verbraucherzent_sachsen

Verbraucherzentrale Sachsen hilft bei der Berechnung der Ansprüche, bei ihrer Geltendmachung und informiert über Hemmung der Verjährung

Im Zusammenhang mit den BGH-Urteilen Az.: XI ZR 348/13 und XI ZR17/14 vom 28. Oktober 2014 ist jetzt für betroffene Verbraucher höchste Eile geboten. „Wer in den nächsten Tagen nicht handelt oder sich in den folgenden Wochen von der Bank oder Sparkasse hinhalten lässt, steht spätestens am 1. Januar 2015 mit leeren Händen da“, warnt Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.

Für viele Betroffene ist es jedoch nicht einfach, ihre Ansprüche gegenüber dem Kreditinstitut zu formulieren und geltend zu machen. Zunächst müssen die alten Unterlagen hervorgeholt werden. Auch bereits vollständig getilgte Darlehen sind relevant. Sollte der Darlehensnehmer schon verstorben sein, kann noch der Erbe Rückzahlungsansprüche geltend machen. Beim ersten Blick in den Darlehensvertrag ist folgendes wichtig zu wissen: Relevant sind nun noch Kreditverträge, die seit Anfang November 2004 abgeschlossen wurden. Dabei ist es egal, was mit dem Geld der Bank finanziert wurde: Auto, Möbel, Elektronik oder Immobilie.

Aus den Vertragsangaben werden die Bearbeitungsentgelte herausgesucht. Doch nicht nur diese allein sind den Verbrauchern zurückzuzahlen. „Zum einen steht ihnen auch ein Anspruch auf Rückzahlung der Zinsen zu, die sie auf dieses Entgelt gezahlt haben und zum anderen auch eine Entschädigung dafür, dass die Bank ihr Geld über Jahre genutzt hat“, erläutert Heyer die Rechtslage. Beispielsweise kann so aus einem Bearbeitungsentgelt von 300 €, welches Anfang 2005 gezahlt wurde, je nach Vertragszins und Vertragslaufzeit jetzt ein Erstattungsbetrag von über 700 € entstanden sein. „Verbraucher sollten sich diesbezüglich von dem Kreditgeber nicht mit zu wenig abspeisen lassen“, rät Heyer.

Da Verbraucher ihren Anspruch gegenüber der Bank beziffern müssen, stehen sie zunächst vor der Aufgabe, diesen zu berechnen. Dafür gibt es im Internet geeignete Rechner, wie zum Beispiel auf der Seite www.zinsen-berechnen.de und der Seite www.basiszinssatz.info

Mit ersterem ermittelt man mit Hilfe des Vertragszinses (Sollzins) die auf das Bearbeitungsentgelt gezahlten Kreditzinsen und mit dem zweiten die Nutzungsentschädigung auf das Bearbeitungsentgelt.

„Wer damit nicht zurechtkommt, kann sich Hilfe bei der Verbraucherzentrale Sachsen holen“, ermutigt Heyer, die Flinte nicht vorschnell ins Korn zu werfen. Auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Sachsen wird es ab 03.11.2014 ein Video geben, welches eine einfache Berechnung des Anspruchs erklärt. Dort gibt es auch einen Musterbrief, der dann individualisiert an die Bank gesendet werden kann. Darüber hinaus können die telefonische und persönliche Beratung zu diesem Thema genutzt werden. Außerdem werden in den Beratungseinrichtungen in den nächsten Tagen mehrere Informationsveranstaltungen angeboten.

 Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

Share This

Teile diesen Beitrag

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!