Ort: Oschatz, OststraßeZeit: 01.12.2015

Ein Brief geht beim Jobcenter in Oschatz ein. Durch das Sichtfenster erkennt man eine weiße, pulvrige Substanz. Auf dem Briefumschlag steht: „Grüße aus Tschernobyl“.

Die Reaktion: Das Jobcenter wird evakuiert und abgesperrt – Polizei und Feuerwehr sind vor Ort im Einsatz – Personen, die mit dem Brief in Berührung kamen, werden medizinisch versorgt – ihre Kleidung wird gesichert – das Gesundheitsamt wird über den Vorfall informiert – in der Presse wird ausführlich über den Vorfall berichtet.

Doch wer der Täter war, der den Brief versandte, blieb ungeklärt – bis jetzt. In kriminalistischer Kleinarbeit wurde ein Verdächtiger ermittelt, der für die Versendung des Briefes und eines vorherigen Drohanrufes in Frage kam. Der Mann, ein 63-Jähriger Bewohner aus Oschatz, gab sich jedoch unwissend. Er erklärte, dass er sich nicht daran erinnern könne, das Jobcenter angerufen zu haben und im Grunde könnte es auch sein, dass jemand anderes in seiner Wohnung gewesen war, um zu telefonieren. Die Polizei ließ sich mit diesen Ausflüchten jedoch nicht abspeisen und ermittelte weiter. Letzten Endes wurde der 63-Jährige Mitte September erneut vernommen und gestand die Tat.

Nicht nur für die Polizei war es wichtig, diesen Fall, der als Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten angezeigt wurde, aufzuklären. Nein, auch für die Mitarbeiter des Jobcenters stellt die Klärung des Falles eine unglaubliche Erleichterung dar und wird bei der psychischen Verarbeitung des Geschehens behilflich sein.

Der Sachverhalt selbst unterliegt noch weiteren Ermittlungen. Es ist ein Trugschluss, dass Akten augenblicklich geschlossen werden, wenn die Täter ermittelt wurden oder gestanden haben. Danach beginnt meist erst die Arbeit der Kriminalpolizei. Denn, dem Täter muss die Tat auch mit Beweisen zweifelsfrei nachgewiesen werden! Die Annahme, dass der Beschuldigte später vor Gericht ebenso redselig erscheint, wie gegenüber der Polizei, ist schlichtweg ein naiver Gedanke. In diesem Sinne wird die Oschatzer Polizei die Akte auch gerichtsfest machen, bis sie endgültig an die Staatsanwaltschaft übergeben wird. (KG)

Quelle: PD Leipzig

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