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Durch die Umsetzung der EU-Verbraucherrechterichtlinie in nationales Recht hat sich seit dem 13. Juni 2014 einiges geändert – doch nicht alles. „Ganz wichtig ist, dass bei Verträgen über Finanzdienstleistungen das Widerrufsrecht bei fehlerhafter Belehrung weiterhin nicht erlischt“, informiert Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. „Nicht ordnungsgemäße Widerrufsbelehrungen spielen in unserer Beratung derzeit besonders bei Verbraucherdarlehen eine große Rolle.“

Durch das neue Recht ist der Begriff der Finanzdienstleistungen definiert. Dabei handelt es sich demnach um Bankdienstleistungen sowie um Dienstleistungen im Zusammenhang mit einer Kreditgewährung, Versicherung, Altersversorgung von Einzelpersonen, Geldanlage oder Zahlung. Bezogen auf Kredite sind damit sowohl Konsumentenkredite, etwa für den Autokauf, wie auch Immobiliendarlehen gemeint, die von Verbraucherinnen und Verbrauchern abgeschlossen werden. „Bei den Widerrufsbelehrungen im Zusammenhang mit Baufinanzierungen haben Banken, Sparkassen und Versicherer in den letzten Jahren viele Fehler gemacht“, weiß Heyer aus der Praxis. „In solchen Fällen können Altverträge nach wie vor widerrufen werden – daran hat der 13. Juni 2014 nichts geändert.“ Verbraucherinnen und Verbraucher sollten jedoch keineswegs vorschnell einen Widerruf, der jetzt sogar mündlich möglich ist, aussprechen. Da Laien nicht erkennen können, ob eine Widerrufsbelehrung Fehler aufweist oder nicht, sollte zunächst ein spezialisierter Jurist einen Blick auf den Text werfen und mit dem Verbraucher unbedingt die Folgen eines Widerrufs erörtern. Zum Festpreis von 70 Euro pro Darlehensvertrag bietet auch die Verbraucherzentrale Sachsen diese Dienstleistung an.

Nunmehr werden die Kreditinstitute wohl durchgängig die vom Gesetzgeber bereitgestellte, aktuelle Musterwiderrufsbelehrung für Verbraucherdarlehensverträge verwenden, auch wenn dies nicht Pflicht ist. Damit können sie jedoch sicher gehen, die rechtlichen Anforderungen an die Belehrung zu erfüllen – vorausgesetzt das Muster wird für den individuellen Fall ordnungsgemäß ausgefüllt.

 Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

 

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