Mit seinem Sieg beim Red Bull Air Race in Budapest am 17. Juli hat Matthias Dolderer seine Spitzenposition in der Weltmeisterschaft 2016 behauptet. Vier Saisons war der deutsche Pilot leer ausgegangen, konnte keinen Sieg auf seinem Konto verbuchen, in dieser Saison sind es bereits zwei – den ersten im April im österreichischen Spielberg und nun in der Hauptstadt Ungarns.

Aber was hat Dolderer schon vor Saisonbeginn so zuversichtlich gemacht? Schon damals hatte er angekündigt, Weltmeister werden zu wollen. Wie hat er es geschafft, sein Ziel so eindrucksvoll umzusetzen? Der Deutsche führt das WM-Ranking mit 15.25 Punkten Vorsprung vor dem Österreicher Hannes Arch an.

“Wir haben gespürt, dass wir jetzt so weit sind. Es war ein Ergebnis vieler kleiner Dinge”, sagt Dolderer, der die Saison 2015 mit dem besten Ergebnis seiner Karriere abschloss und nach dem Rücktritt des dreimaligen Weltmeisters Paul Bonhomme seine Chance gewittert hat. “Wir sind hoch motiviert in die Saison gestartet. Wir haben an allen Ecken und Enden gearbeitet, um jetzt da zu stehen, wo wir gerade sind.”

Matthias Dolderer Racing hat die Saison wie nie zuvor in Angriff genommen. Kaum war seine Edge 540 V3 im heimischen Tannheim angekommen, hat sich das Team auch schon an die Arbeit gemacht, die Maschine auf Herz und Niere überprüft und auseinandergebaut. “Es gibt kaum eine Schraube, die wir nicht gelöst haben”, erklärt Dolderer. Priorität hatte bei den Modifikationen die Aerodynamik, da sowohl der Motor als auch der Propeller den Regeln entsprechende Standardteile sind und nicht verändert werden dürfen. Das Team hat Winglets installiert und das Kabinendach abgesenkt. Als Folge musste auch der Helm von Dolderer angepasst werden. Wichtige Faktoren sind auch die Instrumentenanzeigen und Datenanalysen. Auch hier wurde Hand angelegt und in diesem Zuge die Elektronik verfeinert.

Und dann ist da noch die menschliche Seite. Dolderer und sein Team haben sich zusammengesetzt und ausgearbeitet, wie man als Team noch effizienter zusammenarbeiten kann, um sich weiterzuentwickeln. Der Deutsche hat auch an seiner Fitness gearbeitet, viel Augenmerk auf die Ernährung gelegt und noch mehr Sport gemacht, unter anderem Wandern. Als er zum Saisonauftakt in Abu Dhabi eintraf, sah Dolderer so fit aus wie nie zuvor.Ob eine Saisonvorbereitung allerdings auch Früchte trägt, sieht man final erst im Racetrack. Als Matthias Dolderer Racing dann aber in Abu Dhabi auf Rang zwei flog und in Spielberg seinen ersten Sieg perfekt machte, wusste das Team, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Der achte Platz in Chiba geriet mit dem Sieg in Budapest schnell in Vergessenheit. Bei den widrigen Wetterverhältnissen und auf dem technischen Track hat sich Dolderers Erfahrung und Ausdauer ausgezahlt.

“Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich unsere harte Arbeit den Winter über gelohnt hat”, erklärt der Pilot mit nassem Haar von der Champagnerdusche der Siegerehrung in Budapest.Aber kann Dolderer seine gute Form in der zweiten Saisonhälfte bestätigen und den ersten WM-Titel für Deutschland unter Dach und Fach bringen? Für die beiden früheren Weltmeister und aktuellen Zweit- und Drittplatzierten, Arch und Kirby Chambliss (USA), ist noch genug Zeit, zurückzuschlagen. Und insbesondere Arch ist nach dem bitteren Saisonauftakt ohne WM-Punkte auf dem Vormarsch.

Übrigens: Paul Bonhomme hatte in der vergangenen Saison zum gleichen Zeitpunkt exakt die gleichen Platzierungen auf seinem Konto wie Dolderer jetzt: zwei Siege, ein zweiter und ein achter Platz – und am Ende war er dann Weltmeister. Vielleicht ein gutes Omen, aber Dolderer will daran gar keinen Gedanken verschwenden. Er guckt von Rennen zu Rennen und konzentriert sich schon jetzt auf die nächste WM-Station am 13./14. August – wieder in Europa, dieses Mal in Ascot in Großbritannien. Für Matthias Dolderer Racing geht eben nichts über eine optimale Vorbereitung.

Quelle: Red Bull Air Race

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