Ort: Leipzig und anderswoZeit: jederzeitAnfang Februar erschienen zwei Rumänen auf dem Gelände einer Firma in Sankt Egidien und erkundigten sich, ob Interesse bestünde, Fahrzeuge zu verkaufen. Da dies tatsächlich der Fall war, begutachteten die Männer im Anschluss einen 2012er VW Multivan, für welchen zügig ein Preis von 14.280 Euro vereinbart und vertraglich fixiert wurde. Allerdings wollte der Wortführer (29) erneut in die Verhandlung einsteigen, weil er angeblich ein verdächtiges Motorgeräusch hören würde. Die Geschäftsinhaberin (36) negierte das Ansinnen und bot an, nochmals auf eigene Rechnung eine Durchsicht zu veranlassen. Wie sich später herausstellte, war das Geräusch vollkommen normal und einer Pumpe zuzuordnen. Unter dem Vorwand, das Fahrzeug schnellstmöglich für einen Transport zu benötigen, fragte der Käufer an, ob er es schon bei einer Anzahlung von 7.000 Euro nutzen könne. So fuhr der VW alsbald vom Hof. Anschließend täuschten die Täter jedoch fernmündlich vor, die Geräusche hätten sich auf den Weg in die Karpaten verschlimmert, es sei zu hohen Exportkosten und in Rumänien gar zu einem kapitalen Motorschaden gekommen. Kurzum: Man sah keine Veranlassung, den ausstehenden Kaufpreis in voller Höhe zu entrichten. Es folgten eine persönliche Vorsprache, zahlreiche Anrufe und SMS, um den Verkäufer zu einem Preisnachlass zu bewegen. Jener war aber mehr als nur misstrauisch und bat am 10. Februar einen in Leipzig tätigen Mitarbeiter, in der Nähe der angegebenen Adresse des Verkäufers (Hedwigstraße) nach dem Transporter Ausschau zu halten. Der Angestellte und ein Kollege entdeckten das Fahrzeug dann tatsächlich auf dem Parkplatz eines Supermarktes an der Waldbaurstraße und informierten ihre Chefin. Während sich jene mit dem Zweitschlüssel umgehend auf den Weg nach Leipzig machte, sollten die Mitarbeiter das Fahrzeug im Auge behalten. Nach etwa einer Stunde begaben sich zwei Männer zum Multivan, setzten sich hinein und ignorierten alle Kommunikationsbemühungen. Unterdessen zog ein weiterer Mann sogar den Zündschlüssel vom Auto der beiden Mitarbeiter ab und hinderte sie, dem wegfahrenden VW Multivan folgen zu können. Erst bei Eintreffen der Geschäftsinhaberin und unter Zuziehung der Polizei konnte der Sachverhalt hinsichtlich seiner zivilrechtlichen Komponente geklärt werden. Die zunächst angestrebte Rückabwicklung des Kaufvertrages mündete letztlich in der Entrichtung des vollen Kaufbetrages. Die Kriminalpolizei führt nunmehr ein weiteres Betrugsverfahren gegen den 29-jährigen Rumänen, der – zusammen mit weiteren Tätern – mit dieser Masche ganz offensichtlich versucht, Fahrzeuge deutlich unter Wert zu erlangen. (Loe)

Quelle: PD Leipzig

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