Die Sanierung und der Umbau des historischen Gewandhauses liegt im Kosten- und Zeitplan. In Gegenwart von Baubürgermeisterin Kathrin Köhler, Hochbauamtsleiter Mirko Richtsteiger und der weiteren am Bau Beteiligten konnten sich heute Vertreter der Medien bei einem Vor-Ort-Termin selbst ein Bild von den bisher erfolgten und derzeit laufenden Arbeiten machen. Das Bauprojekt hatte im Dezember zunächst mit ersten Entkernungsarbeiten und archäologischen Untersuchungen begonnen. Seit April erfolgen Abbrüche in einzelnen Bereichen des Gebäudes, an die sich ab Juni unter anderem Arbeiten am Dach und Außenputz anschließen sollen.

 Das Gewandhaus am Hauptmarkt wurde in den Jahren 1522 – 1525 erbaut und gehört als Kulturdenkmal der sächsischen Denkmalschutzliste zu den bedeutendsten und markantesten historischen Gebäuden der Stadt Zwickau. Seit 1950 wurden am Gewandhaus nur Teilbereiche der Bausubstanz saniert und die Anlagentechnik lediglich lokal erneuert. Aufgrund des inzwischen erheblichen Instandsetzungsbedarfes bestand in der jetzigen Planung die Aufgabe darin, eine komplexe Sanierung der altehrwürdigen Gebäudesubstanz vorzunehmen. Die umfangreichen materialtechnischen und restauratorischen Untersuchungen ergaben teilweise einen erheblichen Verschleiß- und Mangelzustand und entsprachen in keiner Weise den heute erforderlichen Bedingungen für eine Theaterspielstätte. Nach den in den Jahren 2015 und 2016 erfolgten tiefgründigen baulichen und ausrüstungsseitigen Befunduntersuchungen wurde auf der Grundlage der eng mit dem Landesamt für Denkmalschutz erarbeiteten Sanierungskonzeption am 10. Mai 2016 durch den Stadtrat die Weichen für den Umbau und die Sanierung des Gewandhauses mit einem Kostenvolumen von 14,2 Mio. Euro gestellt. Ziel ist insbesondere die Sanierung sämtlicher baulicher und brandschutztechnischer Mängel sowie der Erneuerung der verschlissenen haus- und theaterspezifischen Anlagen. Die für künftige Besucher augenscheinlichste Veränderung, außer der optischen Wiederaufwertung der Fassade, wird hauptsächlich die Umgestaltung der Eingangssituation und des Foyerbereiches darstellen. Der Zuschauerraum bleibt dagegen in seiner jetzigen baulichen Struktur im Wesentlichen erhalten. Hier sollen eine neue Saalbeleuchtung und eine neue Bestuhlung eingebaut werden. Im Dezember 2016 wurde schließlich die Baumaßnahme mit vorgezogenen Maßnahmen der Entkernung begonnen. Parallel zu den im I. Quartal 2017 durchgeführten tiefgründigen archäologischen Untersuchungen in den zwischenzeitlich freigelegten Gründungs- und Erdbereichen unterhalb der Bodenplatte, erfolgten die Detailplanungen und ersten Ausschreibungen der Leistungen. Die Ergebnisse der bisherigen europaweiten Ausschreibungen der einzelnen Gewerke blieben erfreulicherweise innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens. Nach Abschluss der Entkernungsarbeiten und der archäologischen Untersuchungen sind innerhalb des Gebäudes seit April dieses Jahres die im Zusammenhang mit den Rohbauarbeiten stehenden konstruktiven Abbrüche im Foyer und den Treppenhäusern im Gange. Dabei erfolgen die Vorbereitungen für die Gründung des neuen Aufzuges und die unterhalb der Bodenplatte verlaufenden haustechnischen Leitungs- und Kanalführungen. Nachdem die Gebäudehülle komplett eingerüstet ist, werden im Monat Juni parallel zu weitergehenden restauratorischen Befunduntersuchungen an der historischen Fassade auch die Arbeiten am Dach- und Außenputzarbeiten beginnen. Ungeachtet der objektiv bedingten Vielzahl von Unwägbarkeiten bei der Sanierung einer solchen historischen Bausubstanz sieht der Projektablaufplan eine Baurealisierung bis zum 1. Halbjahr 2019 vor. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegt die Baumaßnahme innerhalb dieses Kosten- und Terminrahmens.Quelle: Stadt Zwickau

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