Bundespolizei, Europol, Landeskriminalamt Sachsen und Staatsanwaltschaft Dresden gemeinsam erfolgreich

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Am 28. Januar 2015 zerschlugen die Bundespolizei, Europol und das Landeskriminalamt Sachsen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Dresden eine international agierende Bande. Die Einsätze erfolgten in Sachsen, Thüringen, Bayern, Niedersachsen und Hamburg. Dabei vollstreckten über 200 Ermittler sowie Spezialkräfte der Bundespolizei vier Haftbefehle. Außerdem wurden 15 Wohnungen und Geschäftsräume mit Unterstützung der Bundeszollverwaltung durchsucht.

Die Beamten zogen Vermögenswerte im fünfstelligen Bereich ein und beschlagnahmten umfangreiches Beweismaterial. Darunter befinden sich gefälschte Pässe, Führerscheine, Kfz – Scheine, Kfz – Kennzeichen, eine nicht geringe Menge Crystal sowie 42 Schuss scharfe Munition und eine geladene Schusswaffe. Dank der internationalen Koordinierung durch Europol verhafteten Fahnder der bulgarischen Kriminalpolizei zeitgleich ein weiteres Bandenmitglied. Die Vollstreckung eines zweiten internationalen Haftbefehls in Holland steht noch aus.

Zusätzlich stellte Europol während der Operation personelle und technische Unterstützung, um eine schnelle, analysierte Datenauswertung des Beweismaterials zu gewährleisten. Hintergrund:

Seit März 2014 führt die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle die gemeinsamen Ermittlungen mit dem Landeskriminalamt Sachsen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Dresden gegen eine bulgarisch-türkische Tätergruppierung aus Sachsen. Die Ermittlungen ergaben, dass zwei türkische Staatsangehörige, im Alter von 64 und 54 Jahren, in einem Café in Riesa gefälschte polnische und bulgarische Dokumente an Zwischenhändler verkauften. Die Fälscher stellten die Falsifikate in Bulgarien her und boten sie für einen Preis von 2.000 Euro zum Kauf an. Für gefälschte Einreisevisa verlangten sie 3.500 Euro. Die bandenmäßig handelnden Haupttäter stammen aus Deutschland, Bulgarien und den Niederlanden. Im großen Stil organisierten sie Schleusungen auf dem Landweg aus der Türkei nach Bulgarien sowie auf dem Luftweg aus der Türkei nach Deutschland.

Die Schleusungswilligen wurden mit gefälschten Dokumenten ausgestattet. Für die Schleusung zahlten sie zusätzlich 7.000 Euro bis 8.000 Euro. Die Beschuldigten gehören einem in Europa agierenden kriminellen Netzwerk an, das mit falschen Dokumenten, Falschgeld und Drogen handelt.

 Quelle: Bundespolizei