bergmaennische krippe 2014 03

Annaberg-Buchholz (MF) Ein Meisterwerk erzgebirgischer Handwerkskunst lädt nicht nur zur Adventszeit in die Bergkirche nach Annaberg-Buchholz ein.

Seit dem Jahr 2000 entsteht unter den geschickten Händen renommierter erzgebirgischer Holzbildhauer die „Bergmännische Krippe“. Das Kunstprojekt wird in Regie der Stadt Annaberg-Buchholz, der Ev.-luth. Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz sowie regionaler Sponsoren in die Tat umgesetzt. Es besteht aus meisterhaft gestalteten, etwa 1,20 m großen Holzfiguren. Das biblische Weihnachtsgeschehen wird dabei in eine Bergbaulandschaft des 19.

Jahrhunderts verlegt. In beispielhafter Weise macht die Bergmännische Krippe die enge Verbindung von Bergbau-, Glaubens- und Stadtgeschichte deutlich. Die hervorragende handwerkliche Gestaltung der Figuren zeigt bespielhaft die Schnitzer- und Holzbildhauertraditionen, die es im Erzgebirge seit Jahrhunderten gibt. Nach der endgültigen Fertigstellung im kommenden Jahr werden Gäste und Einwohner die Gelegenheit haben, in der einzigen bergmännischen Sonderkirche Sachsens, der Bergkirche „St. Marien“ am Annaberger Markt  33 geschnitzte Großfiguren in Augenschein zu nehmen, die eine „Annaberger Weihnachtsgeschichte“ darstellen. Täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr hat die Bergkirche St. Marien am Annaberger Markt ihre Pforten geöffnet.

Zum „Bergmannsadvent“ am 7. Dezember 2014 wurden drei neue Figuren der Bergmännischen Krippe, Ratsherr, Schuster und Waldarbeiter um 16:00 Uhr in der voll besetzten Annenkirche vorgestellt und danach vorbei an ungezählten Besuchern feierlich in die Bergkirche „St. Marien“ am Annaberger Markt überführt. Ronny Tschierske aus Annaberg-Buchholz schuf Ratsherr und Schuster, Jesko Lange aus Zschorlau einen Waldarbeiter. Für die Bemalung sorgte in bewährter Weise Kunstmaler Günter Kreher aus Wiesa/Erzgebirge.

Sponsoren für die die Figuren waren Johannes Proescholdt aus Offenbach für den Ratsherren, Dr. Christa Steikovsky, Chemnitz für den Schuster sowie Dieter Schulze aus Annaberg-Buchholz für den Waldarbeiter.

Stadt-, Bergbau- und Weihnachtsgeschichte, Annaberger Krippenweg

Die vielfältigen Bezüge, die es in den Bergstädten des Erzgebirges zum christlichen Glauben gab und noch gibt, werden mit der Bergmännischen Krippe symbolhaft gezeigt. Zentrales Thema ist die Geburt des Jesuskindes in der Krippe. Diese Nachricht breitet sich wie ein Lauffeuer in der Stadt aus. Joseph stellt einen Bergzimmermann dar, Maria eine stillende Mutter.

Der Bildhauer macht damit einerseits das zutiefst menschliche Geschehen in der Krippe, andererseits die einzigartige Inkarnation des Gottessohnes deutlich.

Die drei Weisen sind drei Obersteiger aus den Bergrevieren Freiberg, Schneeberg und Annaberg. Eine Reverenz an die harte Arbeit der Bergleute gibt es mit zwei Berginvaliden.

Eine Bäckerfamilie, die mit Gaben zur Krippe geht und eine Gruppe, die aus Bauer, Fleischer und Schuster besteht, symbolisiert die Aufnahme der Weihnachtsbotschaft durch die Vertreter des Handwerkes und der Stände.

Durch zwei Nachtwächter erfahren Ratsherr und Marktfrau etwas vom Geschehen in der Krippe. Gelehrter und Pfarrer symbolisieren die Vertreter der Geisteswissenschaften und der Geistlichkeit. Auch erzgebirgstypische Berufe wie Klöpplerin und Waldmann fehlen nicht. Wirt, Hausierer, Schutzmann und Bettlerin reflektieren einen Teil des einstigen städtischen Lebens. Ein schönes Symbol sind zwei Kinder, die ihr liebstes Spielzeug zum Christuskind bringen. Allen Figuren ist gemeinsam, dass sie die frohe Botschaft von Weihnachten erfahren oder selbst weitergeben.

Die Holzbildhauer Dietmar Lang, Ronny Tschierske, (beide Annaberg-Buchholz), Jesko Lange (Zschorlau), Robby Schubert (Lößnitz) und Friedhelm Schelter (Königswalde), fast alle Mitglieder der bekannten erzgebirgischen Künstlergruppe ExponaRt, sowie Kunstmaler Günter Kreher aus Wiesa/Erzgebirge setzen das ehrgeizige Vorhaben künstlerisch in die Tat um.

Künftig sollen weitere Großfiguren an ausgewählten Orten der Stadt einen „Annaberger Krippenweg“ bilden. Die erste Figur, ein Arzt, wurde am 7.

Dezember ebenfalls in der Annenkirche präsentiert und künftig in der Tourist-Information Annaberg-Buchholz zu sehen sein. Er wurde von Friedhelm Schelter aus Königswalde geschaffen.

Bürger und Firmen, Institutionen und Vereine, die den Krippenweg unterstützen wollen, können sich an folgende Adresse wenden: Stadt Annaberg-Buchholz, Fachbereich Kultur, Soziales, Tourismus und Sport, Buchholzer Straße 2, 09456 Annaberg-Buchholz, Tel. 03733 425-281, E-Mail:

benita.schmiedel@annaberg-buchholz.de

Bergkirche St. Marien – einzige bergmännische Sonderkirche Sachsens

Die Bergkirche St. Marien am Annaberger Markt ist die einzige bergmännische Sonderkirche Sachsens. Ab 1502 wurde sie im Auftrag der örtlichen Knappschaft und der Bergleute des Annaberger Bergreviers erbaut. Der Landesherr, Herzog Georg der Bärtige, legte selbst den Grundstein für das Gotteshaus. Ab 1511 diente sie den Bergleuten zur Andacht, zu Gottesdiensten und zum Gebet. Bis 1539 bezahlte die Knappschaft vier Kaplane, bis 1863 insgesamt 29 Bergprediger. Danach ging die Bergkirche an die Ev.-luth. Kirchgemeinde St. Annen über.

In den Jahren 2004 und 2005 wurde das Gotteshaus in Regie von Kirche und Stadt von Grund auf saniert und unter Beachtung des Denkmalschutzes nach modernen Gesichtspunkten umgebaut. Dabei ist ein multifunktionelles Veranstaltungszentrum entstanden, das in vielfältiger Weise nutzbar ist.

Durch den Umbau hat die Bergmännische Krippe attraktives Domizil erhalten.

 Quelle: Stadt Annaberg

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