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Verbraucherzentrale Sachsen informiert über Sonderkündigungsrecht und gesonderte Regeln für Rentner

Seit Januar 2015 müssen die in der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherten in der Regel veränderte Krankenversicherungsbeiträge zahlen. Während bisher für alle ein Beitragssatz von 15,5 % zu entrichten war, wurde nunmehr der monatliche allgemeine Beitragssatz einheitlich für alle gesetzlich Versicherten auf 14,6 % verringert. Dieser ist hälftig z. B. durch die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu zahlen. Neu eingeführt wurde ein Zusatzbeitrag, der von den Kassen individuell festgelegt wurde und durch den Versicherten allein zu tragen ist. Er beträgt in der Regel zwischen 0,3 und 1,2 %.

Sonderkündigungsrecht

Verändert wurde die Regelung zum Sonderkündigungsrecht. „Erhebt eine Krankenkasse erstmals einen Zusatzbeitrag oder erhöht sie diesen, haben deren Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht“, informiert Schmidt. Jede Kasse muss ihre Versicherten individuell, spätestens im Vormonat vor erstmaliger Fälligkeit auf das Sonderkündigungsrecht aufmerksam machen. Die meisten Kassen haben dies im Dezember getan. Wer im Januar 2015 von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen will, kann dies bis 31.01.2015 tun. „Er kann dann zum 1. April 2015 die Kasse wechseln, wenn die neue Kasse ihm bis dahin eine Mitgliedsbescheinigung ausgestellt hat“, informiert Schmidt.

Außerdem muss die Kasse darauf hinweisen, dass auf der Internetseite des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen eine Übersicht aller Zusatzbeiträge eingestellt ist.

Besonderheiten für Rentner

Für die Rentnerinnen und Rentner aber auch für Bezieher von Versorgungsbezügen, deren Beiträge durch die Zahlstelle an die Krankenkasse gezahlt werden, gibt es folgende Besonderheit: Der Gesetzgeber hat festgelegt hat, dass die erstmalige Erhebung oder künftige Veränderung des Zusatzbeitrages sich um zwei Monate nach hinten verschiebt. Dies hänge mit einer Systemumstellung zusammen. Somit wurde eine Übergangsregelung geschaffen, indem für Januar und Februar 2015 der Zusatzbeitrag von 0,9 % Anwendung findet. Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob und in welcher Höhe eine Krankenversicherung den Zusatzbeitragssatz verändert. „Das ist bitter für diejenigen, deren Kasse den Zusatzbeitrag unter 0,9 % festgelegt hat“, meint Marion Schmidt, Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.

Einen Wechsel der Krankenkasse sollte man keinesfalls nur wegen des Zusatzbeitrages überstürzen, sondern auch andere Kriterien in Betracht ziehen, z. B. gute Erreichbarkeit, Service oder auch eine Beratung bei Fragen zu Krankheiten und zur Arztwahl. Obwohl ca. 95 % aller Leistungen der Krankenkassen gleich sind, gibt es doch feine Unterschiede. Über die Satzungen haben die Kassen die Möglichkeit, Extras wie z. B. bei der Bewilligung einer Haushaltshilfe, gute Versorgungsmodelle für chronisch Kranke oder auch anderen zusätzlichen Leistungen anzubieten.

 Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

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