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Online-Partnervermittlungen erschweren Widerruf und stellen überhöhte Forderungen

Die warme Frühlingssonne erweckt in vielen sächsischen Singles die Sehnsucht nach einem Partner. Vorbei sind da die Zeiten, dass die Hochzeitsmärkte der Zeitungen durchforstet werden mussten. Ein paar Klicks im Internet und schon liegt einem die Welt der Singles zu Füßen, sortiert und aufbereitet nach den jeweiligen Wünschen und Vorlieben des oder der Suchenden. Wer dann noch die kostenpflichtige Mitgliedschaft wahlweise zwischen einem Monat oder gleich einem ganzen Jahr eingeht, kann sich nach Herzenslust verlieben.

Was so einfach scheint, kann sich zum einen finanziell als durchaus folgenschwer erweisen. In entsprechenden Internetforen laden Nutzer ihren Ärger beispielsweise darüber ab, dass Anbieter die vorzeitige Kündigung der Mitgliedschaft verwehren oder Zahlungsansprüche nach einem Widerruf erheben. Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen informiert dazu: „Auch bei Online-Partnerbörsen gilt das 14-tägige Widerrufsrecht. Es erlischt entgegen der Behauptung einiger Anbieter nicht etwa dadurch vorzeitig, dass der Nutzer bereits Vermittlungsleistungen in Anspruch genommen hat.“ Will man sich vom Portal tatsächlich vor Ablauf der Mitgliedschaft lösen, gibt es derzeit unterschiedliche Gerichtsentscheidungen, ob dies bei Onlineportalen mit einer außerordentlichen, also fristlosen Kündigung möglich ist. „Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, prognostiziert Henschler. Widerrufen Verbraucher ihre Mitgliedschaft oder kündigen vorzeitig, erheben die Anbieter meistens einen so genannten Wertersatzanspruch. „Allerdings liegen die hierbei verlangten Beträge unserer Erfahrung nach oftmals viel zu hoch“, so Henschler und verweist auch hierzu auf noch laufende Gerichtsverfahren. Die Nutzer sollten solche Forderungen daher nicht einfach begleichen, sondern juristischen Rat einholen.

Ratsam für alle, die ein Onlineportal zur Partnervermittlung nutzen wollen, ist es in jedem Falle, kurzfristige Verträge einzugehen und lieber ein etwaig höheres Monatsentgelt hinzunehmen. Dadurch verringert sich die Gefahr, am Ende viel Geld zu verlieren.

Um einen Schaden ganz anderer Art geht es, wenn sich in einer Partnerbörse Heiratsschwindler tummeln. Gerade aufgrund der möglichen Anonymität haben solche so genannten Romance- oder Love-Scammer dort besonders leichtes Spiel. Sie stechen mit attraktiven Profilfotos hervor, die meist gestohlen sind und legen sich ungewöhnliche Lebensgeschichten zu, um einen seriösen Eindruck zu erwecken und Vertrauen und zum Teil auch Mitleid zu erregen. Im Laufe des Kennenlernens geben sie dann vor, Geld etwa für ein Flugticket zu benötigen und bitten ihren potenziellen Partner um kurzfristige Leihe. Seriöse Anbieter durchforsten ihr Portal regelmäßig nach solchen Betrügern und nehmen entsprechende Hinweise anderer Nutzer ernst. Vor der Wahl einer Onlinepartnervermittlung sollten Nutzer in Internetforen nach den Erfahrungen Anderer mit einem bestimmten Portal suchen. Dann laufen sie weniger Gefahr, in die gleichen Fallen zu tappen.

 Quelle:  Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

 

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