Superfood Maca-Pflanze: viele Zuschreibungen, wenig Sicherheit

Schon mal was von Chia Samen, Goji-Beeren oder Maca-Pulver gehört? So genannte „Superfoods“ sind gerade in aller Munde. Ihnen sagt man nicht nur eine überdurchschnittlich hohe Konzentration an wertvollen Inhaltsstoffen, sondern fast schon „Superkräfte“ nach. Die Maca-Pflanze wird dabei bereits seit tausenden Jahren von der indigenen Bevölkerung als herkömmliche Nahrungsquelle verwendet und entweder als Gemüse erhitzt oder getrocknet und zu Mehl verarbeitet. Aktuell wird sie als Jungbrunnen, leistungssteigernd und Aphrotisiakum vermarktet. Was ist dran an den Superkräften der Maca-Pflanze?

„Wunderwirkungen dürfen Konsumenten eindeutig nicht erwarten. Maca-Produkte können die Ernährung ergänzen, gleichwohl kann man auch ganz normales Obst und Gemüse, das ohne die Zuschreibung „Superfood“ auskommt, essen und damit seinen Nährstoffbedarf decken“, erklärt Dr. Birgit Brendel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.

Die Maca-Pflanze wird in einem kleinen Gebiet der peruanischen Anden kultiviert. Insbesondere die Knollen werden verzehrt – korrekter das Hypocotyl. Nach Angaben der FAO (Welternährungsorganisation) enthält die Maca-Knolle abhängig von der Sorte, dem Reifegrad und den Bodenbedingungen etwa 10 bis 14 Prozent Eiweiße und rund 78 Prozent Kohlenhydrate. „Bemerkenswert sind hingegen die Gehalte von Calcium und Eisen. Sie enthalten auch so genannte Glukosinolate. Glukosinolate sind schwefelhaltige Verbindungen, die man allerdings auch in Kohl, Senf oder Rettich findet und die diesen Pflanzen ihren charakteristischen Geruch und Geschmack verleihen“, erklärt Brendel weiter.

Während die Maca-Pflanze in ihrer Heimatregion völlig unspektakulär dem täglichen Verzehr dient, wird sie in Europa als Pulver oder Nahrungsergänzungsmittel mit unzulässigen Werbe-Zuschreibungen auf den Markt gebracht. Eine aphrotisierende Wirkung ist dabei nur eine der vielen Superkräfte, die die Maca-Pflanze angeblich mit sich bringt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung schätzt ein, dass Studien Hinweise auf Effekte auf die Geschlechtsorgane und den Hormonhaushalt geben. Allerdings ist die Datenlage diesbezüglich insgesamt gering und die Untersuchungsergebnisse bleiben teilweise widersprüchlich. Aus den Versuchsergebnissen lässt sich ohnehin nicht auf die Wirksamkeit eines konkreten Produktes schließen, da Herstellung, Zusammensetzung und verabreichte Mengen an Macazubereitungen jeweils unterschiedlich und damit nicht vergleichbar sind.

Zweitens sind sowohl Macapulver als auch Macakapseln, Macatabletten usw. Lebensmittel und dienen damit in der Regel Ernährungszwecken. Zweck eines Lebensmittels ist es jedoch nicht, Krankheiten zu heilen, wie die Wiederherstellung oder Beeinflussung mangelnder Sexualfunktionen. Diesen Zweck erfüllen Arzneimittel, die im Unterschied zu Lebensmitteln, auf ihre pharmakologische Funktion und ihre Nebenwirkungen getestet werden.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

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