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Ob Chipstüten, Umkartons von Müslis oder Dosen für Instantbrühen – Lebensmittelverpackungen gaukeln nicht selten mehr Inhalt vor, als sie tatsächlich enthalten. „Verbraucher/- innen ärgern sich immer wieder über solche Verpackungen, wie die Beschwerden bei uns und auf dem Verbraucherzentralen-Onlineportal www.lebensmittelklarheit.de zeigen“, resümiert Dr. Birgit Brendel, Verbraucherzentrale Sachsen.

Oft werden zum Beispiel prall mit Luft gefüllte Verpackungen, etwa bei Chips oder Keksen kritisiert, die verhindern, dass der Inhalt zu ertasten ist und auffällt, dass die Tüte nur zum Teil gefüllt ist. Auch bei teildurchsichtigen Umverpackungen wie bei Räucherlachs, Salami, Früchtemüslis oder Bonbons kann eine verbraucherunfreundliche Platzierung des Sichtfensters verhindern, dass man den tatsächlichen Füllungsstand erkennen kann.

Das Eichgesetz schreibt vor: „Fertigpackungen müssen so gestaltet und befüllt sein, dass sie keine größere Füllmenge vortäuschen, als in ihnen enthalten ist.“ Die gesetzlichen Vorgaben liefern allerdings keine konkreten Regelungen im Einzelnen, sondern es wird immer am Einzelfall beurteilt, ob eine Verbrauchertäuschung vorliegt. Zuständig für Beschwerden bei täuschenden Verpackungen sind die Eichämter (Ansprechpartner unter www.eichamt.sachsen.de).

Zur Umsetzung dieser Verbotsregelung gibt es jedoch interne Verwaltungsrichtlinien, die hohe Toleranzen erlauben. In der Praxis gehen die Behörden in der Regel von einer Täuschung der Verbraucher aus, wenn der Freiraum in einer nicht durchsichtigen Verpackung mehr als 30 Prozent beträgt. Dies gilt aber nur dann, wenn Käufer nicht mit einer übergroßen Verpackung rechnen müssen. Pralinenpackungen werden beispielsweise als Luxusartikel angesehen, und es werden größere Hohlräume toleriert. Auch technologische Gründe können zur Duldung solch großer Lufträume führen.

„Wir halten die derzeitigen Verwaltungsrichtlinien für veraltet und zum Teil für zu sehr unternehmerfreundlich“, so Brendel. „Sie müssen durch konkrete Regelungen an die aktuellen Verbrauchererwartungen angepasst werden.“

Die Verbraucherzentrale Sachsen gibt am Ernährungstelefon Auskunft zu Lebensmitteln und Ernährung. Unter der Nummer 0180-5-791352 (Festnetzpreis 0,14 €/Min.; Mobilfunkpreis maximal 0,42 €/Min.) werden jeweils montags und donnerstags von 10 bis 16 Uhr Fragen zu Lebensmitteln und zur Ernährung beantwortet

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen

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