Die Initiatoren der Gegenproteste hatten insgesamt fünf Aufzüge und Kundgebungen angezeigt. Der Aufzug „Nachbarinnengemeinschaft gegen Nazis“ vom Rabet bis zum Johannissplatz war mit ca. 500 Teilnehmern unterwegs. Am Ende der Strecke liefen die Teilnehmern Richtung Augustusplatz, dem Antreteplatz der Demonstration „Offensive für Deutschland“. Der Aufzug „No border, no nation. Rassist*innen die Stirn bieten“ lief vom Wiedebachplatz bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz mit ca. 1.000 Teilnehmern. Anschließend wurde die Veranstaltung beendet und die Teilnehmer liefen ebenfalls in Richtung Augustusplatz. Auch die anderen angezeigten Kundgebungen bzw. Aufzüge verliefen reibungslos.Bei der Versammlungsbehörde meldete eine Person gegen 14:00 Uhr eine Spontandemonstration am Augustusplatz/ Ecke Goethestraße an, die durch die Versammlungsbehörde bestätigt wurde. Diese wurde gegen 15:00 Uhr wieder beendet. In der Zwischenzeit hatten sich die Teilnehmer der verschiedenen Gegendemonstrationen um den Augustusplatz versammelt. Hier führten sie eine Sitzblockade zum Zugang der Veranstaltung der „Offensive für Deutschland“ durch. So kam es zu einem größtenteils dezentralen und mobildynamischen Gegenprotest entlang bzw. auf der geplanten Aufzugsstrecke.In Absprache zwischen Versammlungsbehörde und dem Versammlungsleiter wurde vereinbart die Aufzugsstrecke zu verkürzen und nur bis zum Wilhelm- Leuschner-Platz zu laufen und zurück.Bereits am Augustusplatz wurden Polizeibeamte durch Gegendemonstranten angegriffen. Es kam zu Rangeleien und dem Anzünden von Pyrotechnik. Die Polizei hatte aber jederzeit zu diesem Zeitpunkt die Lage unter Kontrolle. Im Bereich Augustusplatz, noch vor Beginn des Aufzuges kam es zu einem Angriff von Gegendemonstranten auf Teilnehmer der „OfD“ (Offensive für Deutschland“). Die Personen konnten durch die Polizei in Gewahrsam genommen werden. Dabei wurde ein Polizeibeamter verletzt. Nach Angaben der Versammlungsbehörde waren ca. 350 Teilnehmer der „Offensive für Deutschland“ vor Ort. Um 16:00 Uhr begann der Aufzug. Die Gegendemonstranten begleiteten den Aufzug in Hör- und Sichtweise sehr aggressiv.Es kam zu erheblichen Verkehrseinschränkungen.Während des Aufzuges kam es zu massiven Steinwürfen und Flaschenwürfen gegen die Aufzugsteilnehmer und die Polizei. Rund um den Streckenverlauf wurden immerwieder Barrikaden durch die Gegendemonstranten aufgebaut. Nur durch intensiven Einsatz der Polizeibeamten wurde verhindert, dass die beiden Lager aufeinandertrafen.Als der Aufzug wieder am Augustusplatz ankam, drohte die Situation zu eskalieren, so dass die Wasserwerferstaffel zum Augustusplatz verlegte, aber nicht zum Einsatz kam.Der Abgang der Aufzugteilnehmer wurde anschließend (gegen 17:45 Uhr) mehrheitlich über die Goethestraße realisiert. Innerhalb der nächsten Stunde beruhigte sich dann das gesamte Personen- und Verkehrsaufkommen in der Leipziger Innenstadt auf das auch sonst übliche Maß. Die Polizeidirektion Leipzig zieht kein positives Einsatzfazit. Sie war mit ca. 800 Beamten im Einsatz, musste aber feststellen, dass Blockadebestrebungen und beiderseitige Verbalattacken nicht ausblieben und dass es zu massiven, aggressiven und sogar gewalttätigen Handeln kam und die Polizei dabei ebenfalls massiv angegriffen wurde.Die vorläufige Bilanz des Einsatzes: 13 verletzte Polizeibeamte; 17 Einsatzfahrzeug beschädigt und 12 Personen in Gewahrsam. (Stand: 20:45 ) (Vo)

Quelle: PD Leipzig

Share This

Teile diesen Beitrag

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!