Polizei30Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Kupfer „GEG Kupfer“ nimmt sieben Tatverdächtige fest und stellt mehrere Tonnen Buntmetall sicher

Fall 1:

Im Rahmen polizeilicher Kontrollmaßnahmen der Polizeidirektion Leipzig wurde in den frühen Morgenstunden des 23. Mai 2014, auf der Bundesautobahn 14 in Höhe der Anschlussstelle Schkeuditz, ein Kleintransporter einer Kontrolle unterzogen. Das Fahrzeug war mit zwei rumänischen Staatsangehörigen (26 und 27 Jahre) besetzt, wobei der Beifahrer gleichzeitig der Halter des Transporters war.
Im Laderaum des Fahrzeuges wurden etwa 3,5 Tonnen isoliertes Spezialkupferkabel verschiedener Durchmesser im Wert von 8.000,- Euro aufgefunden, welches offensichtlich aus einer Diebstahlshandlung stammte. Durch den zuständigen Bereitschaftsstaatsanwalt wurde die vorläufige Festnahme der beiden Personen angeordnet.
Das Verfahren wurde sofort nach Bekanntwerden durch das Landeskriminalamt Sachsen, Regionalstelle Leipzig, GEG Kupfer, übernommen. Die Ermittlungen ergaben, dass die Tatverdächtigen mutmaßlich zu einer bandenmäßig organisierten Gruppierung rummänischer Staatsangehöriger gehören, die für weitere gleichartige Tathandlungen im Bereich Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verantwortlich sein soll. Beide Tatverdächtigen sind in Sachsen-Anhalt wohnhaft.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Leipzig erließ das Amtsgericht Leipzig gegen beide Beschuldigten Haftbefehle wegen des dringenden Tatverdachts des schweren Bandendiestahls und ordnete die Einlieferung in die JVA Leipzig an.
Das Verfahren verbleibt zur weiteren Bearbeitung bei der GEG Kupfer. Hier erfolgt die weitere Vergleichsarbeit und Spurenauswertung.

Fall 2

a.
Durch die GEG Kupfer werden seit Anfang 2014 Ermittlungen gegen einen weiteren rumänischen Staatsangehörigen (46) geführt, welcher in Halle/Sachsen-Anhalt wohnhaft ist.
Im Verlauf der Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht, dass der Rumäne als Kopf einer Bande von rumänischen Landsleuten Einbruchdiebstähle in Firmen organisiert, um Schrott und Buntmetalle im Tonnenbereich zu entwenden und diese dann an Schrotthändler zu verkaufen. Insgesamt konnten der Bande bisher mindestens acht Diebstahlshandlungen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt zugeordnet werden. Alle Bandenmitglieder sollen im Stadtgebiet von Halle wohnen.
Am 23. Mai 2014 gelang die vorläufige Festnahme des mutmaßlichen Bandenchefs (46 Jahre) und von drei weiteren mutmaßlichen Bandenmitgliedern (27, 27 und 26 Jahre), als sie versuchten ca. 3,5 Tonnen Zinkbarren im Wert von etwa 7.000,- Euro zu verkaufen. Ein bisher unbekannter fünfter Tatverdächtiger konnte fliehen. Die Zinkbarren waren in der vorhergehenden Nacht aus einer Lagerhalle entwendet worden. .
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Leipzig erließ der zuständige Haftrichter gegen drei der Beschuldigten einen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des schweren Bandendiebstahls, wobei der Haftbefehl gegen einen Beschuldigten gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde. Gegen den vierten Beschuldigten wurde durch den Ermittlungsrichter der Erlass eines Haftbefehls abgelehnt.

b.
Im Zusammenhang mit den polizeilichen Ermittlungen gegen die Bande konnte am 12. Juni 2014 ein weiteres mit Haftbefehl gesuchtes Bandenmitglied (20 Jahre) festgenommen werden. Auch hier liegt der dringende Tatverdacht des schweren Bandendiebstahls vor.

Die Ermittlungen in beiden Fällen dauern an.
Im Falle der Verurteilung wegen schweren Bandendiebstahls sieht das Strafgesetzbuch für jede einzelne Tat die Verhängung einer Freiheitsstrafe von mindestens einem und bis zu zehn Jahren vor.

Dr. Michaelis, Präsident des LKA Sachsen, dazu:
„Die Zusammenarbeit zwischen Polizeidirektionen und Landeskriminalamt in Gemeinsamen Ermittlungsgruppen (GEG) hat sich bewährt. Das zeigen auch die Erfolge der GEG „Kupfer“. Die schnelle Übernahme von Verfahren und die unmittelbare Verwertung von Erkenntnissen aus Kontrollen und anderweitigen polizeilichen Feststellungen der Direktionen, ermöglicht den Zugriff auf Strukturen und Banden – damit letztlich die nachhaltige Bekämpfung von Schwerpunktstraftaten, wie z.B. dem Buntmetalldiebstahl.“

Herr Merbitz, Präsident der PD Leipzig

„Der Begriff Buntmetalldiebstahl klingt fast zu harmlos, um darunter auch Bandenkriminaltät zu verstehen. Dennoch ist es so. Um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen, kann dem Phänomen – zumal die Täter überregional agieren – nicht allein auf Ebene einer Polizeidirektion begegnet werden. Folglich war die Gründung der GEG “Kupfer” eine logische Konsequenz. Nur durch die enge Kooperation mit dem LKA Sachsen konnten die vorliegenden Ermittlungserfolge erzielt werden. Obwohl mich die Resultate erfreuen, sind sie kein Grund, die Hände nunmehr in den Schoß zu legen. Das Deliktsfeld bleibt ein Schwerpunkt – für die Polizeidirektion Leipzig und für Sachsen.“

Quelle: PD Leipzig

 

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