Versammlungsgeschehen um LEGIDA am 31. August 2015

Am Montag Abend versammelten sich wiederum Sympathisanten von LEGIDA am Richard-Wagner-Platz, um diesen als Ausgangs- und Endort eines Aufzugs zu nutzen. Im zeitlich-räumlichen Umfeld waren zudem vier Gegenversammlungen angemeldet, wobei sich ein Großteil der Teilnehmer im Laufe der frühen Abendstunden vor dem Naturkundemuseum einfand. Gegen 19:00 Uhr (geplanter Zeitpunkt der Auftaktkundgebung von LEGIDA) verlegten diese Gegendemonstranten ihren Standort auf die verkehrsfreie Fläche des inneren Tröndlinrings – direkt neben den Sammlungsort von LEGIDA. Wohl nicht zuletzt aufgrund der trennenden Sperre durch Gitter, Polizeifahrzeuge und -beamte blieb es trotz der unmittelbaren Nähe bei verbalen bzw. akustischen Äußerungen und Provokationen.

Parallel kristallisierte sich jedoch der Bereich Elsterstraße/Waldplatz als neuralgischer Punkt heraus, in dessen Nähe ebenfalls eine Gegenkundgebung stattfinden sollte, schließlich aber abgesagt wurde. Gleichwohl hatten sich dort bereits mehrere hundert Protestanten eingefunden und blockierten die vorgesehene Aufzugsstrecke mittels Sitzblockaden. Daraus resultierend war es erforderlich, die ursprüngliche Aufzugsroute von LEGIDA zu ändern und ausgehend von der Käthe-Kollwitz-Straße über die Thomasiusstraße zur Jahnallee zu führen. Dies wurde durch die Versammlungsbehörde gegenüber LEGIDA als Auflage erteilt.

Aufgrund neuerlicher Blockaden war es im weiteren Verlauf notwendig, den gegen 20:00 Uhr begonnenen LEGIDA-Aufzug letztlich bereits über Gottschedstraße zur Thomasius-, Lessingstraße und Jahnallee zu leiten. Hier schwenkte der Aufzug stadteinwärts ein und gelangte über den Ranstädter Steinweg zurück zum Ausgangsort. Gegen 21:15 Uhr endete dort die Abschlusskundgebung. Weil sich unterdessen wiederum ein Gros der Gegendemonstranten auf dem inneren Tröndlinring eingefunden hatte und die Stimmung beidseitig emotional sowie aggressiv war, standen im Nachgang körperliche Auseinandersetzungen zu befürchten. Zur Verhinderung wurden die LEGIDA-Teilnehmer seitens der Polizei zum Hauptbahnhof begleitet.

Im Hinblick auf die Dynamik, die aufgeheizte Stimmungslage und die hohe Gesamtzahl der an den Versammlungen bzw. dem Gegenprotest teilnehmenden Menschen schätzt die Polizeidirektion Leipzig die Einsatzbewältigung, bei welcher auch Fremdkräfte des Bundes und aus Thüringen unterstützten, als insgesamt erfolgreich ein. Dennoch muss mit Bedauern konstatiert werden, dass die nunmehr 16. vergleichbare Versammlungslage wiederum leider nicht gänzlich ohne Gewalttätigkeiten ablief.

So wurden mit Stand von 21:45 Uhr vereinzelte Körperverletzungsdelikte registriert – darunter ein Flaschenwurf auf LEGIDA-Teilnehmer und eine versuchte Körperverletzung durch einen LEGIDA-Teilnehmer, der daraufhin vorläufig festgenommen wurde. Zudem ereignete sich im Bereich des Waldstraßenviertels eine Sachbeschädigung (Einschlagen der Scheiben) an einem parkenden BMW. Neben diesen Fakten lassen auch die beiden gegen 17:15 Uhr in der Nähe des Naturkundemuseums entdeckten Pflastersteindepots Rückschlüsse auf das Gewaltpotential zu. (Loe)Korrektur der erfolgten Pressemitteilung zum Versammlungsgeschehen um LEGIDA

Hiermit berichtigt die Polizeidirektion Leipzig den letzten Satz der gestrigen Pressemitteilung zum Versammlungsgeschehen.

Nach heutigen Hinweisen mehrerer Medienvertreter und Versammlungsteilnehmer kann ausgeschlossen werden, dass es sich bei den beräumten Pflastersteinen um zuvor seitens gewaltbereiter Gegendemonstranten mutwillig angelegte Depots handelte. Vielmehr wurden die Pflastersteine dort offenbar im Zuge der Instandsetzung des dortigen Fußweges als Baumaterial gelagert. Der hergestellte Bezug zum latenten Gewaltpotential ist mithin nicht haltbar – auch wenn eine Beräumung im Interesse der Gefahrenabwehr dennoch geboten war.

Die ursprüngliche Formulierung gründet sich im Übrigen auf einem kommunikativen Missverständnis. Durch die feststellenden Beamten wurden Pflastersteindepots am Versammlungsort einer Gegenkundgebung gemeldet. Im Zuge der nachfolgenden Einsatzdokumentation erfuhr die Funkmeldung eine inhaltliche Bewertung/Interpretation, welche die Meldenden vor Ort eigentlich nicht vorgenommen hatten. (Loe)

Quelle: PD Leipzig