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Verbraucherzentrale Sachsen appelliert an Bundesjustizministerkonferenz

„Nach Orkanböen drohen jetzt enorme Niederschlagsmengen mit Hochwasser und Lawinengefahr“ – lautete eine Wettermeldung in den letzten Tagen. „Hoffentlich haben diese Schlagzeile die verschiedenen Experten, die sich in dieser Woche einmal mehr mit dem Thema Schäden durch außerordentliche Wetterereignisse beschäftigen, noch vor Augen“, sagt Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.

Am 04./05. November treffen sich in Leipzig Fachleute des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge e.V. (DKKV), des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD). „Dabei werden sie auch auf die Überschwemmungsvorsorge zu sprechen kommen und die Lehren aus der kurzen Folge von Jahrhundertfluten behandeln “, erwartet Heyer. Im Sommer hat der auch bei der Konferenz vertretene Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) seine Verweigerungshaltung bezüglich einer gesetzlich verankerten Versicherungspflicht aufgegeben und konstruktiv an Möglichkeiten einer Umsetzung mitgewirkt. Das ist im Hinblick auf die Herbsttagung der Justizministerinnen und Justizminister der Länder wichtig, die am
6. November in Berlin stattfindet. Auf dieser soll über die Ergebnisse der diesbezüglich eingerichteten Bund-Länder-Arbeitsgruppe, an der auch der Verbraucherzentrale Bundesverband mitgewirkt hat, befunden werden. Die Verbraucherzentrale Sachsen appelliert an die Verantwortlichen, in Bezug auf Wohngebäude endlich den Weg für eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden frei zu machen. Die vergangenen 17 Jahre haben belegt, dass ein flächendeckender Versicherungsschutz gegen Elementarschäden nicht auf freiwilliger Basis realisierbar ist. Die letzte Untersuchung der Verbraucherzentrale Sachsen vom Oktober 2013 zum Vertragsabschlussverhalten der Versicherer in Bezug auf Elementarschadenversicherungen hat dies nochmals eindrucksvoll gezeigt und wird durch Untersuchungen des UFZ zum Versichertenverhalten in Sachsen und Bayern nachdrücklich bestätigt.

Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt in diesem Zusammenhang auch vor der Situation, dass mögliche Betroffene wegen ihrer wiederholten Erfahrungen fest davon ausgehen, dass der Staat ihnen aus finanziellen Notlagen hilft. Dieses blinde Vertrauen in staatliche Hilfe ist für die Schadensopfer wie auch für den Staat gefährlich und ungerecht gegenüber den Verbraucherinnen und Verbrauchern, die eine Versicherung freiwillig abschließen. „Deshalb ist die Einführung einer Versicherungspflicht im Interesse aller“, betont Heyer.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

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