Neue Sonderausstellung „Alte Münze(n)“ in den Priesterhäusern Zwickau 

Einen numismatischen Streifzug durch die Geschichte des Geldes mit einem besonderen Augenmerk auf die Münzstätte in Zwickau bietet die Ausstellung „Alte Münze(n)“ in den Priesterhäusern. Vom 28. Mai an sind etwa 500 Exponate zu sehen, die beispielsweise  von Münzen und Papiergeld, über Münzwaagen und Geldkatzen bis hin zu einer nachgestalteten Münzwerkstatt reichen. Die Sonderschau, die in Zusammenarbeit mit dem Münzverein Zwickau e. V. entstand, ist bis zum 23. Juli zu sehen. Die Anfänge der Münzprägung in Zwickau gehen auf das Ende des 12. Jahrhunderts zurück. Die Ausstellung vermittelt in diesem Zusammenhang neue Erkenntnisse zum Gebäude der „Alten Münze“, das in seinem älteren, bis ins 13. Jahrhundert zurückreichenden Baubestand die einzige noch in Teilen erhaltene mittelalterliche Münzstätte in Deutschland ist. Die gezeigten Objekte belegen anschaulich die vier Phasen der Zwickauer Münzprägung, beginnend bei der Zeit der regionalen Pfennige (Brakteaten-Zeit). Aus dieser frühen Zeit stammen auch mehrere Münzschätze, die zu den Höhepunkten der Schau gehören. In die zweite Prägeperiode, die Groschen-Zeit, ab 1440 mit Unterbrechungen bis 1493, fällt auch die Durchführung der neuen Münzordnung von 1444, die neue Münztypen in den Geldumlauf bringt. Eine Besonderheit sind die „Zwickauer Groschen“ von 1492 und 1493.Eine kurze Prägephase ist die sogenannte Talerzeit von 1530 bis 1532. In dieser Zeit kommt es durch den sogenannten Sächsischen Münzstreit zur Trennung und Alleinprägung vom Albertiner Herzog Georg und dem Ernestiner Kurfürst Johann, der die Zwickauer Münzstätte wieder in Betrieb nehmen lässt. Sachsen ist getrennt durch ein unterschiedliches Münzsystem zwischen den Albertinischen und Ernestinischen Ländern. Zur Kipper- und Wipperzeit wird durch ausdrücklichen Befehl von Kurfürst Johann Georg I. die Zwickauer Münzstätte 1621 bis 1622 letztmalig in Betrieb genommen. Erweitert wird das Ausstellungsthema einerseits durch interessante Beispiele vormünzlicher Geldformen, wie das Salz-Barrengeld aus Äthiopien, afrikanisches Kupfergeld in Reifenform oder Teeziegelgeld aus China. Andererseits widmet sich die Ausstellung dem Thema Papiergeld, da Sachsen hierbei auf deutschem Territorium eine Vorreiterrolle einnimmt. Gezeigt werden unter anderem die ersten Banknoten, die Sachsen ab 1772 ausgab, und die in der Zwickauer Druckerei Förster & Borries hergestellte Inflationsbanknote vom 26.10.1923 mit dem höchsten Nominalwert von 100 Billionen Mark.Zwickauer Notgeld und Ersatzgeld vom Rat der Stadt, dem Bezirksverband der Amtshauptmannschaft, Zwickauer Banken, Firmen, Gesellschaften und Lagergeld des Kriegsgefangenenlagers Zwickau im Ersten Weltkrieg belegen einen komplizierten Zeitraum mit Provisorien für das Geld. Insgesamt werden etwa 500 Ausstellungsobjekte präsentiert. Die museumseigenen Bestände werden dabei durch Leihgaben des Münzvereins Zwickau e. V., des Münzkabinetts der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Numismatischen Gesellschaft Zschopau ergänzt.

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