Polizei02Einen wahrlich „dicken Fisch“ zogen Leipziger Ermittler nach akribischer Arbeit an Land. Er war ihnen wegen mehrfachen Kontoeröffnungsbetrug, gewerbsmäßigen Warenbetrug sowie Urkundenfälschung ins Visier geraten und muss nun einer Anklage in gegenwärtig 82 bekannten Fällen ins Auge blicken. Der 24-Jährige hatte über ein Internetportal verschiedene Elektroartikel zu äußerst günstigen Preisen angeboten. Die Käufer, die dachten, ein vermeintlich gutes Geschäft zu machen und die Ware kauften, bekamen die Elektroartikel nie zu Gesicht. Obwohl die Käufer den geforderten Kaufpreis überwiesen, wurden an sie die angebotenen Artikel in keinem Fall versandt.
Mittels falscher Identität und eigens für die illegalen Machenschaften eröffneten Konten, ging der 24-Jährige dieser Betrugsmasche eine ganze Weile nach. Für die Tathandlungen gab er als Wohnsitz verschiedene Adressen in Paderborn oder Leipzig an. Außerdem agierte er über eigens dafür erstellte E-Mail- Adressen und mehrere Rufnummern. Wie ging nun der 24-Jährige vor? Der Angeklagte einigte sich mit den interessierten Käufern, die Ware nach erfolgter Überweisung zu versenden. Hatte einer der Erwerber bedenken, so sendete er ihm als „vertrauensbildende Maßnahme“ eine Kopie seines vermeintlichen Personalausweises. Dabei gab er sich als „Alex L.“ mit französischer Staatsangehörigkeit aus.
Viele Käufer ließen sich davon täuschen und überwiesen den Geldbetrag noch vor Erhalt der Ware. Schließlich warteten sie vergebens. Zwischenzeitlich räumte der 24-Jährige an Bankautomaten die dafür eröffneten Konten leer. Diese Prozedur wiederholte er regelmäßig zu mitternächtlichen Stunde. Für die Handlungen im Verkaufsportal standen ihm alle Türen offen, da in diesen die Angabe einer E-Mail-Adresse völlig ausreichte. Die fünf verschiedenen Konten, an die die Geschädigten ihre Geldbeträge überwiesen, eröffnete der 24-Jährige mittels französischer Identitätskarte. Sowohl bei Personalausweis als auch Identitätskarte handelte es sich um Plagiate. Intensive Ermittlungen ermöglichten es schließlich, den 24-Jährigen durch Übereinstimmungen der Fingerabdruckspuren auf den Kontoeröffnungsunterlagen zu überführen. Zudem ließen auch einige wenige unmaskierte Überwachungsbilder Rückschlüsse auf den Verdächtigen als Täter zu. Aufgrund zahlreicher Beweise können dem 24-Jährigen nun mindestens folgende Taten nachgewiesen werden:
Kontoeröffnungsbetrug in fünf Fällen (alle Unterschriften stimmen untereinander überein), gewerbsmäßiger Warenbetrug (bei den begünstigten Konten handelt es sich zweifelsfrei um die vom Angeklagten eröffneten; auffällig hier war auch die stets gleiche Maskierung) und Urkundenfälschung. Im hiesigen Verfahren seien eine Totalfälschung einer französischen Identitätskarte, eine Fälschung eines deutschen Personalausweises sowie drei „Versionen“ gefälschter Meldebestätigungen der Stadt Leipzig verwendet worden. (NT/MB)

Quelle: PD Leipzig

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