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Ein Jahr nach den verheerenden Überschwemmungen hat in den letzten Stunden erneut andauernder Starkregen in Sachsen große Schäden verursacht. Auch Thüringen und Sachsen-Anhalt sind betroffen. „Vielleicht kommt dieses Wetter gerade noch zur rechten Zeit, um die Landes- und Bundespolitik endlich von der Einführung einer Versicherungspflicht gegen Elementarschäden zu überzeugen“, appelliert Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.

Von Überschwemmungen sind nicht nur Menschen bedroht, die in der Nähe großer Flüsse leben. Starkregen kann jederzeit an jedem Ort auftreten und auch dort große Schäden anrichten, wo sich kein Bach oder Fluss in der Nähe befindet. Solche Ereignisse wiederholen sich in immer kürzeren Abständen, allein in Mitteldeutschland zuletzt Ende April im Weimarer Land und heute vielerorts in Sachsen. Von diesem Risiko ist keine Minderheit, sondern die gesamte Bevölkerung bedroht. Darüber hinaus ist aber die Elementarschadenversicherung keine reine Überschwemmungsversicherung. Sie deckt weitere Naturgefahren, die sich ebenfalls immer häufiger verwirklichen, wie z. B. Erdrutsche und Erdsenkungen. Und auch Erdbeben können in Deutschland Schäden anrichten, denn sie erreichen hierzulande durchaus die Stärke 4, beispielsweise im Vogtland oder im Raum Darmstadt

Die letzten 12 Jahre haben gezeigt, dass sich die Versicherungsdichte mit an die Freiwilligkeit appellierenden Kampagnen nicht wesentlich erhöhen lässt. Auf der einen Seite haben die Versicherer kein gesteigertes Interesse daran, in den Hochrisikozonen 3 und 4 überhaupt oder bezahlbaren Versicherungsschutz anzubieten, wie eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Sachsen im Herbst des vergangenen Jahres ergeben hat. Zum anderen vertraut ein großer Teil der Gebäudeeigentümer darauf, dass ihnen auch im nächsten Schadenfall der Staat mit Notprogrammen unter die Arme greifen wird. Das heißt, dass die Allgemeinheit, sprich der Steuerzahler, den Schutz von privatem Eigentum bei Elementarschäden finanziert. Das Verlassen auf staatliche Hilfen im Notfall senkt die Bereitschaft, sich zu versichern und auch in sonstiger Weise Schadenvorsorge zu betreiben. „Dieser Weg ist sowohl für Verbraucherinnen und Verbraucher wie auch für den Staat ein Irrweg und muss verlassen werden“, mahnt Heyer. Es gibt kein milderes Mittel, einen flächendeckenden Versicherungsschutz zu erreichen, als die Einführung einer Versicherungspflicht. In diesem Fall würden wegen des hohen Versicherungsbestandes, also der Vielzahl der abgeschlossenen Verträge, auch die Prämien bezahlbar sein.

 Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V

 

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