Im Fokus:

<p style=“text-align: justify;“>Die gestrige Etappe war die letzte Möglichkeit für die Teilnehmer der Dakar 2018 im Gesamtranking noch den einen oder anderen Platz gutzumachen. Vor allem im ersten Abschnitt der Stage hieß es wachsam zu sein: Die Dünen von San Juan und die Fesh-Fesh-Sections standen diversen Hoffnungen auf einen Erfolg im Wege. Auf dem schnellen Abschnitt am Ende der Etappe hatten die WRC-Experten einen klaren Vorteil, aber auch hier war Vorsicht geboten, um sich nicht vom Speed verführen zu lassen und kurz vor dem Ziel noch einen Fehler zu machen.

Das Wesentliche:

Toby Price gab sein Bestes, um Kevin Benavides und vor allem seinen Teamkollegen und Rallye-Gesamtführenden Matthias Walkner hinter sich zu lassen. Obwohl der Australier die zweite Etappe in Folge für sich entscheiden konnte gelang es ihm nicht, die beiden im Gesamtklassement abzufangen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich die Reihenfolge der Top 3 heute am Schlusstag in Córdoba noch ändern wird. Bei den Autos konnte sich Nasser Al-Attiyah gestern seinen insgesamt 31. Etappensieg holen. Der Katari zieht somit in der ewigen Statistik mit niemand geringerem als Carlos Sainz gleich. Der Spanier wiederum ging gestern nicht ans Limit. Er beendete die Etappe 20 Minuten hinter dem Erstplatzierten, aber immer noch als Führender in der Gesamtwertung. Es war die Stunde unbekannterer Fahrer, wie zum Beispiel Lucio Álvarez, der sich den zweiten Platz schnappen konnte. Stéphane Peterhansel hingegen verlor mehr als eine Stunde und flog damit aus den Top 3 im Gesamtranking raus. Der Franzose knallte mit seinem 3008 gegen einen Baum und beschädigte dabei die Servolenkung. Auch für Bernhard ten Brinke wird es nichts mehr mit einem Podiumsplatz. Der Niederländer schied gestern aus, nachdem sein Toyota mitten im Kampf um den Etappensieg versagte. Bei den Trucks ließ Eduard Nikolaev die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit seines Kamaz sprechen und holte sich 50 Sekunden vor seinem Teamkollegen Ayrat Mardeev den nächsten Etappensieg. Alles, was der Russe jetzt noch tun muss um seine dritte Rallye Dakar zu gewinnen ist es, das Ziel in Córdoba zu erreichen.

Glanzleistung des Tages:

Johnny Aubert kann mit seiner Rückkehr in die Dakar vollends zufrieden sein. Bei seinem erst zweiten Anlauf – nach dem Debüt im Jahre 2012, bei dem er Gesamt-14er wurde – legte der frühere Enduro-Champion eine fast fehlerfreie Performance hin. Der GasGas-Fahrer holte sich gestern sowohl den sechsten Platz in der Etappe als auch den sechsten Rang in der Gesamtwertung. Ein Ergebnis, von dem sein kleines spanisches Team vorher nicht zu träumen wagte und welches auf eine vielversprechende Zukunft hinweist.

Größter Rückschlag:

Für Federico Villagra lief es alles andere als perfekt. Der Argentinier war drauf und dran, seine erste Dakar in einem Truck zu gewinnen und das in seiner Heimatstadt Córdoba. Vor der gestrigen Etappe war er im Gesamtranking noch Zweiter hinter Eduard Nikolaev – mit nur einer Sekunde Rückstand. Der Iveco-Fahrer führte das Feld an (und damit auch die Gesamtwertung) als das Getriebe seines Powerstar Anzeichen von Schwäche zeigte. Nachdem er den ersten Abschnitt der Etappe mit 40 km/h bestritten hatte, warfen Villagra und seine Crew schlussendlich das Handtuch.

Statistik des Tages:

Mit einer Strecke von nur 120 Kilometern, die morgen noch auf dem Programm steht, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Kevin Bevanides zuhause vor Heimpublikum Matthias Walkner den ersten Gesamtrang noch streitig machen kann. Will er seine erste Dakar gewinnen, müsste der Honda-Fahrer ohne Unfall und fehlerfrei auf jedem Kilometer 12 Sekunden gutmachen, damit er den Rückstand von 22 Minuten und 31 Sekunden noch aufholen kann.

Zitat des Tages:

Giniel de Villiers:Es war wieder ein sehr harter Tag. Auf dem ersten Streckenabschnitt im Fesh-Fesh sind wir steckengeblieben, weil wir einem Motorradfahrer ausweichen mussten, der einen Crash hatte. Unser Motor funktionierte danach nicht mehr wie vorher und es war sehr harte Arbeit. Diese Etappe war ein Kampf ums Überleben. Physisch, mental und auch für das Auto war es eine unglaubliche Stage. Ich habe seit langer Zeit nicht mehr so eine verrückte Dakar gesehen. Es ist bestimmt die härteste, seit wir in Südamerika fahren.

Die Deutschen im Rennen:

Dirk von Zitzewitz und Giniel de Villiers hatten auf der vorletzten Etappe der Dakar 2018 tatsächlich Glück im Unglück. „Eine wahnsinnig schwierige Prüfung, auf der wir diesmal mit technischen Problemen zu kämpfen hatten. Uns ist schon im ersten Teilstück ein Zylinder ausgefallen – entweder war ein Stecker defekt oder ein Bruch im Kabelbaum. Dann ist kurz vor uns im Fesh-Fesh ein Motorrad-Fahrer gestürzt. Wir haben uns festgefahren und etwa sechs Minuten verloren. Im Service war nichts zu machen – wir mussten mit sieben Zylindern weiterfahren. Und damit mit deutlich weniger Leistung. Wir sind froh, den Hilux nach Córdoba gebracht zu haben – so wie es aussieht wird die Dakar am Ende nochmal richtig spannend für uns“, so der deutsche Co-Pilot. Aufgrund des Ausfalls von Bernhard ten Brinke und des großen Zeitverlusts von Stéphane Peterhansel findet sich das südafrikanisch-norddeutsche Sieger-Duo von 2009 vor der heutigen Schlussetappe aber in den Top 3 der Gesamtwertung! Andreas Schulz und Mikko Hirvonen im MINI-Buggy des Team X-raid kamen gestern ohne größere Probleme auf Platz fünf ins Ziel und halten in der Gesamtwertung vor dem heutigen Finale auf Rang 19. Die Top 20 waren auch für Privatier Jürgen Schröder und seinen Sohn Max das ausgesprochene Ziel – nach der gestrigen Etappe befinden sich die beiden auf Gesamtrang 22, liegen jedoch 5 Stunden und 41 Minuten hinter den Argentiniern Orlando Terranova und Bernardo Graue aus dem X-raid-Team zurück, die den 20. Platz in der Gesamtwertung aktuell für sich beanspruchen.

Quelle:Dakar 2018

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