(Ki) Ein unbekannter Radfahrer hat am frühen Montagabend auf dem Kaßberg innerhalb einer Stunde zwei Frauen beraubt.

Die erste Tat geschah gegen 17.45 Uhr in der Henriettenstraße/Ecke Franz-Mehring-Straße. Eine 59-jährige Fußgängerin, die aus Richtung Erich-Mühsam-Straße kam, merkte, dass jemand von hinten dicht an sie herangefahren war und drehte sich um. In diesem Moment riss ihr ein Radfahrer die Tasche von der rechten Schulter, fuhr damit los, bog in die Franz-Mehring-Straße ab und flüchtete in Richtung Limbacher Straße. Ein Pärchen wurde auf die um Hilfe rufende Frau aufmerksam und nahm sich ihrer an. Der Mann verfolgte mit seinem Auto den Täter, konnte ihn aber nicht einholen. Die Polizei wurde daraufhin alarmiert. Mit der Tasche hatte der Räuber Geld, Geldkarten, Personaldokumente, Handy, Brille, Wohnungsschlüssel, alles im geschätzten Gesamtwert von rund 1 000 Euro erbeutet.

Der Täter soll schlank gewesen sein und eine dunkle Kapuze auf dem Kopf gehabt und ein altes, dunkles Rad genutzt haben.

Der zweite Raub geschah gegen 19 Uhr in der Kanzlerstraße. Dort wurde eine 70-jährige Frau Opfer. Die Frau hatte die Rudolf-Breitscheid-Straße gerade überquert, als ihr ein Radfahrer entgegen gefahren kam. Er fuhr auf der falschen Straßenseite und konnte so der Frau die Beuteltasche aus der linken Hand reißen. Die Frau kam ins Stolpern, konnte sich jedoch abfangen. Dann versuchte sie, ihre Tasche wiederzubekommen und zerrte ebenso daran wie der Täter. Dieser schubste sie dann weg und sagte, sie solle abhauen. Dann trat der Räuber in die Pedale und verschwand. Das leicht verletzte Opfer sprach einen anderen Radfahrer an, der hat den Täter jedoch nicht mehr gesehen. Daraufhin stoppte die 70-Jährige ein Auto, dessen Fahrer meinte, es sei sinnlos. Mit dem Verlust der Tasche entstand der Seniorin ein Schaden von rund 500 Euro. Sie büßte Dokumente, Bargeld, Geldkarte, Schlüssel und Einkäufe ein.

Der Täter hier wird als jung beschrieben, mit dunklem Basecap und dunkler Jacke bekleidet.

Ob es sich in beiden Fällen um ein und derselben Räuber handelt, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.

Die Tatortbereichsfahndung in beiden Fällen brachte keinen Erfolg. Im ersten Fall wurden Polizisten dabei von einem Autofahrer (61) behindert. Gegen 19 Uhr war ein Streifenwagen in der Georg-Landgraf-Straße in Richtung Walter-Oertel-Straße unterwegs. In Höhe des Hausgrundstücks Nr. 3 hielt ein vor dem Polizeiauto fahrender VW mitten auf der Straße an, der Fahrer stieg aus und lief weg. Der Streifenwagen konnte nicht passieren. Auf die Signale der Polizisten reagierte der Mann abweisend. Eine Polizistin (34) ging zu dem Mann, wies auf die Einsatzsituation hin und bat den Mann, das Auto wegzufahren. Der Mann ignorierte die uniformierten Polizisten mit Worten und Gesten, ebenfalls weigerte er sich, sich auszuweisen. Dann stieg der Mann in den VW, startete das Auto und wollte wegfahren. Dem Versuch eines Polizisten (35), an den Zündschlüssel zu kommen, widersetzte sich der Autofahrer vehement und schlug gegen ihn. Mehrfachen Aufforderungen, das Auto selbst und ohne Widerstand zu verlassen, kam der Mann nicht nach. Dem Polizisten gelang es, den Mann aus dem Auto zu holen und die Handfesseln anzulegen. Daraufhin begann dieser lautstark um Hilfe und nach der Polizei zu rufen. Aufmerksam gewordene Passanten beschimpften den Polizisten. Andere, zur Unterstützung eingetroffene Polizisten beruhigten die Menschengruppe. Letztlich konnten die Personalien des Mannes anhand eines abgelaufenen Personalausweises festgestellt werden. Gegen den 61-Jährigen erstatteten die Polizisten Anzeige wegen des Verdachts des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Wer Hinweise zu den Tätern geben kann, sie auf ihrer Flucht gesehen hat oder Zeuge der Taten geworden ist, wird gebeten, sich unter Tel. 0371 387-495808 an die Chemnitzer Polizei zu wenden.

Quelle: PD Chemnitz

Ergänzung zur Meldung „OT Kaßberg – Radfahrer raubte in einer Stunde zwei Handtaschen“/…“ (Ki) Der Autofahrer (33), der im ersten Fall (Opfer: 59, Tatort: Henriettenstraße/Franz-Mehring-Straße) den Täter verfolgte, beschreibt diesen so: Anfang bis Mitte 20 mit kurzen, hellblonden Haaren. Er trug einen langen, blauen Parka und hatte ein knallrotes Basecap auf. Bei dem Fahrrad soll es sich um ein altes Herrenrad gehandelt haben.

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