BraustolzCup2015_2E43F0163_FotoThHornDer FC Erzgebirge Aue hat bei der zwölften Ausgabe des Chemnitzer Hallenfußballturniers den Braustolz-Cup 2015 gewonnen. In einem an Spannung und Dramatik nicht zu überbietenden Finale setzten sich die „Veilchen“ nach Verlängerung und Neunmeterschießen knapp gegen die Kickers Offenbach mit 4:2 durch.
Nachdem die beiden Erzrivalen und das Gros der insgesamt 3.100 Zuschauer stellenden Mannschaften des Chemnitzer FC und des FC Erzgebirge Aue in der Gruppenphase noch nicht aufeinandertrafen, kam es bereits im ersten Halbfinale zu diesem mit Spannung erwarteten Duell. Hierbei setzte sich der Zweitligist mit 2:0 gegen die Heimrecht genießenden „Himmelblauen“ durch.
Für das zweite Halbfinale hatten sich der Hallesche FC und die vom gebürtigen Chemnitzer trainierten Kickers aus Offenbach qualifiziert, wobei sich der Viertligist aus der Regionalliga Südwest mit 4:2 behauptete.

Im anschließenden Spiel um Platz fünf, welches die beiden Staffeldritten, der VFC Plauen und der FK Banik Most aus der zweiten tschechischen Liga, bestritten, behielten die Vogtländer mit 3:2 die Oberhand.
Im „kleinen“ Finale hatten es nun der Chemnitzer und der Hallesche FC noch einmal miteinander zu tun, doch anders als in der Vorrunde verließ diesmal der HFC den Platz als Sieger. Nach 15 Spielminuten sahen die von Sven Köhler, einem weiteren Chemnitzer Urgestein, gecoachten Hallenser schon wie die Drittplatzierten aus, doch nur wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff schlenzte der CFC-Kapitän Anton Fink das runde Leder zum 2:2-Unentschieden in die Maschen. Beim anschließenden ersten Neunmeterschießen des 2015er-Budenzaubers konnte zunächst Sebastian Glasner den nachnominierten Halleschen U19-Torhüter Tom Müller nicht überwinden. Da sowohl Sören Bertram wie auch Florian Brügmann und Akaki Gogia, dem zuvor aus dem Spiel heraus nach einem Lupfer mit der Hacke das schönsten Tor des gesamten Turniers gelungen war, seitens des HFC, aber auch Philip Türpitz und Anton Fink seitens der Chemnitzer ihre Neunmeter verwandelten, gab es am dritten Platz des Halleschen FC nichts mehr zu rütteln.
Mit dem vielleicht etwas besseren Bauchgefühl gingen danach die Kickers Offenbach in den großen Showdown, hatten sie doch in der Vorrunde die Auer mit 8:3 (nach sieben Spielminuten stand es bereits 5:0) förmlich vom Platz gefegt. Auch im Finale gingen die Hessen mit 1:0 durch Benjamin Pintol in Führung, doch Fabian Müller konnte noch in der ersten Halbzeit zum 1:1 ausgleichen. Dieses Ergebnis hatte auch während der zweiten zehn Minuten Bestand, so dass eine fünfminütige Verlängerung notwendig wurde. Zwar fielen hier zwei weitere Tore, allerdings durch den Offenbacher Mohammed Tahiri sowie den Auer Rico Benatelli auf beiden Seiten je eins, so dass auch hier der Neunmeterpunkt die Entscheidung bringen musste. Nachdem Martin Männel fast das komplette Turnier im Kasten der Auer stand, schickte Coach Tomislav Stipic nun die Nummer zwei Sascha Kirchstein zwischen die Pfosten. Ein wahrer Glücksgriff, denn sowohl Markus Müllers wie auch Alexandros Theodosiadis Granaten entschärfte der 34-Jährige, so dass bereits nach den Treffern von Patrick Schönfeld und Rico Benatelli der vierte Turniersieg des FC Erzgebirge Aue in Chemnitz perfekt war. „Wir sind erst heute früh um zehn in die Vorbereitung gestartet, da ist es schon ein tolles Gefühl, so etwas erreicht zu haben. Dieser Turniersieg tut einfach gut“, meinte der Trainer des siegreichen FCE anschließend. Und weiter: „Das war ein tolles Turnier hier, extrem gut organisiert, viele Leute und vor allem ein tolles Publikum. Wir haben viele schöne Spiele und viele Tore gesehen. Das hat echt Spaß gemacht.“
Als fairer Sportsmann zeigte sich einmal mehr Rico Schmidt. Er sagte anschließend: „Zunächst einmal Glückwunsch und ein großes Kompliment für die ganze Organisation, an Herrn Kynast, an die Messe und die ganzen Mitarbeiter. Glückwunsch aber auch an den FC Erzgebirge Aue, der verdient gewonnen hat. Sie haben im Halbfinale den CFC ausgeschaltet und haben auch phasenweise ihre individuelle Klasse gezeigt. Ich glaube ich spreche im Namen meiner Trainerkollegen, wenn ich sage, dass der Spaß im Vordergrund stand. Es hat sich keiner verletzt, das ist auch immer wichtig. Trotzdem sind wir die Sache hier sehr ehrgeizig angegangen und ich denke, dass wir auf unsere Leistung stolz sein können.“
Wie immer wurden am Ende, natürlich neben den strahlenden Turniersiegern, die besten Einzelakteure geehrt. So kürte das Wettkampfgericht den unlängst für die deutsche U18-Nationalmannschaft nominierten Tom Müller vom Halleschen FC als besten Torhüter und den Auer Patrick Schönfeld als besten Feldspieler. Der beste Torschütze wurde mit fünf erzielten Treffern der Offenbacher Maik Vetter.
Sehr zufrieden zeigte sich auch der Gastgeber Michael Kynast, der Geschäftsführer der C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH, indem er sagte: „Es war ein sehr schöner Jahresauftakt mit vielen interessanten Partien und vielen Toren. Unsere mehr als 3.000 Besucher haben spannenden Fußball erlebt – so muss Budenzauber sein. Schön war auch die Resonanz auf die am Vormittag ausgetragene inoffizielle Stadtmeisterschaft.“ Damit bezog sich Michael Kynast auf den diesmal in den Braustolz-Cup integrierten KVFC-Cup, den der TSV IFA Chemnitz gewann, nachdem man sich im Finale mit 5:0 gegen den BSC Rapid Chemnitz durchgesetzt hatte.

Statistik Chemnitz Cup 2015 (04.01.2015)
Vorrunde A
Chemnitzer FC – Hallescher FC 4 : 1 (2:0)
Torfolge 1. HZ: 1:0 Cincotta, 2:0 Türpitz
Torfolge 2. HZ: 3:0 Türpitz, 4:0 Danneberg, 4:1 Franke
Vorrunde B
FK Banik Most – FC Erzgebirge Aue 1 : 4 (1:3)
Torfolge 1. HZ: 0:1 Schönfeld, 1:1 Belousek, 1:2 Benatelli, 1:3 Schönfeld
Torfolge 2. HZ: 1:4 Sieber
Vorrunde A
Chemnitzer FC – VFC Plauen 8 : 3 (0:2)
Torfolge 1. HZ: 0:1 Kirstein, 0:2 Weigl
Torfolge 2. HZ: 1:2 Cincotta, 2:2 Röseler, 3:2 Fink, 4:2 Glasner, 5:2 Mauersberger, 6:2 Röseler, 7:2 Fink,
8:2 Fink, 8:3 Schindler
Vorrunde B
FK Banik Most – Kickers Offenbach 2 : 4 (1:2)
Torfolge 1. HZ: 1:0 Stefko, 1:1 Theodosiadis, 1:2 Tahiri
Torfolge 2. HZ: 1:3 Vetter, 1:4 Kara, 2:4 Surynek
Vorrunde A
Hallescher FC – VFC Plauen 3 : 1 (1:0)
Torfolge 1. HZ: 1:0 Pfeffer
Torfolge 2. HZ: 2:0 Bertram, 2:1 Freimann, 3:1 Bertram
Vorrunde B
FC Erzgebirge Aue – Kickers Offenbach 3 : 8 (1:5)
Torfolge 1. HZ: 0:1 Cappek, 0:2 Pintol, 0:3 Müller, 0:4 Kara, 0:5 Vetter, 1:5 Jungen
Torfolge 2. HZ: 1:6 Vetter, 2:6 Hauck, 3:6 Benatelli, 3:7 Vetter, 3:8 Müller
Halbfinale 1
Chemnitzer FC – FC Erzgebirge Aue 0 : 2 (0:1)
Torfolge 1. HZ: 0:1 Schönfeld
Torfolge 2. HZ: 0:2 Müller
Halbfinale 2
Hallescher FC – Kickers Offenbach 2 : 4 (1:3)
Torfolge 1. HZ: 1:0 Bertram, 1:1 Vetter, 1:2 Kara, 1:3 Tahiri
Torfolge 2. HZ: 1:4 Cappek, 2:4 Pfeffer

Statistik Chemnitz Cup 2004 – 2015
Datum Finalbegegnungen/Turniersieger Ergebnis
04.01.2004 1. FC Union Berlin – FC Energie Cottbus 8 : 6
02.01.2005 FC Erzgebirge Aue – FC Energie Cottbus 11 : 4
03.01.2006 FC Energie Cottbus – Chemnitzer FC 2 : 0
02.01.2007 FC Energie Cottbus – FC Rot-Weiß Erfurt 7 : 6
09.01.2008 Chemnitzer FC – FC Carl Zeiss Jena 6 : 4
03.01.2009 FC Erzgebirge Aue – Chemnitzer FC 9 : 8 n. V. u. Nms.
03.01.2010 FC Erzgebirge Aue – FC Carl Zeiss Jena 6 : 3
15.01.2011 Chemnitzer FC – SV Babelsberg 03 3 : 2
03.01.2012 Chemnitzer FC – 1. FC Lokomotive Leipzig 4 : 1
08.01.2013 Chemnitzer FC – Hallescher FC 12 : 11 n. V. u. Nms.
04.01.2014 Chemnitzer FC – FC Erzgebirge Aue 4 : 0
04.01.2015 FC Erzgebirge Aue – Kickers Offenbach 4 : 2 n. V. u. Nms.
Jahr Zuschauerzahl erzielte Tore
04.01.2004 (So.) 4.400 96
02.01.2005 (So.) 4.800 109
03.01.2006 (Di.) 3.000 73
02.01.2007 (Di.) 3.500 80
09.01.2008 (Mi.) 2.500 91
03.01.2009 (Sa.) 4.150 93
03.01.2010 (So.) 3.800 82
15.01.2011 (Sa.) 1.500 64
03.01.2012 (Di.) 2.400 81
08.01.2013 (Di.) 2.450 87
04.01.2014 (Sa.) 2.950 71
04.01.2015 (So.) 3.100 71
Gesamt 38.550 997
Ø 3.212,5 / Jahr 83,08 / Jahr
Ø 7,55 / Spiel

Quelle: Thorsten Horn

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