Philippinen ein Jahr nach den Taifun Haiyan

Sächsische Hilfsorganisation hat mehr als 25.000 Kinder und Jugendliche mit Wasser- und Sanitäranlagen versorgt / Wiederaufbau an Schulen geht weiter

Dresden/Tacloban, 6. Oktober 2014.

„Das Land hat gute Aussichten sich zu erholen: Die Infrastruktur ist größtenteils wieder hergestellt, das Alltagsleben funktioniert wieder, viele Aufbauvorhaben sind schon abgeschlossen oder laufen auf Hochtouren – nur im Wohnungsbau hinkt der Wiederaufbau noch hinterher.“ Georgios Ntais, Projektkoordinator von arche noVa – Initiative für Menschen in Not e.V. sieht die Philippinen ein Jahr nach dem horrenden Taifun Haiyan auf einem guten Weg. Dazu leistet auch die Hilfsorganisation mit Sitz in Dresden im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene einen eigenen Beitrag im Umfang von bisher mehr als 660.000 Euro.

Insgesamt wurden im Katastrophengebiet über 1.800 Schulen teilweise oder komplett zerstört. In enger Kooperation mit den zuständigen Behörden arbeiten Hilfsorganisationen am Wiederaufbau von mehr als 12.000 Klassenzimmern. Besonders dringlich stufte das philippinische Department of Health und die WHO den Wiederaufbaubedarf bei den Schultoiletten und Wasserversorgung ein, weil an den Schulen viele Personen auf engem Raum zusammen sind und deshalb ein hohes Ansteckungsrisiko herrscht.

Insgesamt wurden im Katastrophengebiet über 1800 Schulen teilweise oder komplett zerstört. In enger Kooperation mit den zuständigen Behörden arbeiten Hilfsorganisationen am Wiederaufbau von mehr als 12.000 Klassenzimmer. Besonders dringlich stufte das philippinische Department of Health und die WHO den Wiederaufbaubedarf bei den Schultoiletten ein, weil an den Schulen viele Personen auf engem Raum versorgt werden müssen und deshalb ein Gesundheitsrisiko bestand.

Die von arche noVa unterstützten Schulen liegen in der Stadt Tacloban und im ländlichen Raum auf den Inseln Samar und Leyte, wo ganze Landstriche vollständig zerstört wurden. Auch wenn die Spuren des Sturms immer noch sichtbar sind, haben die Bevölkerung und internationale Helfer schon viele Schäden beseitigt. „Die Menschen sind zu bewundern“, sagt arche noVa-Projektkoordinator Ntais. „Obwohl ihre Häuser zerstört, ihre Palmplantagen vernichtet und ihre Fischerboote untergegangen sind, haben sie nicht resigniert. Im Gegenteil: Sie sind eifrig bei der Arbeit und dabei voller Zuversicht.“

Jessica M. Pinpin ist eine von ihnen. Die junge Frau ist Lehrerin an der Grundschule in Tagpuro. Gemeinsam mit Eltern und anderen Freiwilligen packte sie kräftig mit an, als es darum ging, die eingestürzten Dächer der zwei Schulgebäude zu reparieren. „Dank arche noVa haben wir nun auch wieder schöne Toiletten. Jedes Klassenzimmer hat einen eigenen Sanitärbereich. Es gibt genug Waschbecken und vor allem einen neuen Klärschlammbehälter“, berichtet sie über das arche noVa-Projekt. Früher gab es neben dem einen Schulgebäude nur ein großes Loch. „Das war sehr gefährlich für die Kinder, weil sie da hineinfallen konnten. Jetzt brauchen wir uns darüber keine Gedanken mehr zu machen. Der abgeschlossenen Behälter für das Abwasser ist ein großer Fortschritt.“

Neben den Hilfsaktivitäten an Schulen engagierte sich arche noVa nach dem Taifun auch für die Wasserversorgung in ausgewählten Gemeinden. So zum Beispiel in Hernani im Süden Samars, wo das zerstörte Wassersystem wiederaufgebaut und dank fünf Ultrafiltrationsanlagen auch verbessert wurde. „Bisher floss ausschließlich Brauchwasser durch die Leitungen in die Kommune. Das Trinkwasser haben die Menschen abgefüllt an sogenannten Wasserkiosken kaufen müssen“, erläutert arche noVa-Projektkoordinator Ntais. Heute nutzen rund 12.000 Menschen die von arche noVa errichteten Anlagen täglich zur Trinkwasserversorgung. So auch Puripecasion D. Antopina, die regelmäßig die 200 Meter zur Wasserstation zurücklegt. „Sicher hat sich unser Leben seither verändert, aber langsam wird es besser“, sagt die zurückhaltende Frau mit den wachen Augen. Viele Nachbarn seien unmittelbar nach der Katastrophe weggegangen. Doch inzwischen kehren viele zurück und bauen wieder auf, was der Wirbelsturm ihnen genommen hat.

Am 8. November 2013 ist es genau ein Jahr her, dass der verheerende Taifun Haiyan mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 315 km/h über die Philippinen hinwegfegte und eine Schneise der Verwüstung hinterließ. arche noVa startete bereits wenige Tage später einen Nothilfe-Einsatz, der inzwischen in das Wiederaufbauprojekt mündete. Die Hilfsaktivitäten von arche noVa werden aus Spenden sowie Finanzmitteln des Auswärtigen Amtes und vom Bündnis Aktion Deutschland Hilft finanziert.

Foto:Die Grundschüler in Tagpuro freuen sich über das neue Handwaschbecken, das arche noVa nach dem Taifun Haiyan an ihrer Schule gebaut hat – genauso wie neue Sanitäranlagen

Quelle Arche NoVa

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