Das Tiefbauamt und das Garten- und Friedhofsamt informieren:

Bekämpfung der Bestände Riesen-Bärenklau im Stadtgebiet gestartet

Alle Grundstückseigentümer und –nutzer zur Mithilfe aufgerufen

 

Um die weitere Ausbreitung des Riesen-Bärenklau zu vermindern, erfolgt auch in diesem Jahr wieder die flächenhafte Bekämpfung der im Stadtgebiet vorkommenden Bestände. Dabei werden die Blüten der Pflanzen entfernt, um die Reproduktion der Bestände zu verhindern. Die Blüten werden gesammelt und in einer Kompostieranlage thermisch behandelt, um die Keimfähigkeit der Samen dauerhaft zu zerstören.

Das Tiefbauamt und das Garten- und Friedhofsamt rufen in diesem Zusammenhang auch alle Grundstückseigentümer und –nutzer zur Bekämpfung dieser Pflanze auf!

Bitte beachten:

Bei den Bekämpfungsmaßnahmen ist zu beachten, dass unbedingt Schutzkleidung (Hand-schuh, Schutzbrille, langärmelige Kleidung und Gummistiefel) getragen werden sollten und wenn möglich bei bedecktem Himmel gearbeitet wird, um Hautschäden durch den Pflanzensaft vorzubeugen. Pflanzensaftspritzer auf der Haut sind sofort mit reichlich Wasser abzuwaschen.

Entsorgung

  • Beim Vorkommen einzelner oder weniger Pflanzen können deren Blütenstände in einem Plastiksack verpackt mit dem Restmüll entsorgt werden. Die übrigen Pflanzenteile sind kompostierbar. Ein Ausstechen der Pflanze ist wegen deren Pfahlform der Wurzel mühsam. Sinnvoll ist es, den etwa 10 bis 15 cm unter der Erdoberfläche befindlichen Vegetationskegel zu entfernen.
  • Bei größeren Mengen anfallender Blüten des Riesen-Bärenklau besteht die Möglichkeit der Anlieferung zur fachgerechten Entsorgung auf dem Betriebshof des Garten- und Friedhofsamtes in der Pöhlauer Straße 53b. Dazu wird um telefonische Anmeldung unter 0375 212629 gebeten.

Darüber hinaus ist dafür Sorge zu tragen, dass besonders im Umfeld der größeren Bestände keine Kinder spielen bzw. Umgang mit Teilen der Pflanzen haben, um Gesundheitsschäden zu vermeiden.

Es wird davor gewarnt, diese Pflanzen bewusst als Gartenzierpflanzen einzusetzen bzw. zu erwerben. Werden größere Bestände festgestellt, wird um Information unter Telefon 0375 836631 gebeten.

 

Die Mitarbeiter des Tiefbau- sowie des Garten- und Friedhofsamtes bedanken sich jetzt schon für die Unterstützung!

Ergänzend:

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch als Herkulesstaude bekannt, gehört zur Familie der Doldengewächse und ist eine der bekanntesten gebietsfremden Pflanzenarten (sog. invasive Neophyten). Die ursprünglich aus dem Kaukasus stammende zweijährige Staude wurde vor etwa 100 Jahren in Deutschland als dekorative Gartenzier-pflanze eingeführt und ist leicht an ihrer Größe, ihren riesigen Doldenblüten, den bis zu 1 m  großen fiederteiligen Blättern und dem meist dunkelrot gefleckten Stängel erkennbar. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts entwickeln sich allerdings vermehrt Massenbestände der bis zu 3,5 m großen Pflanze in unserer heimischen Natur. Durch die Ausbreitung sind dabei nicht nur die einheimischen Pflanzenarten von Verdrängung bedroht, sondern die Pflanze stellt vor allem eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Alle Pflanzenbestandteile, besonders aber der Pflanzensaft enthalten photosensibilisierende Furanocumarine. Diese Inhaltsstoffe werden bei Berührung der Pflanze durch die Haut aufgenommen und verursachen insbesondere bei Sonnenbestrahlung schwere Hautentzündungen. Nach 20 bis 48 Stunden bilden sich auf den betroffenen Hautpartien abgegrenzte Rötungen und es kommt zu Blasen- und unter Umständen zu Ödembildung, vergleichbar mit Verbrennungen zweiten bis dritten Grades. Diese Hautschädigungen heilen nur langsam ab und können Narben hinterlassen.

 

Die Herkulesstaude besiedelt bei uns bevorzugt Uferbereiche von Gewässern, aber auch Straßenränder, Brachflächen und landwirtschaftliche Nutzflächen. Gerade die Nähe zu Fließgewässern fördert die Fernverbreitung der Pflanze, da die schwimmfähigen Samen über weite Strecken transportiert werden können. Eine Pflanze kann über 40.000 Samen bilden. Besonders das massenhafte Auftreten an Uferbereichen ist problematisch, weil die ursprüngliche Vegetation verdrängt wird und so die Gefahr der Ufererosion steigt, da die Pfahlwurzeln von Heracleum mantegazzianum keine Boden festigende Wirkung haben. Die bereits im Boden liegenden Samen bleiben bis zu 8 Jahre lang keimfähig.

Quelle: Stadt Zwickau

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