Polizei30Ort: Leipzig (OT Neustadt-Neuschönefeld), Einertstraße
Zeit: 22.06.2014, 21:45 Uhr

Am späten Sonntagabend meldeten mehrere Anwohner über den Polizeinotruf eine lautstarke und gewalttätige Auseinandersetzung unter augenscheinlich südländischen Personen. Ungefähr 20 Personen, bewaffnet mit Latten, Steinen und Messern, versuchten soeben, in ein Mehrfamilienhaus einzudringen. In diesem Zusammenhang vernahmen die Zeugen zudem Schüsse. Wie sich herausstellte, hatten es die Angreifer auf Angehörige einer aus dem Irak stammenden Familie abgesehen. Jene verwehrten den Zutritt zu ihrem Wohnhaus durch Zuhalten der Eingangstür. Daraufhin zerschlugen die Täter die Türfenster und waren so in der Lage, die Geschädigten mittels ihrer Latten und Messer zu verletzen. Wenige Minuten nach dem ersten Notruf trafen Polizeibeamte vor Ort ein und fanden – verständlicherweise – einen höchst aufgeregten Personenkreis vor. Zwar waren die Angreifer kurz zuvor geflüchtet, doch hatten sich unterdessen bis zu 100 Menschen vor dem Wohnhaus eingefunden. Durch ihr Verhalten behinderten sie die Arbeit von Polizei und Rettungswesen. So konnte der Tatort letztlich nur unter Anwendung einfacher körperlicher Gewalt (Abdrängen) abgesperrt werden. Hierdurch wurde auch der anfängliche Fluchtweg der Täter sichtbar, welchen weggeworfene Latten und Messer markierten. Diverse Blutspuren deuteten zudem darauf hin, dass auch Angreifer verletzt worden waren. Die umfängliche Spurenlage und die nächtliche Dunkelheit machten es notwendig, die Absperrmaßnahmen und die Tatortdokumentation seitens der Kriminaltechniker bis in den Vormittag fortzuführen. Parallel erfolgten weitere Ermittlungsschritte – maßgeblich erste Zeugenvernehmungen sowie die Identitätsfeststellung möglichst aller Involvierten. Letzteres geschah auch in den Notaufnahmen Leipziger Krankenhäuser, wo innerhalb der nächsten Stunden verschiedene Beteiligte um Behandlung baten. Wahrscheinlich steht die Tat im Zusammenhang mit einem Ereignis vom Vortag. Am Samstag, gegen 14:00 Uhr, lief der Sohn (15) der angegriffenen Familie nach einem Imbissbesuch entlang der Eisenbahnstraße. Plötzlich griffen ihn zwei Unbekannte an, aus deren Äußerungen er entnehmen konnte, dass sie es auf sein Mobiltelefon abgesehen hatten. Weil sich der als Ringer aktive Jugendliche wirkungsvoll zur Wehr setzte, griff unvermittelt ein dritter Täter in das Geschehen ein. Hierbei kam auch ein Messer zum Einsatz, wobei der 15-Jährige zwei Stichbewegungen abwehrte und dem Ausführenden das Messer sogar entwinden konnte. Letztlich hatte er gegen die drei Männer aber keine Chance und wurde zusammengeschlagen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt steht im Raum, dass der 15-Jährige zuvor beleidigende Äußerungen tätigte und die Täter hierdurch womöglich provozierte. Im Nachgang der Anzeigenerstattung recherchierten er und seine Geschwister in sozialen Netzwerken und konnten einen 26- Jährigen identifizieren. Dieser Umstand wurde dem Täter – ein Deutscher syrischer Abstammung – offenkundig selbst bekannt, denn für Sonntagabend wurde ein „klärendes Gespräch“ in einem Bistro vereinbart. Da die Familie des Geschädigten jedoch nicht von der Anzeige Abstand nehmen wollte, versuchten der 26-Jährige und seine Kumpane, ihr Vorhaben mittels Gewalt zu erreichen. Diese nahm bereits am Bistro ihren Anfang und endete vor dem Wohnhaus der Familie.
Im Zuge der Auseinandersetzung trugen – nach gegenwärtigem Stand – acht Beteiligte Schnitt- und/oder Stichverletzungen davon. Drei Personen (m 24, m 50 und w 22) mussten später stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden. Das Verletzungsbild der 22-Jährigen war lebensbedrohlich. Sie schwebt mittlerweile aber  nicht mehr in Lebensgefahr. Die Kriminalpolizei hat nunmehr Ermittlungen wegen versuchtem Totschlag in drei Fällen aufgenommen. Zu diesen versuchten Tötungsdelikten wurde je ein Tatverdächtiger (m 24, m 26 und m 31) vorläufig festgenommen – darunter auch der Mann, welcher bereits in die Tat vom Samstag verwickelt war. Ferner laufen die Ermittlungen auch wegen schwerem Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung. Zu diesen Delikten erfolgte wiederum die vorläufige Festnahme eines 29-Jährigen. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, wenden sich bitte an die Kriminalpolizeiinspektion Leipzig, Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, Tel. 0341 9664 6666. (Loe)

Wegen gefährlicher Körperverletzung …

Ort: Leipzig-Connwitz, Wolfgang-Heinze-Straße/Hermannstraße
Zeit: 21.06.2014, zwischen 21:10 Uhr und 21:30 Uhr

… haben Kripobeamte die Ermittlungen aufgenommen. Ein Leipziger (32) rief die Polizei und teilte den Beamten einen Überfall durch mehrere maskierte Personen mit. Drei Frauen (25, 38, 50) und drei Männer (29, 32, 41) kamen aus einer Gaststätte, als sie von Unbekannten attackiert wurden. Diese bewarfen das Sextett zunächst mit Eiern und beschimpften sie als Rechtsradikale. Es kam zudem zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Den Geschädigten gelang es, in ein nahe gelegenes, noch geöffnetes Geschäft zu flüchten. Wenig später verließen sie es wieder. Jetzt kamen weitere unbekannte Personen hinzu und setzten Steine als Wurfgeschosse gegen die Sechs ein. Vier der Geschädigten wurden am Kopf und am Rücken getroffen und verletzt. Sie mussten ärztlich versorgt werden. Außerdem wurde ein Pkw – ein Mercedes, abgestellte auf der Wolfgang-Heinze-/Brandstraße – der Opfer beschädigt. Als Polizeibeamte wenig später eintrafen, waren die Eier- und Steinewerfer bereits verschwunden. Hintergrund der Attacken war wohl der Mercedes des 29-Jährigen, auf dessen Heckscheibe der Name einer Musikgruppe stand und in dessen Auto eine Jacke mit der Aufschrift eines Modelabels, welches bevorzugt von Personen der rechten Szene getragen wird, lag. (Hö)

Quelle: PD Leipzig

 

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