Marquez gewinnt das große Glücksspiel um die richtigen Reifen am Sachsenring

Sogar als die Situation nicht mehr zu retten schien, hat es Marquez geschafft, sich einen siebten Sieg am Sachsenring wie durch Zauberhand zu sichern.

Die Wetterbedingungen schienen sich nach dem Moto2™ Rennen zu verbessern, aber als sich die MotoGP™ Fahrer in den Boxen bereit machten, gingen kurze und heftige Regenschauer nieder. Das Rennen wurde als Regenrennen gestartet und Erinnerungen an den Holländischen Grand Prix wurden in jedem Fahrer wach. Würde Miller wieder siegen, oder würde Jorge Lorenzo (Movistar Yamaha MotoGP) es endlich schaffen den Sachsenring zu bezwingen? Als das Rennen gestartet war, gab es fast keine Anzeichen mehr von Regen, wodurch die Reifenwahl wichtiger denn je wurde.

Zu Beginn des Rennens zeichneten sich Andrea Dovizioso (Ducat Team) und Valentino Rossi (Movistar Yamaha MotoGP) als die zwei Favoriten ab. Dovizioso hatte sich einen Vorsprung von fast zwei Sekunden geschaffen, als die Strecke langsam zu trocknen begann und sich die Fahrer mit der Möglichkeit eines Motorradwechsels beschäftigen mussten. Andrea Iannone (Ducati Team) fuhr als erste Fahrer in die Boxengasse und wechselte in Runde 12 auf Intermediate-Reifen. Während der nächsten Runden schlossen sich die meisten anderen an und wechselten auf Slick- oder Intermediate-Reifen.Marc Marquez (Repsol Honda Team) schaffte es zu Beginn des Rennens nicht, sich der Geschwindigkeit der Spitzengruppe anzupassen und er kämpfte mit Hector Barbera (Avintia Racing) um den 5. Platz. Es war ein offensichtlich hartes Rennen für ihn – er kam in Kurve 8 von der Strecke ab und konnte sich gerade noch so auf der Maschine halten. Der Reifenwechsel war genau das Richtige, denn seine Rundenzeiten verbesserten sich sofort um 4 Sekunden gegenüber den Fahrern mit einem Regen-Set Up und stiegen weiter. Sechs Runden vor dem Ziel übernahm er die Führung und blickte nicht mehr zurück. Er sicherte sich seinen siebten Sieg am Sachsenring. Seine Führung an der Spitze der Weltmeisterschaft baute er weiter aus und scheint unaufhaltsam zu sein.

Runde um Runde wurde die Strecke tockener und Runde um Runde wurde Cal Crutchlow (LCR Honda) schneller und schneller. In Runde 19 befand sich der Brite in vierter Position als mehrere Fahrer in die Boxengasse fuhren und er als Einziger bei seinem Regen-Set Up blieb. Er folgte schließlich Dovizioso in die Boxengasse und beide kehrten fast zeitgleich ins Rennen zurück und kämpften um eine Position auf dem Podium. Durch seine Wahl für Slicks fand sich Crutchlow hinter Scott Redding (Octo Pramac Yakhnich) und in einer Jagd um den zweiten Platz wieder. Die beiden Briten gönnten sich gegenseitig nichts und Crutchlow bremste Redding aus, um sich den zweiten Platz und somit sein erstes Podium seit Argentinien 2015 zu sichern.

Bekannt für sein Talent für Regenrennen schoß Andrea Dovizioso zu Beginn des Rennens direkt in den Podiumskampf mit ein und baute den Druck für die Führungspostion auf. ‘Desmo Dovi’ befand sich mehrere Runden hinter Danilo Petrucci (Octo Pramac Yakhnich) und er profitierte von dessen Sturz in Runde 11. Er fuhr weiterhin auf Regenreifen, was seine Fürhung mehr und mehr gefährdete. Nach mehreren harten Runden, fuhr er letzendlich auch in die Boxengasse und veranlasste jeden Fahrer hinter sich, dasselbe zu tun. Aus der Gruppe, die mit dem Kampf um Platz drei zurück ins Rennen kam und die es nicht mit der Geschwindigkeit von Crutchlow aufnehmen konnte, gelang es dem Ducati-Fahrer, Redding in der letzen Runde zu überholen und sein zweites Podium in diesem Jahres zu sichern.

Die Entäuschung stand Redding ins Gesicht geschrieben, nachdem er bis zur letzen Runde auf Platz 3 gefahren war. Ein vierter Platz ist trotzdem ein tolles Ergebnis für den Briten, sein zweitbestes Ergebnis in einem Jahr, das von technischen Problemen gezeichnet war. Wie Redding entschied sich auch Iannone für Intermediate-Reifen und obwohl sich eine Verbesserung abzeichnete, konnte er nicht am finalen Kampf um das Pdium teilnehmen und musste sich mit einem fünften Platz zufrieden geben.Dani Pedrosa (Repsol Honda Team) sicherte sich einen soliden sechsten Platz vor Jack Miller (Estrella Galicia 0,0 Marc VDS), der als letzter Fahrer die Reifen wechselte.

Valentino Rossi ((Movistar Yamaha MotoGP) fuhr von Anfang an ein starkes Rennen, wartete aber bis Dovizioso und Crutchlow die Reifen wechselten. Dadurch musste er sich letzendlich mit einem achten Platz zufrieden geben und schaffte es zwar, dem Punktestand seines Teamkollegen näher zu kommen, musste sich aber erneut gegenüber Marquez geschlagen geben.

Jorge Lorenzo’s (Movistar Yamaha MotoGP) wurde nicht besser. Der Weltmeister befand sich unter den Top Ten als das Rennen begann, aber wie schon in Assen wurde er während des Rennens immer langsamer. Es war sogar entäuschender als in Assen, da Lorenzo mit Platz 15 nur einen einzigen Punkt mit nach Hause nehmen konnte.

Danilo Petrucci’s Ruf als Regenwetterspezialist hat sich in Deutschland weiterhin bewährt.‘Petrux’ war auf einer Mission und übernahm schnell eine komfortable Führung. Jedenfalls war das der Fall bis er in Runde 11, in Kurve drei stürzte. Er fuhr in die Boxengasse, um auf seiner zweiten Maschine weiterzufahren, als das Motorrad auf dem er saß in Flammen aufging. Letzendlich schied er aus dem Rennen aus, ein weiteres enttäuschenden Ergebnis eines Rennens mit so viel Potential.Pol Espargaro (Monster Yamaha Tech 3) stürzte während er hinter Marquez herjagde und nachdem er auf neue Reifen gewechselt hatte. Damit nahm sein Lauf, in jedem Rennen Punkte zu sammeln ein jähes Ende.

Der lokale Fahrer Stefan Bradl (Aprilia Racing Team Gresini) musste zu seinen Home-Grand-Prix aussetzen, nachdem er  im Warm up gestürzt war. Er wurde in das örtliche Krankenhaus gebracht, um weitere Untersuchungen über sich ergehen zu lassen.

Moto2

Wenn es regnet, dann richtig, aber das Wetter hat Johann Zarco nichts ausgemacht und er konnte sich bis zum Ziel gegen all seine Rivalen durchsetzen.

Die Wetterbedingungen waren so nass wie noch nie zuvor, als sich die Moto2-Weltmeisterschaft auf der Startaufstellung eingefunden hat. Die Mittelklasse hatte am Freitag schon das schlechteste Wetter abbekommen, aber beim Warm up konnten sie sich ein Bild davon machen, was “nass” auf dem Sachsenring wirklich bedeutet. Takaaki Nakagami (Idemitsu Honda Team Asia) stand zum ersten Mal in 2016 auf der Pole Position. Unter den nassen Bedingungen musste man heute mutig sein, um den Tag für sich entscheiden zu können.

Als die Ampellichter ausgingen, war es Johann Zarco (Ajo Motorsport), der in die erste Kurve hinein führte. Verfolgt wurde er von Alex Rins (Paginas Amarillas HP 40) und Nakagami, die sich schnell absetzen konnten, als Zarco zu Beginn des Rennens zurück fiel. Nach mehreren Stürzen vor ihm war er wieder dabei, beim Kampf um das Podium und kam den Anführern näher, als er sich an die Bedingungen gewöhnt hatte.  Bald schon war Zarco einer der fünf Fahrer, die um den Sieg kämpften. Er versuchte Franco Morbidelli (Estrella Galicia 0,0 Marc VDS) einzuholen, doch dann stürzte der Italiener aus der Führung heraus. Folger versuchte Zarco unter Druck zu setzen, doch der Franzose behielt die Nerven bis zur letzten Kurve und fuhr zum wichtigen Sieg, wodurch er seine Führung auf der Punktetabelle weiter ausbauen konnte.

Nachdem er sein Heimrennen zu Beginn anführte, verlor Jonas Folger (Dynavolt Intact GP) in der Mitte des Rennens den Kontakt zur Führungsgruppe. Seine Hoffnungen auf einen Heimsieg schienen verloren, bis der Regen aufgehört hat und die Strecke abtrocknete, so dass der Deutsche näher am Limit fahren konnte. Nicht lange danach war er bereits an Rins vorbei und lag auf dem zweiten Platz. Der Deutsche hat alles gegeben, um einen Heimsieg einzufahren, schaffte es aber nicht ganz bis zur Ziellinie und wurde Zweiter.

Rins schien sich bequem auf dem dritten Platz zu bewegen, als er in Kurve eins stürzte, wodurch Julian Simon (QMMF Racing Team) überraschend zum dritten Platz gelang. Simon fuhr zum ersten Mal seit dem Grand Prix von Valencia 2012 aufs Podium und das obwohl er einen verletzten Knöchel hat. Der Spanier brach fast in Tränen aus, als er interviewt wurde, weil er es nach so langer Zeit geschafft hatte wieder einmal auf dem Podium zu stehen.

Moto3

Malaysia’s Khairul Idham Pawi entäuschte nicht im regnerischen Deutschland und segelte in den zweiten Sieg seiner Karriere.

Auch nach dem Warm Up blieb es am Sachsenring regnerisch und es sah nach einem sehr nassen Moto3™ Rennen beim GoPro Motorrad Grand Prix Deutschland aus.

Nach der Führung im Warm Up und dem Sieg bei einem sehr regnerischen argentinischen Grand Prix, konnte Khairul Idham Pawi (Honda Team Asia) sein Lächeln auf der Strecke kaum verbergen.

Bei starkem Regen war sich jeder bewusst, dass es ein langes und hartes Rennen werden würde und die Sicherheit eine übergeordnete Rolle spielte. Nach Ende der ersten Runde, hatte sich Pawi von Platz 20 auf Platz 7 vor gekämpft und befand sich mitten im Kampf um den Sieg. Als Runde fünf begann, ging er in Führung und wie schon in Argentinien nutzte er die leere Strecke vor sich, um den anderen mit einer Sekunde Vorsprung davon zu fliegen. Als Runde 14 begann, kam er von der Strecke ab – das war eine eindeutige Warnung, es etwas leichter zu nehmen. Aber er gab nicht auf, baute seine Führung mit jeder Runde aus und überquerte die Ziellinie 11,131 Sekunden vor dem zweiten Platz. Pawi war der erste Malaysier, der einen Grand Prix gewann und bisher auch der einzige Malaysier, der zwei Grand Prix gewonnen hat.

Andrea Locatelli (Leopard Racing) hatte eine langsame erste Runde, setzte sich während des Rennens aber durch und kämpfte um das Podium. Der Italiener wurde zurückgeworfen und fand sich in einem Kampf um den dritten Platz mit John McPhee (Peugeot MC Saxoprint) wieder, wurde aber bald mit dem zweiten Platz belohnt, als Hiroki Ono (Honda Team Asia) fast stürzte. Er wurde kurz von Enea Bastianini (Gresini Racing Moto3) bedrängt, aber sein solider Fahrstil sicherte ihm Platz zwei und damit das erste Podium seiner Karriere.

Es war auch Leopard Racings erstes Podium in 2016. Enea Bastianini startete von der Pole in ein super Rennen und führte in die erste Kurve, gefolgt von Bo Bendsneyder (Red Bull KTM Ajo). Der Italiener verlor mehrere Positionen während der ersten Hälfte des Rennens, konnte sich aber im weiteren Verlauf wieder fangen und am Kampf um das Podium teilhaben. Er und John McPhee kämpften unter den harten Wetterbedingungen um Platz drei. Auch Jakub Kornfeil (Drive M7 SIC Racing Team) nahm bald an diesem Kampf teil. Dem Italiener gelang es jedoch die Beiden zu bezwingen und sich sein zweites Podium des Jahres zu sichern.

 

Zweitbester Tag des Jahres mit Tagesmarktanteilen von 2,0% in (M20-59) und 1,4% (E14-49)

Der GoPro Motorrad Grand Prix Deutschland der MotoGP am Sachsenring begeisterte am Wochenende nicht nur die 212.411 Besucher an der Rennstrecke, sondern auch die TV-Zuschauer bei Eurosport 1. Der Deutschland-GP war für Eurosport 1 die beste MotoGP-Übertragung seit der Rückkehr der Motorrad-WM bei Eurosport im Jahr 2015.

Vor allem das Rennen der Königsklasse MotoGP bescherte Eurosport 1 Top-Quoten: Den Sieg des Spaniers Marc Marquez verfolgten in der Spitze bis zu 0,81 Mio. Zuschauer. Mit durchschnittlich 0,65 Mio. Zuschauern (MA: 4,9%) bei den Gesamtzuschauern gab es gegenüber 2015 ein Plus von 15% für das MotoGP-Rennen am Sachsenring. In der Kernzielgruppe M20-59 Jahren lag der Marktanteil der Übertragung sogar bei 6,9%.

Bereits das spannende Moto2-Rennen mit dem Fotofinish zwischen Jonas Folger und dem Franzosen Johann Zarco avancierte zum Zuschauermagnet: In der Spitze sahen bis zu 0,60 Mio. Motorradfans das packende Regenrennen.

Neben dem Motorrad Grand Prix hatte Eurosport 1 mit der Übertragung der 15. Etappe der Tour de France sowie dem letzten Vorrundenspiel der DFB-Junioren bei der UEFA U19-Europameisterschaft zwei weitere Sporthighlights im Programm.

„13 Stunden Live-Sport, spektakuläre Bilder und eine TV-Produktion speziell zugeschnitten auf die deutschsprachigen Zuschauer haben Eurosport 1 einen hervorragenden Marktanteil von 2,0% in der Kernzielgruppe (M20-59) und von 1,4% in der werberelevanten Zielgruppe 14-49 Jahren beschert“, freut sich Susanne Aigner-Drews, Geschäftsführerin Discovery Networks Deutschland. „Der gestrige Sonntag war somit der zweitbeste Tag des Jahres bei Eurosport 1, nach der Übertragung des Grand-Slam-Sieges von Angelique Kerber bei den Australian Open am 30. Januar 2016.“

Quelle: AGF in Zusammenarbeit mit GfK; TV Scope 6.0., 17. Juli 2016, Discovery Medienforschung, vorläufig gewichtete Daten

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