Asmara/München/Chemnitz/Zwickau.- Sie hat eine abenteuerliche Flucht hinter sich. Yordanos A. aus Asmara in Eritrea (Afrika) musste wegen der Bürgerrechtsverletzungen dort aus ihrer Heimat fliehen. Jetzt ist sie endlich in Sicherheit.


Die heute 23-jährige wurde zunächst für ein Jahr in die Armee gezwungen. Damals hat man ihr in Aussicht gestellt, dass sie danach studieren dürfe. Daraus wurde allerdings nichts. Sie musste weiter dienen, wurde während ihrer Dienstzeit sogar mehrfach misshandelt. Nach weiteren sechs Monaten Martyrium beim Militär gelang ihr endlich die Flucht nach Europa. Zunächst mit dem Bus bis nach Tunesien, dann mit einem Flüchtlingsboot über Lampedusa später nach München. Im Rahmen der Zuweisung von Flüchtlingen führte sie ihr Schicksal zunächst nach Chemnitz und später in das Asylbewerberheim Kopernikusstraße nach Zwickau. Doch selbst hier fand Yordanos keinen Frieden. Einer der Heimbewohner hatte es auf sie abgesehen. Er ging auf sie los, misshandelte und verletzte sie so stark, dass die junge Frau im Krankenhaus behandelt werden musste. Ein Mitbewohner, der ihr zu Hilfe kam, hat vermutlich schlimmeres verhindert.


Aufgrund dieser Ereignisse ist Yordanos A. sehr froh und dankbar, dass sie jetzt in eine der neu eingerichteten Wohneinheiten für Flüchtlinge in Neuplanitz einziehen konnte, auch wenn ihr Zimmer nach unseren deutschen Verhältnissen eher spartanisch eingerichtet ist. Ein Tisch mit drei Stühlen, ein kleiner Kühlschrank, eine Kochnische und zwei einfache Betten. Ihr neues Heim teilt sich Yordanos mit einer Landsmännin, die sie bei ihrem Aufenthalt in Chemnitz kennen gelernt hat.


Als die Mitglieder der Zwickauer Außenstelle des WEISSEN RINGS vom Schicksal der jungen Afrikanerin erfuhren, starteten sie sofort eine Hilfsaktion. Sie spendeten Dinge des täglichen Bedarfs und Kleidung sowie einen kleinen Fernseher, den die Mädchen gemeinsam nutzen können. Ursula Wolf übergab die Geschenke stellvertretend an Yordanos A. Damit machte sie den Neuankömmlingen, die nach wie vor von den Erlebnissen ihrer Flucht traumatisiert sind, eine große Vorweihnachtsfreude.


Yordanos A.möchte so schnell wie möglich Deutsch lernen. Der WEISSE RING unterstützt sie dabei, indem er die Kosten für einen Deutschkurs übernimmt, der bereits im Februar 2015 beginnt. Über ihren Asylantrag muss noch entschieden werden. Bei einer Anhörung in Chemnitz muss sie die Gründe für ihre Flucht darlegen. Das Verfahren kann bis zu acht Monaten oder länger dauern. Laut Aussage von „European Homecare“ gibt es keine Einflussmöglichkeit, um diesen Vorgang zu beschleunigen.


In Neuplanitz sind derzeit 48 Wohnungen für Flüchtlinge und Asylbewerber angemietet. Mit Stand von heute leben genau 151 Menschen aus Afghanistan, Indien, Eritrea, der Russischen Föderation und Syrien dort. Dabei handelt es sich um Ehepaare mit und ohne Kinder sowie Alleinerziehende, die zum Teil vorher in den Asylbewerberheimen des Kreises untergebracht waren, wo im Gegenzug nun Alleinstehende einziehen.

Quelle: Weißer Ring

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