Polizei31

Im Zusammenhang mit dem Versammlungsgeschehen im Dresdner Norden führte die Polizei heute einen Einsatz durch.

Leitender Polizeidirektor Horst Kretzschmar, Polizeiführer, zog heute Abend ein erstes positives Fazit: „Wir haben unsere wichtigsten Ziele erreicht. Jeder konnte sein Grundrecht ausüben und ein Protest in Hör- und Sichtweite war möglich. Schließlich bin ich auch sehr froh, dass alle Einsatzkräfte – bis auf eine Ausnahme – unverletzt in ihre Heimat abreisen können. Die Bilanz lässt sich auf einen Satz reduzieren: Es blieb friedlich.“

Im Fokus des Einsatzes stand ein Aufzug, der unter dem Thema „Zukunft statt Überfremdung“ angemeldet war. Bis gegen 13.30 Uhr sammelten sich reichlich 400 Personen im Bereich der Barbarastraße. Im Anschluss führte der Aufzug von der Großenhainer Straße über die Boxdorfer Straße, Industriestraße, Aachener Straße und Kopernikusstraße bis zum Haltepunkt „Dresden-Trachau“. Die Strecke wurde auf Betreiben des Versammlungsleiters geändert. Nach einer Abschlusskundgebung wurde die Veranstaltung gegen 15.30 Uhr beendet.

Im Umfeld dieser Veranstaltung waren mehrere hundert Gegendemonstranten unterwegs. Horst Kretzschmar: „Es waren deutlich mehr Gegendemonstranten auf Dresdens Straßen als Teilnehmer des rechten Aufzuges. Sie protestierten an vielen Stellen lautstark und friedlich gegen den Aufzug.“

So versammelten sich beispielsweise zur Abschlusskundgebung des Aufzuges „Zukunft statt Überfremdung“ knapp 200 Gegendemonstranten. Weitere Protestorte waren am Puschkinplatz, Trachenberger Platz oder auch an der Torgauer Straße. Nach Abreise der Teilnehmer des rechten Aufzuges führten ca. 250 Gegendemonstranten einen spontanen Aufzug vom Großenhainer Platz bis zur Hauptstraße durch.

Im Bereich der Torgauer Straße kam es zu einem kurzen Gerangel zwischen etwa 150 Personen des linken Spektrums und Einsatzkräften der Polizei. Dabei wurde eine Beamtin durch einen Tritt verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Am Rande des Versammlungsgeschehens wurden bisherigen Erkenntnissen zufolge drei Papiercontainer sowie ein WC-Häuschen in Brand gesetzt. Des Weiteren müssen sich ein 21-Jähriger wegen einer gefährlichen Körperverletzung und ein 51-Jähriger wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. Die Einsatzbeamten führten im Tagesverlauf mehrere Identitätsfeststellungen durch und sprachen Platzverweise aus.

Gestern nutzten 55 Bürger die Möglichkeit des Bürgertelefons, heute kamen weitere 68 hinzu. In der Hauptsache ging es ihnen um Verkehrsbeeinträchtigungen.

Die Polizei ist seit gestern Abend mit insgesamt 20 Hundertschaften im Einsatz. Die sächsischen Beamten erhielten Unterstützung von Kollegen aus anderen Bundesländern. Für die Polizeidirektion Dresden ist der Einsatz noch nicht beendet. Zwei Hundertschaften werden auch in der folgenden Nacht noch im gesamten Direktionsbereich präsent sein.

Zusätzlich hatte die Bundespolizeiinspektion Dresden insgesamt 721 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im Einsatz, um den Schutz für Bahnreisende zu gewährleisten. Während des Einsatzes kam es zu keinerlei Einschränkungen für den Bahnverkehr. (tg/ml)

 Quelle: PD Dresden

 

 

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