So oder ähnlich melden sich die Täter bei ihren Opfern, um sie dann mit einer hohen Geldforderung zu überrumpeln. Die Gründe für die unerwartete Geldforderung sind dabei mannigfaltig und einfallsreich. Sie reichen von einem Hauskauf, über den Erwerb eines Fahrzeuges, bis hin zu Schulden oder Reparaturkosten. Die Opfer, meist im ersten Moment erfreut über den Anruf einer freundlichen Stimme, verbunden mit der Aussicht einen Verwandten, der weit weg wohnt, nach langer Zeit wiederzusehen, lassen sich bisweilen auf das Gespräch ein. Irgendwann merken sie jedoch, dass der Anrufer nicht der Enkel aus der Ferne sein kann. Oder die Geldforderung erscheint ihnen doch zu dreist. Zum Ärger der Täter legen ihre Gesprächspartner dann verfrüht auf und es kommt nie zu einer Geldübergabe. Leider kommt es jedoch hin und wieder doch vor, dass eine alte Dame oder ein alter Herr sich überreden lässt und den Tätern Geld übergibt. Am gestrigen Tag kam es gleich zu vier Anrufen solcher Art, die jedoch allesamt nicht zum Erfolg für die Täter führten!

Der erste Anruf ging in Borsdorf etwa gegen 11:30 Uhr bei einer 82-Jährigen ein. Der Anrufer meldete sich mit den Worten: „Oma, hier ist dein Enkel!“ Ohne große Umschweife erklärte der Mann am Telefon, dass er 18.000 Euro für den Kauf eines Autos bräuchte. Die 82-Jährige erklärte ihrem vermeintlichen Enkel, dass sie nicht so viel Geld habe. Der Anrufer wiederum bat dann um „wenigstens“ 8.000 Euro. Doch auch damit konnte die alte Dame nicht dienen. Letztendlich beendete sie das Gespräch und informierte die Polizei.

Im zweiten Fall meldete sich der Anrufer gegen 12:15 Uhr wie folgt: „Ich bin in der Nähe und will dich heute noch besuchen kommen…“. Die 76-Jährige aus Möckern, die den Anruf entgegennahm, wurde dann um 5.000 Euro für den Kauf einer Eigentumswohnung gebeten. Sie sagte, dass sie so viel nicht haben würde. Das Gespräch wurde beendet, mit der Aussage, dass man später nochmal miteinander telefonieren wolle. Die 76-Jährige beschlich ein ungutes Gefühl, woraufhin sie versuchte, ihre Enkelin zu erreichen. Kurz darauf läutete erneut das Telefon und der Unbekannte war erneut in der Leitung. Er sagte, dass hier die Polizei sei und fragte mit wem sie telefoniert habe. Die ältere Dame erklärte ihren Anruf und gab den Hörer dann an ihre Tochter weiter – in dem Moment legte der Fremde auf.

Im dritten Fall landete der Betrüger in der Leitung einer 78-Jährigen in Mockau. Hier begrüßte er sie etwa gegen 12:15 Uhr mit den Worten: „Hallöchen, ich bin es. Dein Enkelkind.“ Und forderte ebenfalls 18.000 Euro für einen Autokauf. Die 78-Jährige erklärte, dass sie so viel Geld nicht in der Wohnung hätte. Der Fremde forderte sie dann auf, zur Sparkasse zu gehen. Gewieft antwortete die Dame, dass die Sparkasse heute geschlossen habe. Hierauf legte der Fremde unverwandt auf.

Im schließlich letzten und vierten Fall ertönte erneut eine männliche Stimme: „Du wirst ja wissen, wer hier ist.“ Die 86-Jährige, bei der gegen 12:30 Uhr in Holzhausen angerufen wurde, glaubte, dass es ein Bekannter sei und bejahte diese Frage. Kurz darauf fragte der Fremde unvermittelt nach 6.000 Euro, die er für einen Wohnungskauf bräuchte. An dieser Stelle ahnte die 86-Jährige bereits den Betrug und verkündete dem Anrufer, dass er sich für seine Masche eine andere suchen solle und legte auf. Sofort informierte sie die Polizei.

In allen vier, der Polizei bekannt gewordenen Fällen waren die Anrufer männlich und sprachen ohne Akzent Deutsch. Derzeit ist den Ermittlern nicht bekannt, ob es sich dabei um ein und denselben Anrufer handelte oder aber ob es verschiedene Personen waren. (KG)

Quelle: PD Leipzig

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