Schnee und Eis lassen die Zahlen steigenAnstieg der Arbeitslosen um 954 auf 11.492 (Vorjahr: 12.636)

Arbeitslosenquote steigt um 0,5 auf 6,8 Prozent (Vorjahr: 7,5 Prozent)

Arbeitslosigkeit steigt in allen Personengruppen an

Schnee, Eis und Kälte gab es im ersten Monat des Jahres 2017 reichlich – der Winter hat damit auch den Arbeitsmarkt erreicht. Von Dezember auf Januar ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Zwickau um 954 auf 11.492 Personen gestiegen. Zwickaus Arbeitsagentur-Chef Andreas Fleischer sieht in diesem Anstieg die übliche jahreszeitliche Entwicklung: „Alles deutet darauf hin, dass die Eintrübung saisonbedingt ist. Viele Außenarbeiten ruhen aufgrund von Schnee und Kälte. Zudem sind zum Quartalsende befristete Verträge ausgelaufen. Die Betroffenen mussten sich arbeitslos melden, und auch dies schlug im Januar zu Buche. Wer qualifiziert und nah am Berufsleben ist, hat gute Chancen, rasch eine neue Beschäftigung zu finden. Denn Fachkräfte werden branchenübergreifend gesucht.“ Insgesamt spricht Fleischer von der saisontypischen „Durchgangsarbeitslosigkeit“, die mit der Frühjahrsbelebung wieder abgebaut werden dürfte.

Die Statistik unterstreicht diese Annahme. Im Laufe des zu Ende gehenden Monats meldeten sich 1.839 Frauen und Männer aus der Arbeitslosigkeit ab. Auf der anderen Seite kamen 2.790 hinzu; von ihnen war knapp die Hälfte (1.550) zuvor erwerbstätig. Mit dieser Entwicklung stieg der Anteil der Männer – ihr Anteil an den erwähnten 954 Personen, um die sich der Bestand insgesamt erhöhte, liegt bei 730, der der Frauen bei 224. Dies spräche, so Andreas Fleischer, für die verminderten Aktivitäten in den wetterabhängigen Branchen, in denen vorrangig Männer beschäftigt sind.ÜberblickDer Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft am Jahresanfang lediglich den Rechtskreis SGBIII – im Kundenstamm der Zwickauer Arbeitsagentur waren im Januar 4.300 Menschen – 1.273 mehr als im Dezember – gemeldet. Im Jobcenter Zwickau ist die Arbeitslosigkeit um 319 Personen auf 7.192 zurückgegangen.Arbeitslosigkeit in den beiden RechtskreisenZur Jahreszeit passt, dass sich deutlich mehr Personen aus dem Job heraus arbeitslos melden mussten als wieder in Erwerbstätigkeit gehen konnten; im Januar war dieses Verhältnis 1.550 : 559.

Insgesamt ist die Fluktuation wie immer hoch: 2.790 Zugängen in stehen 1.839 Abgänge aus Arbeitslosigkeit gegenüber.Zugänge in und

Abgänge aus

Arbeitslosigkeit

Im Agenturbezirk Zwickau sind derzeit 4.131 Arbeitslose länger als ein Jahr auf Jobsuche. Das entspricht einem Anteil von 35,9 Prozent an allen Arbeitslosen im Agenturbezirk. Im Vergleich zum Vormonat ging die Langzeitarbeitslosigkeit um 0,8 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahr sind aktuell 738 Langzeitarbeitslose weniger gemeldet.

Langzeit-arbeitslosigkeitDie Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist im Januar um 43 auf 706 gestiegen. Der Anteil der Jugendlichen an allen Arbeitslosen im Agenturbezirk beträgt 6,1 Prozent. Im Januar 2016 waren 43 Jugendliche mehr arbeitslos.Jugendliche2.257 Stellen – 31 mehr als im Dezember – waren im Januar im Agenturbezirk registriert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat standen 305 Stellen mehr für die Vermittlung zur Verfügung.

Durch den gemeinsamen Arbeitgeberservice wurden im Januar 664 sozialversicherungspflichtige Stellen neu aufgenommen. Das waren zehn Jobs mehr als im Dezember und 87 mehr als im Vorjahr.

Der Großteil der Stellen wurde für die Branchen Handel, Verkehr, Instandhaltung und Reparaturen von Kfz, Verkehr und Lagerei, das Verarbeitende Gewerbe und die Zeitarbeit gemeldet.

StellenangeboteIn den Geschäftsstellenbezirken* der Zwickauer Arbeitsagentur stellt sich die Arbeitslosigkeit folgendermaßen dar: Die Arbeitslosenquote beträgt in Hohenstein-Ernstthal 6,1 Prozent und in der Hauptagentur Zwickau 6,3 Prozent. Die Geschäftsstelle Glauchau vermeldet eine Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent und die Werdauer Geschäftsstelle von 8,3 Prozent.

Blick in die

GeschäftsstellenIm Januar haben nach ersten Hochrechnungen über 3.273 Zwickauer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, wie Weiterbildung, Praktika in Betrieben oder Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten teilgenommen und damit den Arbeitsmarkt entlastet.

Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern in Maßnahmen – auf 14.765. Damit liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 77,8 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – analog der Arbeitslosenquote – liegt die Unterbeschäftigungsquote für Januar bei 8,6 Prozent (Vorjahr: 8,1 Prozent).Unterbeschäftigung

*In eigener Sache: Änderungen bei den Gebietszuschnitten der Geschäftsstellen Zwickau, Glauchau und Werdau haben auch Auswirkungen auf die künftig dargestellten statistischen Ergebnisse

Zum 1. Januar 2017 gab es eine Neuzuordnung einzelner Gemeinden im Gebiet der Agentur für Arbeit Zwickau zu anderen Geschäftsstellenbezirken (wir berichteten mit Pressemitteilungen am 6. und am 12. Dezember 2016 darüber). Betroffen sind zwölf Gemeinden, die bisher der Geschäftsstelle Werdau zugeordnet waren. Seit dem 1. Januar 2017 sind elf der Geschäftsstelle Zwickau und eine, nämlich Dennheritz, der Geschäftsstelle Glauchau zugeordnet.

Sind damit die statistischen Daten noch vergleichbar?

Ja, denn die Statistik macht sie vergleichbar. Die so genannten „fiktiven Gebietsstände“ ermöglichen es, alle älteren Daten immer auf dieselbe Gebietsstruktur zu beziehen. Ab diesem Monat werden alle Ergebnisse auf die nun geltende Regionalisierung bezogen. Auch die Zahlen der vorangegangenen Jahre. Welcher Gebietsstand einer Auswertung zugrunde liegt, wird bei Auswertungen stets benannt (z.B. „Agentur für Arbeit Zwickau, Gebietsstand Januar 2017“). Diese technische Möglichkeit besteht für die meisten Daten der BA-Statistik ab 2007, für Beschäftigte ab 2006. Nicht mehr vergleichbar zu den künftigen Auswertungen sind allerdings bis zum Dezember 2016 veröffentlichte Tabellen, da sie auf älteren Gebietsständen basieren.

Wie stark verändern sich dadurch die Ergebnisse der Vergangenheit?

Für die Geschäftsstelle Werdau werden je nach Kennzahl künftig ca. 40 bis 50 Prozent weniger Personen bzw. Stellen nachgewiesen. Die Ergebnisse für die Geschäftsstelle Glauchau steigen geringfügig um bis zu 1,7 Prozent an. Die Ergebnisse für die Geschäftsstelle Zwickau fallen künftig um bis zu 62 Prozent höher aus.

Auffällig ist die Veränderung der Arbeitslosenquoten: Wurde bisher für die Geschäftsstelle Werdau eine un-terdurchschnittliche Quote nachgewiesen, so liegt diese künftig weit über dem Durchschnitt. Die Arbeitslosenquoten der Geschäftsstellen Zwickau und Glauchau fallen hingegen nach dem neuen Gebietszuschnitt niedriger aus.

Quelle Agentur für Arbeit Zwickau

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