Polizei31

(He) Ein 62-jähriger Erzgebirger hat sich am 30. Oktober 2014 auf ein Gewinnversprechen eingelassen. Ein Anrufer, angeblich von der Zentralen Volksbank Düsseldorf, hatte ihm mitgeteilt, dass er 48.000 Euro gewonnen habe. Weil er tatsächlich Lose bei seiner hiesigen Volksbank hat, schöpfte der Mann keinen Verdacht. Stutzig hätte er jedoch werden müssen, als er für Notargebühren 3% der Gewinnsumme zahlen sollte und man ihm sagte, dass die Ausschüttung in der Türkei wäre. So überwies er per Western Union knapp 900 Euro. Am gleichen Tag erhielt er einen erneuten Anruf des Gewinnversprechers. Der Anrufer meinte, der Gewinn wäre höher

(84.000 Euro) und deshalb würden nochmals etwas über 1 800 Euro fällig. Auch diese Summe überwies der 62-Jährige. Auch für erneute Notarkosten zahlte der Mann rund 1 800 Euro, genauso für die Umschreibung der Gewinnurkunde (rund 2 100 Euro). Zu den Zahlungen wurde er durch ständige Anrufe und Rückrufe regelrecht getrieben, auch wenn sie den Anschein hatten, man wolle ihm nur zu seinem Glück verhelfen. Am

  1. November 2014 überwies er nochmals rund 1 000 Euro. Am Montag, dem
  2. November 2014 sollte der Geldtransporter mit Geld und Gewinnurkunde kommen, am Tag darauf könne der Gewinner sein Geld von der Bank holen. Aber auch am Dienstag verlangte man noch einmal Geld. Knapp 3 000 Euro sollten es jetzt sein. Auch diese Summe überwies der Mann. Weil dieser Betrag angeblich nicht angekommen wäre, ging der Mann nochmals zu seiner Bank. Dort wurde ihm dann gesagt, dass er vermutlich einem Betrüger aufgesessen ist. Den zuletzt gezahlten Betrag von knapp

3 000 Euro konnte man zurückbuchen. Das andere Geld ist futsch.

Am 31. Oktober 2014 erhielt ein 75-jähriger Senior aus Burkhardtsdorf den Anruf einer angeblichen Mitarbeiterin des Bundesfinanzamtes. Sie versprach einen Gewinn von 36.860 Euro. Zur Einlösung des Gewinns sollten 2 200 Euro nach Ankara überwiesen werden. Glücklicherweise ging der Senior nicht auf das Versprechen ein. Möglicherweise wäre er genauso oft zur Bank oder Sparkasse geschickt worden und sein Erspartes los geworden.

Die geschilderten Fälle sind Anlass, erneut vor diesen Betrügern zu warnen. Geschickt wickeln die ihre potenziellen Opfer sprichwörtlich um den Finger, um erst einmal die Erfolgsaussichten zu prüfen. Spüren die Täter, dass „etwas geht“ so sind sie skrupellos und bauen einen solchen Druck auf, dass ihre Opfer nicht mehr zum Zweifeln oder Hinterfragen kommen.

Vor allem von Call-Centern in der Türkei aus agieren kriminelle Banden, die sich auf diese Delikte spezialisiert haben. Die Anrufer sind äußerst einfallsreich und geben sich als Anwälte, Notare aber auch als Polizisten oder Staatsanwälte aus. Ideenreich lassen sie nicht locker und setzen ihre Opfer auch unter Druck. Meist manipulieren die Täter ihre im Display zu sehende Rufnummer. Sie suggerieren aus Deutschland anzurufen, der Anruf kommt jedoch tatsächlich aus der Türkei.

Deshalb der Rat der Polizei:

Schenken Sie telefonischen Gewinnversprechen keinen Glauben!

Lassen Sie sich am Telefon auch nicht von angeblichen Amtspersonen unter Druck setzen!

Bei echten Gewinnen muss nie Geld im Voraus überwiesen werden!

Sobald Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt, rufen Sie die Polizei unter dem

Notruf 110!

Weitere Informationen finden Sie unter www.Polizei-Beratung.de.

 Quelle: PD Chemnitz

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