„Deponiertrick – TV gestellt“, war in dieser Woche im Computersystem der Chemnitzer Polizei zu lesen. TV steht für Tatverdächtiger. Unter Deponiertrick ist der Versuch zu verstehen, mit List etwas über die Verstecke von Geld und Wertsachen meist älterer Menschen herauszubekommen.So geschehen am Dienstagmittag (14. März 2017) beziehungsweise Dienstagnachmittag in Chemnitz. In mehreren Fällen klingelten unbekannte Männer an den Wohnungstüren und gaben sich gegenüber den Wohnungsinhaberinnen/-inhabern als Verwandte (Cousin, Enkel oder Neffe) aus und wollten bei den Betroffenen häufig mehrere tausend Euro Bargeld hinterlegen. Mit dieser Masche versuchte man, an die Geldverstecke zu kommen und bei dieser Gelegenheit womöglich noch Bargeld zu stehlen. In mehreren Fällen verständigten die Betroffenen die Polizei. Den Beamten gelang es dann, zwei Tatverdächtige (34, 38) im Bereich der Ernst-Enge-Straße/Carl-von-Ossietzky-Straße auf frischer Tat nach einem versuchten Diebstahl festzunehmen.Da derartige Versuche schon in der Vergangenheit regelmäßig auftraten, übernahm im letzten Jahr das Kommissariat für Eigentumsdelikte der Chemnitzer Kriminalpolizei die Ermittlungen. Derzeit gehen die Kriminalisten davon aus, dass das Täterduo seit mindestens 2014 mit dieser Masche in mehreren Bundesländern agierte und regelmäßig die Städte Chemnitz, Leipzig, Dresden und Zwickau aufsuchte. Dabei haben sie neben unzähligen Versuchshandlungen auch einige Senioren um ihr Erspartes (zum Teil bis zu fünfstellige Geldbeträge) gebracht. Allein bei sechs Taten in Chemnitz und Zwickau verloren die Geschädigten dadurch Bargeld in Höhe von mehr als 40.000 Euro. Bei über 15 erfolgreichen und rund 50 versuchten Taten bundesweit entstand finanzieller Schaden von mehr als 100.000 Euro.Vor ihrer Festnahme in Chemnitz wurden allein über 20 Versuchshandlungen am 13. März 2017 und 14. März 2017 in Zwickau und Chemnitz registriert. Möglicherweise gibt es noch mehr Taten, die der Polizei bislang noch nicht angezeigt wurden. Die Ermittlungen hierzu sind längst noch nicht abgeschlossen.Letztlich konnte dem Treiben der oft charmant und sprachgewandt auftretenden Täter aufgrund der umfangreichen und akribischen Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz in Zusammenarbeit mit den Polizeiinspektionen der ebenfalls betroffenen Bundesländer, dem Landeskriminalamt Schleswig-Holstein sowie der Polizeidirektion Zwickau ein Ende gesetzt werden. Am Mittwoch wurden die Tatverdächtigen auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft Chemnitz einem Ermittlungsrichter vorgeführt, welcher Haftbefehl gegen sie erließ. Die Männer befinden sich nunmehr in Justizvollzugsanstalten. (SR)

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