Freizeit- und Mobilitätszene der 1930er Jahre

Im 10. Jahr der Neueröffnung des August Horch Museums und im 110. Jahr „Horch in Zwickau“ übergibt die beliebte Ausstellung in der Audistraße neugestaltete Dauerausstellungs-Bereiche der Öffentlichkeit. Gefeiert werden die Jubiläen mit einer geschlossenen Veranstaltung am Freitagabend und dem symbolischen Eintrittspreis für alle Besucher am Sonntag, dem 23.11.2014 von 1 EUR p.P.

Im Hinblick auf die geplante Ausstellungserweiterung Ende 2015 war es unumgänglich, bereits in diesem Jahr einige Veränderungen in der Dauerausstellung vorzunehmen, die im Zuge der Jubiläen „10 Jahre Neueröffnung August Horch Museum“ und „110 Jahre Horch in Zwickau“ nun der Öffentlichkeit übergeben werden. Nach dem Ausstellungskonzept wird die Vorkriegsgeschichte im bestehenden Museum gezeigt, während die Nachkriegsgeschichte im Erweiterungsbau dargestellt werden soll, für welchen 2011 ein weiteres unter Denkmalschutz stehendes Gebäude angekauft wurde. Mit dem Kauf und der momentan durchgeführten Sanierung wird eine zusätzliche Ausstellungsfläche von rund 3500 qm geschaffen.

Vier bedeutende Themenkomplexe werden in der neugestalteten Dauerausstellung des Museums aufgegriffen und ab sofort interessierten Besuchern zugänglich gemacht:

Die ersten individuellen Motorisierungswellen der 1920er und 30er Jahre, erlebbar unter anderem an acht neuen vornehmlich DKW-und Wanderer-Automobilen auf der verlängerten Leipziger Straße sowie in einer Auto Union Vertragswerkstatt um 1935/36.

– Der gemeinsame Vertrieb und das Marketing der Auto Union – die Vier Ringe in der Werbe- und Verkaufsstrategie der Auto Union werden in den Räumlichkeiten der ehemaligen Sonderausstellung dargestellt als begehbare AU-Handelsfiliale.

Das nützliche Automobil – Mit der Entwicklung leistungsstärkerer Motoren ergaben sich neben der individuellen Personenbeförderung noch vielfältige andere Nutzungsmöglichkeiten für Automobile. Im Museum auf der „Straßen-Verlängerung“ nachhaltig inszeniert durch ein Wanderer W24 Taxi und einen DKW F 7-Kastenwagen.

Freizeit und Mobilität der 1930er Jahre – Der Ausbau des Straßennetzes und das zunehmende Urlaubsangebot jener Jahre führten auch zu einer wachsenden Mobilität in den Sommer- und auch Wintermonaten, wobei der Winterbetrieb noch mit Schwierigkeiten behaftet war. Der Vorbereitung der Kraftfahrzeuge auf die kalte Jahreszeit widmeten sich alle Auto-Union-Kundendienststellen mit einem speziellen Serviceprogramm und der Bereitstellung von entsprechendem Winterzubehör. Zur Winterausrüstung gehörten Frostschutzmittel, Fernthermometer, Kühlerschutzhauben, Schneeketten, Katalytöfen und aufsteckbare Heizscheiben. Liebevoll inszeniert wurde dieses Thema vor einer Winter-Kulisse. Die folgenden Wanderer- und DKW-Automobile sind in Reiseambiente gehüllt, in eine Picknick- und Autobahn-Situation, waren in den 30er Jahren doch Rasthäuser und Parkplätze an den über 3000 neuen Autobahn-Kilometern zunehmend mit „Autowanderern“ überfüllt.

 

10 Jahre August Hoch Museum

Seit der Neueröffnung im Jahre 2004 hat das Museum eine sehr gute Entwicklung genommen. Die Besucherzahlen haben sich entgegen der Prognose nicht nur verdoppelt, sondern verdreifacht! Im Durchschnitt besuchen jährlich rund 75.000 Besucher aus aller Welt die Ausstellung, und das nachhaltig seit der Neueröffnung. Dazu beigetragen haben u.a. zahlreiche Sonderausstellungen, Messeauftritte oder eigene attraktive Veranstaltungen wie die August Horch Klassik, das Internationale Trabantfahrer Treffen oder die Lange Nacht der Technik. Da 2004 kostengünstiger gebaut werden konnte als geplant, war es möglich, 2006 ein Grundstück zu erwerben, auf dem zwischenzeitlich ein großer Besucherparkplatz errichtet werden konnte, der sogar mit der ersten Zwickauer Stromtankstelle ausgestattet ist.

Ein Teil der im September 2004 eröffneten Ausstellung im historischen Gebäudeensemble des früheren Audiwerkes ist im 10. Jahr ihres Bestehens also schon umgestaltet. Nach und nach werden aus der Darstellung sächsischer Automobilbaukunst auf 3.000 m² Fläche 6.500 qm, die Geschichte und Geschichten wach werden lassen.

 

110 Jahre Horch in Zwickau – August Horch und die Anfänge des Zwickauer Automobilbaus

1899 gründete der gelernte Schmied und studierte Ingenieur August Horch (1868-1951) in Köln seine erste Automobilfirma. Der Umzug nach Reichenbach im Vogtland folgte einem Teilhaberwechsel und brachte 1902 den Automobilbau nach Sachsen. Ein zur notwendigen Vergrößerung des Betriebes geeignetes Areal und kapitalkräftige Geldgeber veranlassten Horch 1904 zur Übersiedlung nach Zwickau. Dem westsächsischen Zentrum erwuchs damit ein neuer Industriezweig, dem es seinen guten Ruf als Automobilstadt verdankt.

Die seit dem 10. Mai 1904 nunmehrige A. Horch & Cie. Motorenwagenwerke AG florierte, insbesondere nach Siegen bei Zuverlässigkeitsfahrten, wie z.B. der Herkomerfahrt.

Doch führten interne Spannungen 1909 zur Entlassung des findigen Konstrukteurs Horch und zur Gründung der Audi Automobilwerke GmbH.

Zusammenfassend kann man konstatieren, dass mit der Ansiedlung der A. Horch & Cie. Motorwagenwerke AG in Zwickau der Grundstein für einen Industriezweig gelegt wurde, der in nunmehr über einem Jahrhundert ununterbrochener, facettenreicher Entwicklung der Metropole Westsachsens den guten Ruf als Automobilstadt eintrug. Techniker und Ingenieure gaben hier vielen wegweisenden Konzepten, grundlegenden Erfindungen und ihrer Zeit weit vorauseilenden Ideen die Form, führten sie zur Reife und bestimmten dadurch die automobile Welt in bedeutender Weise mit.

Das August Horch Museum, das als eines von zwei kraftfahrzeugtechnischen Museen Deutschlands seinen Sitz an einer früheren Fertigungsstätte hat, bewahrt diese große Geschichte mit ihren reichen Traditionen und der gewachsenen automobilen Identität in jetzt noch eindrucksvollerer Art und Weise.

Die August Horch Museum Zwickau gGmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die von der Stadt Zwickau und der AUDI AG im Dezember 2000 gegründet wurde. Die Geschäftsanteile werden zur Hälfte von den beiden Gesellschaftern gehalten. Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb des August Horch Museums und die Dokumentation der Geschichte des Automobilbaus in Zwickau.

Quelle: August Horch Museum Zwickau gGmbH

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