Ort: Leipzig (OT Plagwitz), Weißenfelser StraßeZeit: 06.08.2015, gegen 02:00 Uhr

In der letzten Nacht vernahm ein Anwohner das Geräusch berstenden Glases, schaute aus dem Fenster und konnte mindestens drei Personen auf dem gegenüberliegenden Betriebsgelände wahrnehmen. Als er jene lautstark nach dem Grund des Handelns anrief, ergriffen die mit Knüppel o. ä. Bewaffneten unmittelbar die Flucht. Vor Ort kommende Polizeibeamte mussten dann feststellen, dass die Unbekannten die Scheiben der dortigen Firmenräume zerstört und eine übelriechende Flüssigkeit (wahrscheinlich Buttersäure) in das Innere gekippt hatten. In gleicher Art und Weise beschädigten die Täter auch einen in der Nähe parkenden VW Lupo eines Sicherheitsunternehmens. Noch in der Nacht erfolgte im Internet die Veröffentlichung eines vermeintlichen Begründungsschreibens, wobei die Tat auf eine sich „drastisch zuspitzende rassistische Stimmung aufmerksam machen“ soll. Die Firma sei deshalb ausgewählt worden, weil dort eine politisch exponierte Persönlichkeit, die einem „rechtskonservativen Haufen Dreck“ zugezählt wird, geschäftsführend eingesetzt ist.

Ort: Leipzig (OT Volkmarsdorf), EisenbahnstraßeZeit: 06.08.2015, gegen 03:00 Uhr

Beamte der Außenstelle des Polizeireviers Leipzig-Zentrum in der Eisenbahnstraße hörten einen lauten Knall, der auf einen größeren Einschlag in die verglaste Eingangstür zurückzuführen war. Durch die gesplitterte Scheibe konnten sie zudem sehen, dass der gegenüber geparkte Funkstreifenwagen im vorderen Bereich in Flammen stand. Trotz umgehender Löschversuche konnte eine Ausdehnung des Brandes nicht verhindert werden. Der Feuerschein sowie eine Funkmeldung führten jedoch zum Eintreffen weiterer Polizeikräfte und der direkt beginnenden Tatortbereichsfahndung. In deren Zuge konnten insgesamt sechs Tatverdächtige (4 x m, 2 x w) im Alter von 16 bis 22 Jahren festgestellt und vorläufig festgenommen werden. Im Laufe des heutigen Tages werden die notwendigen Folgemaßnahmen (Spurensicherung, Vernehmungen, Durchsuchugen etc.) getroffen, wozu auch Kräfte des Landeskriminalamtes zum Einsatz kommen. Seitens der sechs Tatverdächtigen ist ein 22-Jähriger bereits als sog. linksmotivierter Straftäter bekannt und gegen einen 18-Jährigen laufen aktuell Ermittlungen wegen Landfriedensbruch, weil er am 30. März mit etwa 100 weiteren Personen gewaltsam versuchte, eine anlässlich des damaligen Legida-Aufzugs eingerichtete Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Zudem ist bezüglich eines 21-Jährigen aktenkundig, dass er am vergangenen Montag vermummt im Umfeld des Legida-Aufzugs angetroffen wurde. Die beiden weiblichen Jugendlichen (17, 21) und ein 16-Jähriger waren bisher „unbeschriebene Blätter“.Beide Taten werden als politisch motiviert klassifiziert, weshalb der Polizeiliche Staatsschutz gemeinsam mit dem Operativen Abwehrzentrum der Polizeidirektion Leipzig die Ermittlungen übernommen hat. Inwieweit ein Zusammenhang zu beiden Taten und den festgenommenen Tatverdächtigen besteht wird gegenwärtig noch geprüft. Allein der Sachschaden am Funkstreifenwagen kann auf etwa 30.000 Euro beziffert werden. (Loe)

Quelle: PD Leipzig

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