Ort: Tatort unbekanntZeit: 13.07.2015, gegen 06:45 Uhr

Die Täter kennen keine Schlafenszeiten, sie sind nicht an bestimmte Orte gebunden, sie handeln mobil, sie arbeiten schneller als man denkt. Wovon wir reden? Eindeutig: World-wide-web-Kriminalität. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen Kriminelle sich aufwendige Technik besorgen müssen, um an die Daten von Online-Transfers zu gelangen. Mittlerweile reichen dafür sogar selbst Mobiltelefone. Diese sind aktuell so leistungsfähig, dass sie einen PC ersetzen können. Die Technik entwickelt sich rasend schnell und mit ihr auch die Möglichkeiten, Daten auszuspähen oder einfach nur auf simplem Wege zu ergaunern. Mit den richtigen Mitteln kann ein Täter unbemerkt das Mobilfunknetz in einem bestimmten Radius unterbrechen, so dass keine Anrufe ein- oder ausgehen können – auch keine Notrufe. Mit derselben Technik lassen sich Fernbedienungen für Fahrzeuge lahm legen, wenn man aus der Ferne sein Auto verschließen will. Der Alltag lässt uns auf den Knopf drücken, wir wenden uns ab und denken, alles ist gut. Kommen wir nach nur wenigen Minuten zurück zum Auto, ist es weg! Denn: Es war gar nicht verschlossen.Doch was uns im vorliegenden Fall beschäftigt, ist ein besonders perfides Vorgehen, das vor allem die „Generation Facebook“ trifft. Einem 23-Jährigen wurde gestern der Facebook-Account gehackt. Danach wurden in bekannter Manier sämtliche Freunde des Accounts angeschrieben und um deren Telefonnummern gebeten. (die Leipziger Polizei berichtete bereits über Fälle von Fake-Profilen, über die andere Personen angeschrieben wurden und ihre Handynummern erbeten wurden. Darüber wurden dann wiederum Paypal-Accounts angelegt und Dienstleistungen in Anspruch genommen, die dann zu Lasten der Konten der Geschädigten gingen.) Einige der Freunde gaben arglos ihre Nummer weiter und landeten prompt in der Falle. Eine 32-Jährige hatte bereits innerhalb kürzester Zeit eine Forderung von 200 Euro über ihr Handy zu verbuchen. Eine Freundin des 23-Jährigen meldete sich dann bei ihm persönlich, da ihr die Anfrage merkwürdig vorkam. Indessen hatte der 23-Jährige mehrfach versucht, sich bei Facebook anzumelden: Es gelang nicht! Natürlich nicht… Nachdem die Täter das Profil einmal unter ihrer Kontrolle haben, ändern sie augenblicklich das Passwort. Doch damit nicht genug. Offenbar konnten sich die Betrüger auch auf seinem Handyprofil einloggen und so über einen Fernzugriff sein Handy sperren. Der Alptraum eines jeden, dessen Handy sämtliche Daten über ihn speichert. Aber wie ist das möglich? Auch hier ist die Lösung wieder erstaunlich einfach. Jedes Smartphone hat den Dienst des „Google Play Shops“ mittlerweile vorinstalliert. Und, wer nutzt es nicht? Man muss ja nur eine Google-Mail einrichten. Erleichternd kommt hinzu, dass man den Shop mit seiner Google-Mail-Adresse von jedem Rechner aus bedienen kann. Zusätzlich gibt es bei Google eine Funktion, die es ermöglicht, das Handy bei Diebstahl aus der Ferne sperren zu lassen! Man ahnt mit Sicherheit, was passieren kann, wenn sich einer, der Böses will, jener Daten bemächtigt. Haben die Täter also das Passwort von Facebook geknackt und es war dummerweise auch noch dasselbe Passwort, das für den GMail-Dienst verwendet wird, ist es ein Leichtes, böse Spiele zu treiben. Das Handy ist gesperrt und den Code zum Entsperren erhalte ich nur von den Betrügern.

Wie aber kann man sich schützen? Hier einige Punkte, die die Polizei an die Hand gibt: Nutzen Sie immer unterschiedliche Passwörter! Halten Sie sich bei der Passwortwahl fern vom so genannten „social engineering“ – verwenden Sie nicht den Namen ihres Haustieres, Ihrer Tochter oder Ihres Großvaters! Nutzen Sie für unterschiedliche Dienste und Anwendungen verschiedene E-Mail-Adressen! Ein Beispiel: Alles was mit Geld zu tun hat (online banking), bekommt eine Mail, alles was mit sozialer Kommunikation (Twitter, Facebook, …) zu tun hat, bekommt eine andere! (unterschiedliche Passwörter verstehen sich dann auch von selbst) Nutzen Sie einen Sperrcode für den Bildschirm Ihres Handys (Wischcode, Pin oder Passwort) – dies verhindert das Überschreiben des Sperrcodes via Google „Fernsperrung“. Das gelingt nämlich nur, wenn das Handy über keine Bildschirmsperre verfügt. Wählen Sie auch beim Sperrcode für das Handy keine zu einfachen Passwörter! Seien Sie bei der Passwortwahl einfallsreich! Nutzen Sie keine Wörter aus Wörterbüchern, die lassen sich zu einfach knacken. Bauen Sie Sonderzeichen ein. Ein Beispiel: Aus dem einfachen Passwort „Heliumballon“ wird schnell „H3liumball0n!“ – und dabei kann ich es mir trotzdem gut merken, denn die 3 ist ein umgedrehtes „e“ und die 0 ist nur eine andere Form von einem „o“. Das Ausrufezeichen ist eine zusätzliche Sicherung, die man sich angewöhnen kann in Passwörtern an verschiedenen Stellen zu setzen.(KG)

Quelle: PD Leipzig

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