Sollte Ihnen der Sinn danach stehen, sich über das Internet ein Auto kaufen zu wollen, dann sollten sie dabei auf einiges achten. Wiederholt kam es im Raum Oschatz zu Betrugshandlungen, welche sich immer durch einen gleichen Modus operandi, also einer in Art und Weise ähnlichen Begehungsweise, auszeichnen. Eine Annonce auf einer Internetplattform, aber auch in lokalen Presseprodukten, weckt das Interesse potentieller Käufer. Der Kontakt zum Verkäufer kann nur per E-Mail hergestellt werden und meist steht das Fahrzeug im Ausland; natürlich noch mit deutscher Zulassung, da der Verkäufer ja noch „kurz zuvor in Deutschland wohnte oder arbeitete“. Also los geht es. Das Interesse an dem Fahrzeug, welches natürlich ein „Schnäppchen“ ist, wird angezeigt und der Kontakt läuft. Der Verkäufer ist dann „sogar so nett“, dass er noch eine Ablichtung seines verfälschten Passes oder eines anderen Personaldokuments per E-Mail zusendet (auch EU-Personaldokumente) und er schickt sogar noch ein paar liebevoll arrangierte Familienfotos, nur so. In Wahrheit soll damit Ihr Vertrauen geweckt bzw. erschlichen werden. Diese Bilder, auch Fake-Bilder genannt, zeigen in der Tat nicht die vermeintlichen Verkäufer, auch wenn diese oft mit dem Bild auf dem verfälschten Personaldokument übereinstimmen. Es sind schlichtweg „Fälschungen“. So aber ist oft das Vertrauen hergestellt und wenn es soweit ist, kann es richtig losgehen. Sie werden gebeten, die Kaufsumme auf ein ausländisches Konto zu überweisen und brauchen keine Angst zu haben, da ja alles über den „Ebay–Käuferschutz“ abgesichert sei. Dieses Formular „Käuferschutz“ erhalten sie sogar per E-Mail zugesandt. Nur Ebay kennt diese Transaktion nicht. Tja, und dann werden sie wohl von diesem Kauf nichts mehr hören und das Geld ist weg! Im Übrigen bewegen sich Betrüger dazu auch auf Internetportalen für Partnersuche. Es werden Kontakte, meist auch über einen längeren Zeitraum im Internet aufgebaut. Es wird geschrieben, es wird geskypt – die Welt ist schön und die rosarote Brille sitzt fest auf der Nase. Doch dann kommt das böse Erwachen. Nachdem per E-Mail verfälschte Personaldokumente und gefakte Familienbilder zugesandt wurden, werden sie möglicherweise gebeten, in einer Notlage finanziell zu helfen. Meist soll dabei eine Überweisung von mehreren hundert Euro, meist über die Western Union Bank, erfolgen. Das Herz sagt ja, der Verstand nein. Falls der Betrag dann nämlich geflossen ist, ist anschließend der geliebte Mensch verflossen – nicht mehr erreichbar. Also Finger weg, auf den guten Menschenverstand hören und vertrauen! (erstellt durch Polizeirevier Oschatz)

So wurde der Polizei am 10.02.2016 folgender Betrug bekannt:Eine Großweitzschnerin (34) bezahlte für ein Auto, das im Internet auf einem Onlineportal angeboten wurde. Sie überwies im Glauben eines seriösen Handels – der Verkäufer schickte eine Reisepasskopie – den Betrag von über 2.000 Euro auf das von dem Unbekannten angegebenen Konto in Italien. Nachdem die 34-Jährige die Überweisung vorgenommen hatte, ward vom Verkäufer und auch vom Geld nichts mehr zu sehen. Natürlich auch nicht von dem zum Kauf stehenden Auto. Spätere Überprüfungen der dänischen Passkopie ergaben, dass dieser in polizeilichen Fahndungssystemen erfasst ist und regelmäßig auf andere Vor- und Zunamen lautete. Außerdem wurde so bekannt, dass der Pass in der Vergangenheit mehrfach zu Betrugshandlungen im gesamten Bundesgebiet eingesetzt wurde. (MB)

Quelle: PD Leipzig

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