Die Polizei bittet um äußerste Vorsicht bei dubiosen Geschäften im Internet, die ohne viel Aufwand schnelles Geld versprechen.

Der rasante Anstieg von Betrugsfällen über Internetportale im Zeitraum der vergangenen Jahre gibt Grund zur Sorge. Nach Recherchen zur Statistik der seit Juli 2017 in der Kriminalpolizeiinspektion Zwickau bearbeiteten Fälle von Anlagebetrug auf der Grundlage von Täuschung mit Hilfe von Portalen im Internet, lassen sich folgende Fakten zusammenfassen:

Bekannt wurden bisher 112 Fälle, was auch der Anzahl der Geschädigten entspricht. Davon sind in bisher 76 Fällen die Ermittlungen abgeschlossen, wobei ein Gesamtschaden in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro bekannt geworden ist.

Der Betrug läuft fast immer nach dem gleichen Muster ab. Die Opfer werden mit einer Werbung im Internet neugierig gemacht. Diese Reklame verlinkt zu einem Internetportal, gehäuft mit Versprechungen schnell ans große Geld zu kommen. Versprechungen, zum Beispiel sein Vermögen in Bitcoins oder andere Krypto-Währungen zu investieren und mit nur wenigen Klicks zu vermehren. Nachdem ein Account eingerichtet und eine kleine Summe, meist 250 Euro, überwiesen wurde, sieht es am PC-Bildschirm so aus, als habe diese kleine Summe schon ordentlich Gewinn gemacht.

Die Opfer überweisen dann größere Summen, worauf auch wieder Gewinne am Bildschirm zu sehen sind. Die Täter rufen oft als «seriöse Investmentberater» bei den Opfern an und drängen diese zu immer wieder neuen Überweisungen. So wurden zahlreiche Geschädigte um ihre gesamten Ersparnisse gebracht. Manche Opfer haben sogar Darlehen bei Verwandten aufgenommen und auch dieses Geld an die Täter überwiesen. Nicht selten verlangen die Internetportale die Überweisung an Konten im Ausland. Die Opfer realisieren nicht, dass sie ihr Geld völlig Unbekannten überlassen und eine Rückholung später unmöglich ist.

Sobald das Opfer kein Geld mehr überweist oder keines mehr verfügbar ist, reißt der Kontakt zu den sogenannten Beratern ab. Gleiches passiert, wenn das Opfer seine scheinbaren Gewinne ausgezahlt bekommen will. Das eingesetzte Geld ist in fast allen Fällen verloren.

Ermittlungen haben gezeigt, dass die Hintermänner ein Netzwerk von Konten in ganz Europa betreiben und das Geld der Opfer schnell durch mehrere Konten in verschiedenen Ländern fließt, um schließlich irgendwo zu verschwinden. Die Einsichtnahme in ein zufällig bekannt gewordenes Durchgangskonto in der Slowakischen Republik zeigte Geldflüsse von über 1,2 Millionen Euro an einem Tag. Die am Bildschirm im Account der Opfer gezeigten Geldanlagen und Wertentwicklungen gab es tatsächlich überhaupt nicht. Es handelte sich in fast allen Fällen um komplette Täuschungen.

Die Opfer sind erwachsene Personen aus fast allen Schichten der Bevölkerung. Männer im Alter von über 50 Jahren werden häufiger Opfer von solchem Anlagebetrug, als Frauen. Aber auch diese sind unter den Geschädigten. Bisheriger Spitzenreiter ist ein 75 Jähriger, der über 300.000,- Euro verloren hat.

Aus diesen Gründen warnt die Polizei eindringlich vor Geldanlagen bei Firmen, Internetportalen oder unbekannten Personen. Überweisen Sie in keinem Fall Geld ins Ausland. Meist steckt eine zweifelhafte Firma dahinter und das Geld ist verloren. Wenn Sie Geld investieren wollen, dann machen Sie dies über seriöse und bekannte Banken oder Finanzberater bei Versicherungsbüros. (kh)

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