS 5 DTM,  + 7,513 Sek.
04. Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM, +7,861 Sek.
05. Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, +14,569 Sek.
06. Ferdinand Habsugr (AUT), Audi RS 5 DTM, +20,226 Sek.
07. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, +20,679 Sek.
08. Jamie Green (GBR), Audi RS 5 DTM, +24,914 Sek.
09. Philipp Eng (AUT), BNMW M4 DTM, +26,653 Sek.
10. Harrison Newey (GBR), Audi RS 5 DTM, +53,182 Sek.

Schnellste Rennrunde: Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 1.17,249 Min.
Pole-Position: Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, 1.15,486 Min.
Wetter: 27°C, bewölkt
Strecke: 33°C, trocken

» Highlight-Clip – 1. Rennen, Lausitzring Sprint

Highlights, Rennen 01, Lausitzring Spring, 15. August 2019

» Wow-Fact – 1. Rennen, Lausitzring Sprint

140 km/h

Die ebenso kraftvollen wie effizienten Zweiter-Turbomotoren mit einer Leistung von bis zu 640 PS und einem Drehmoment von etwa 650 Newtonmeter lassen die Reifen selbst bei Tempo 140 noch durchdrehen. Weil die Messung der Raddrehzahl an der angetriebenen Hinterachse in der DTM verboten ist, kommt es allein auf den Fahrer an, durchdrehende Räder zu verhindern. Denn Schlupf treibt die Reifentemperatur in die Höhe und beeinflusst den Verschleiß enorm. Der kontrollierte Umgang mit dem Gasfuß ist ein entscheidender Teil des Reifenmanagements.

Beispiel Turn 12 auf dem Lausitzring, die Kurve vor der Start-Ziel-Geraden: Wer zu früh Push-to-pass aktiviert, riskiert Schlupf an der Antriebsachse und kann den Leistungsvorteil nicht ausnutzen. Doch wer Push-to-pass zu spät aktiviert, hat keine optimale Beschleunigung. Auf dem eher langsamen Sprintkurs in der Lausitz wird mit maximalen Abtrieb gefahren, und der Reibwert des Asphalt, den Audi und BMW im Vorfeld messen, spielt eine weitere Rolle. “In der DTM ist der Fahrer die Traktionskontrolle, denn eine elektronische Anti-Schlupf-Regelung ist verboten”, sagt Gordian von Schöning, in der DTM-Dachorganisation ITR verantwortlich für die Technik. “Sein Gefühl und sein Gasfuß sind entscheidend.”

» Und da war dann noch …

… die DTM-Historie, die sich auf dem Lausitzring – wie auch bei weiteren Rennen der DTM-Saison 2020 – zum Stelldichein trifft. Ehemalige DTM-Piloten wie Harald Grohs, dem Sieger des allerersten Rennens 1984 in Zolder, Kris Nissen, Leopold von Bayern, Otto Rensing, Marc Hessel als Vizemeister von 1987 und Peter Oberndorfer geben mit ehemaligen DTM-Tourenwagen aus den 80er- und 90er-Jahren beherzt Gas. Vor allem der legendäre BMW M3 (E30) mit seinem kernigen Vierzylinder-Ansauggeräusch ist bei den Fahrern beliebt. Stehende Räder und herzhafte Drifts zeigen, dass die nicht mehr ganz so jungen Fahrer nichts verlernt haben. Für Autos wie Fahrer gilt: Oldie but Goodie!

» Downloads – 1. Rennen, Lausitzring Sprint

» Fotos – 1. Rennen, Lausitzring Sprint


Foto: Bild dient zur Veranschaulichung und kann vom Geschehen abweichen.

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