Polizei

(Ki) Zwei betagte Chemnitzerinnen sind am Donnerstag von einem unbekannten Mann gemein hinter`s Licht geführt und insgesamt um mehrere tausend Euro gebracht worden.

Der erste Fall ereignete sich gegen 10.45 Uhr auf der Kanzlerstraße. Der Täter klingelte an der Wohnungstür seines späteren Opfers (85) und betrat nach dessen Aufforderung die Wohnung. Der augenscheinlich junge Mann gab sich als Kriminalbeamter aus. Als die 85-jährige Mieterin den Ausweis verlangte, hielt er ihr eine Art Chipkarte vor die Nase, die die Frau für einen gültigen Ausweis hielt. Der falsche Beamte machte der Seniorin weiß, man hätte ihr Geld und Schmuck gestohlen. Als die Rentnerin entgegnete, dass sie davon gar nichts weiß, wollte der Mann wissen, wo sie ihr Geld aufbewahre, um sich zu überzeugen, dass es auch wirklich noch da ist. Die 85-Jährige zeigte es ihm und er zählte die in einem Kuvert befindlichen Scheine nach, bevor er den Umschlag zurückgab. Unbemerkt von der betagten Frau hatte er das Geld eingesteckt. Das wurde der Frau erst klar, als der Mann die Wohnung verlassen hatte, sie selbst zur Besinnung kam und noch einmal das Kuvert zur Hand nahm.

Das Opfer beschreibt den falschen Kripo-Beamten als 25- bis 30-jährigen, sportlich schlanken Mann um die 1,75 Meter. Er habe dunkle, halblange, dicke, wellige Haare gehabt. Der Mann trug einen dunkelblauen Parka, der im oberen Bereich weiß abgesetzt war, eine dunkle Hose und dunkelblaue Turnschuhe mit weißen Streifen. Seine Aussprache sei gepflegt und ohne Akzent gewesen.

Gegen 14.15 Uhr tauchte in der Carl-Bobach-Straße ebenfalls ein falscher Polizist auf. Er klingelte bei einer 83-Jährigen und sagte über die Wechselsprechanlage, er sei von der Polizei, bei ihr sei eingebrochen worden und er müsse überprüfen, ob bei ihr etwas fehlt. Daraufhin ließ die Frau den Mann ins Haus und in die Wohnung. Nachdem sich der falsche Ermittler Gummihandschuhe angezogen hatte, wollte er wissen, wo die Frau ihr Geld habe. Die aufgeregte Seniorin führte den Mann in ein Zimmer und nahm aus einem Schrank eine Kassette mit Bargeld. Mit der Begründung, es nachzählen zu müssen, nahm er es heraus, bevor er es wieder in die Kassette legte. Dann fragte er nach Schmuck. Die Seniorin wendete sich ab, um nach dem Schmuck zu sehen. Mit den Worten „Da haben Sie ja Glück gehabt, dass nichts fehlt!“, brachte der Mann die Kassette eigenhändig zurück an ihren Aufbewahrungsort. Danach verabschiedete er sich. Das eben Erlebte ging der 83-Jährigen nicht aus dem Kopf und kurze Zeit später schaute sie nach der Geldkassette – die vielen Scheine, die sie zehn Minuten vorher noch gesehen hatte, waren weg. Die Seniorin vertraute sich dann ihrem Nachbarn an, der die Polizei verständigte. In diesem Fall wird der Täter als 30 bis 40 Jahre alt beschrieben und etwa 1,80 m groß. Sein Haar war dunkelbraun und kurzgeschnitten. Die Oberbekleidung war hell mit dunkel abgesetzten Ärmeln, die Hose dunkel. Der Mann habe Deutsch mit leichtem ausländischem Akzent gesprochen.

Ob es trotz der variierenden Täterbeschreibung einen Zusammenhang zwischen beiden Taten gibt, müssen die Ermittlungen zeigen. Diese werden wegen Diebstahls und Amtsanmaßung geführt.

Wer in den zurückliegenden Tagen auf die geschilderte oder ähnliche Art und Weise bestohlen wurde und dies nicht angezeigt hat, wird gebeten, sich mit der Kriminalpolizei in Chemnitz (0371 387-3445) in Verbindung zu setzen.

Die „richtige“ Polizei rät insbesondere Seniorinnen und Senioren:

Lassen Sie keine fremden Personen in Ihre Wohnung! Bedenken Sie: Wenn Sie eine Person nicht von Angesicht zu Angesicht kennen, ist diese für Sie fremd!

Auch wenn – wie in diesen beiden Fällen – sich die Person als Amtsperson ausgibt und einen Ausweis zeigt, verwehren Sie den Zutritt in Ihre Wohnung! Eine wahrhaftige Amtsperson wird dafür Verständnis und Geduld haben!

Schließen Sie die Tür und verständigen Sie einen Menschen, dem Sie vertrauen und holen Sie sich bei ihm Rat! Sie können auch jederzeit den Polizeinotruf „110“ wählen!

Mehr zum Thema „Trickdiebstahl in Wohnungen“ und Tipps, um nicht Opfer zu werden, finden Sie unter www.polizei-beratung.de

Quelle: PD Chemnitz

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