(MB) „Messenger-Dienste“, wie Whatsapp, Snapchat, Viber oder KIK, sind die neuen Schlagwörter insbesondere unter Kindern und Jugendlichen, die es ihnen erlauben, Text-, Bild- und Tonnachrichten auszutauschen, ohne dafür zahlen zu müssen. Auch das Streamingportal „younow“ ruft große Begeisterung bei den Kids und Teens hervor. Hier können sie sich live präsentieren und jeder kann sie dabei beobachten, bewerten und mit ihnen in Kontakt treten.

Doch genau darin lauern auch große Gefahren. Durch leichtsinnigen und unbedarften Umgang können diese App‘s und Portale zum Risiko werden. Oft geben Kinder und Jugendliche ihre Mobilfunknummer, Adressdaten, Fotos oder auch ihren Chatnamen im Internet bekannt, um so schneller neue Bekanntschaften zu machen. Nicht selten stehen jedoch hinter dem vermeintlichen Adressanten dieser Informationen andere Personen, als erwartet. Nicht selten geben sich erwachsene Personen als Kinder bzw. Jugendliche aus. Dann finden unter anderem auch (Nackt-)Fotos ihren Weg auf zwielichtige Internetseiten oder werden dazu eingesetzt, um die Kids und Teens zu weiteren, u. a. auch sexuellen Handlungen zu nötigen.So wurde am 21.06.2016 in Leipzig ein Fall bekannt, bei dem eine 12-Jährige über ein Live-Streaming-Portal mit einem vermeintlich 14-Jährigen in Kontakt trat und diesem auf Bitten ihre persönlichen Daten und ein Bild von sich zusendete. Dieser veränderte dann das Bild in kompromittierender Weise und sendete es dem Mädchen mit der Forderung zurück, ihm mehr von ihr im Live-Stream zu zeigen. In diesem Moment bekam sie Angst und vertraute sich der Polizei an. Diese ermittelt nun wegen Nötigung.

Nach Aussagen einer aktuellen Studie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) zur Handy- und mobilen Internetnutzung haben bereits 27 Prozent der Kinder und Jugendlichen Erfahrungen mit dem Zusenden von fremden bzw. unerwünschten Nachrichten gemacht. Außerdem ist zu beobachten, dass diese Apps und Portale von Nutzern auch dazu verwendet werden, um Mitmenschen durch „Cyber-Mobbing“ gezielt zu diffamieren, belästigen, bedrängen und nötigen. Dabei sind Beleidigungen, Verleumdungen oder üble Nachrede im Netz ebenso strafbare Handlungen wie in der realen Lebenswelt.

Aus aktuellem Anlass möchte daher die Leipziger Polizei noch einmal vor diesen Kontaktrisiken warnen und Eltern sensibilisieren und empfiehlt im Umgang mit derartigen Medien:

 Liebe Eltern, Ihr seid in der Verantwortung: Klärt Eure Kinder über die Kontaktrisiken auf und begleitet sie auf dem Weg, mit ihren persönlichen Daten in sozialen Netzwerken sicher, vorsichtig und bewusst umzugehen! Liebe Kinder und Jugendliche! Sollte eine unbekannte Person dauerhaft und unaufgefordert versuchen, Kontakt herzustellen, dann blockiert diese und meldet sie dem Netzbetreiber!

 Antwortet niemals auf verdächtige Nachrichten, in denen persönliche Daten wie die Telefonnummer, Fotos, Adressdaten, E-Mailadresse oder der Chatname abgefragt werden!

Wenn die Grenzen einer angemessenen Kommunikationsweise überschritten sind, dann zieht folgende Schritte in Erwägung: Sichert die kompromittierenden Nachrichten und Bilder, z.B. per Screen-Shot. Schnellstmögliche Anzeige auf jeder Polizeidienststelle!

Weitere Informationen zur Sicherheit bzw. nützliche Hinweise rund um den vernünftigen Umgang mit sozialen Netzwerken und Chatprogrammen sind auch unter folgenden Links zu finden:

 www.klicksafe.de www.polizei-beratung.de www.jugendschutz.net

Solltet Ihr Euch bei einem Problem jemand Gleichaltrigem anvertrauen wollen, so findet Ihr unter dem Link: https://www.juuuport.de/ – einem Projekt von Jugendlichen für Jugendliche – Hilfe und Unterstützung.Weitere Präventionsangebote werden insbesondere auch unter folgenden Links angeboten:

– https://www.slm-online.de/- www.medienblau.de- https://www.polizei.sachsen.de/de/16430.htm- https://www.mpz-leipzig.de/ (Für Schulen und Kindergärten)- https://www.medienpaedagogik-sachsen.de/

Quelle: PD Leipzig

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