Ort: Leipzig, OT SüdvorstadtZeit: 29.07.2014, 16:50 UhrDie Polizei wurde darüber informiert, dass eine zunächst unbekannte männliche Person eine junge Frau und deren zwei Kinder tätlich angegriffen haben soll. Am Ereignisort angekommen, meldeten sich mehrere Zeugen zum Sachverhalt. Die Geschädigte (29) war zu Fuß mit ihren beiden Kindern (1, 5) auf dem Weg zur Bushaltestelle unterwegs. Plötzlich wurde sie ohne jegliche Vorwarnung von einer männlichen Person ins Gesicht geschlagen. Daraufhin ging sie zu Boden und der Täter trat nochmal nach ihr. Als sie sich wieder aufrichten konnte, sah sie, wie der Täter gegen den Kinderwagen trat, der aber nicht umstürzte, da eine Passantin (25), die in der Nähe stand, dies verhinderte. Eine weitere Passantin (44) ging nun dazwischen und stellte sich zwischen den Kindern der Geschädigten und dem Täter. Dabei erhielt sie einen Schlag in das Gesicht, so dass sie ihre Brille verlor. Der Täter entfernte sich. Ein Radfahrer (26), der das ganze beobachtet hatte, verfolgte mit dem Rad den Mann bis zur Kurt-Eisner-Straße/Bernhard-Göring-Straße. Den Polizeibeamten konnte er eine genaue Personenbeschreibung abgeben, wie die anderen Zeugen auch. Durch die Beamten wurde eine Fahndungsinformation über Funk an alle eingesetzten Kräfte detailliert übermittelt. Vor Ort war mittlerweile ein Rettungswagen eingetroffen. Die Geschädigte hatte Schmerzen an der Schulter, die ambulant behandelt wurden. Die Kinder und Zeugen wurden nicht verletzt. Die Kinder waren aber sehr verängstigt und weinten. Die Frau, die den Schlag ins Gesicht erhalten hatte musste ebenfalls nicht behandelt werden. Im Zuge der Suche nach dem Täter meldete sich kurze Zeit später eine weitere Frau bei den Beamten. Sie sei soeben an der Ecke Bernhard-Göring-Straße/Hardenbergstraße von einer männlichen Person überholt worden. Anschließend drehte er sich zu ihr herum, kam auf die Frau zu und trat ihr gegen den Arm. Die 37-jährige Frau ist im 8. Monat schwanger und war hier ebenfalls mit ihren beiden Kindern (3, 4) und einem weiteren Kind (4) einer Freundin unterwegs. Glückerlichweise wurde sie nicht am Bauch getroffen und auch nicht verletzt. Die Personenbeschreibung war identisch. In der Zwischenzeit wurde über Funk bekannt, dass bereits am Mittag in Kleinzschocher eine Körperverletzungsanzeige aufgenommen wurde. Hierbei wurde der Täter namentlich bekannt gemacht. Nach der Personenbeschreibung handelte es sich um ein und denselben Täter. Unter Führung des Außendienstleiters der Polizeidirektion Leipzig wurden mehrere Funkstreifenwagen und Einsatzkräfte zur Wohnadresse verlegt. Vor dem Wohnhaus standen ca. zehn Jugendliche. Sie schilderten den eintreffenen Beamten, dass eine männliche Person hier im Haus verschwunden ist, die vorher an einem Einkaufsmarkt in der Antonienstraße zwei junge Mädchen ebenfalls verletzt hatte und gegen Kopf und Bauch diese getreten hatte. Eine weitere Jugendliche aus der Gruppe äußerte gegenüber den Beamten, dass er vor zwei Tagen ebenfalls von diesem Mann angegriffen wurde und den Täter kennt. Bei den weiteren durchgeführten polizeilichen Maßnahmen im Haus wurde der Täter im Dachgeschoss hockend aufgefunden. Ein Atemalkoholtest an Ort und Stelle ergab keinen Wert. Dafür wurde er positiv auf Amphetamine getestet. Es handelte sich um einen 33-jährigen Mann. Dieser wurde in das Polizeirevier gebracht. Im Zuge der weiteren geführten Ermittlungs- und Überprüfungshandlungen wurde Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Leipzig aufgenommen. Diese ordnete die vorläufige Festnahme an. Die Beamten überprüften in der Zwischenzeit anhand der Personenbeschreibungen die Anzeigen und Straftaten, insbesondere von Körperverletzungen der letzten Wochen. Dabei wurde bekannt, dass der Täter seit Mai 2015 verstärkt mit Körperverletzungsdelikten in Erscheinung getreten war. Dabei wurden mehrere Anzeigen gefunden, die im Zusammenhang mit dem Täter stehen könnten. Die Ermittlungen dazu dauern an. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat am heutigen Tag einen Haftantrag beim Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Leipzig gestellt. Noch am heutigen Tag wird der Täter dem Ermittlungsrichter vorgeführt. (Vo)

Quelle: PD Leipzig

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