Porsche 919 Hybrid, Porsche Team: Romain Dumas, Neel Jani, Marc LiebStuttgart. Die zwei vom Porsche Team Manthey eingesetzten Porsche 911 RSR starten am Samstag aus der zweiten Reihe zum Sechs-Stunden-Rennen auf der anspruchsvollen Rennstrecke von Spa-Francorchamps. Im spannenden Qualifying zum zweiten Saisonrennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC, das als Generalprobe für die 24 Stunden von Le Mans am 14./15. Juni gilt, belegten die Porsche-Werksfahrer Marco Holzer (Lochau) und Frédéric Makowiecki (Frankreich) bei wechselhaftem Wetter in den Ardennen den dritten Platz in der Klasse GTE-Pro. Vor zwei Wochen haben sie in Silverstone das Saisonauftaktrennen gewonnen. Ihre Werksfahrerkollegen Jörg Bergmeister (Langenfeld) und Patrick Pilet (Frankreich) kamen im zweiten 911 RSR auf die viertschnellste Zeit.

In der WEC ist nicht nur das Rennen selbst, sondern auch das Qualifying echtes Teamwork. Jedes Auto muss von zwei Fahrern für das Rennen qualifiziert werden. Über die Startposition entscheidet die Durchschnittszeit aus ihren jeweils zwei schnellsten Qualifyingrunden.

Hartmut Kristen, Porsche-Motorsportchef: „Wenn man bedenkt, dass wir mit 25 Kilogramm mehr Gewicht fahren müssen als noch in Silverstone und in Anbetracht der schwierigen Witterungsbedingungen denke ich, dass wir heute sehr erfolgreich agiert haben. Die Fahrer haben keine Fehler gemacht, das Team hat gut gearbeitet. Ich bin vollauf zufrieden.“
Patrick Pilet (#91): „Das war wirklich schwierig. Ich denke, unser Timing war diesmal nicht ideal. Wir hätten zum Schluss vielleicht noch versuchen müssen, mit Slicks rauszufahren, das wäre vielleicht noch besser gewesen. Die Strecke trocknete immer weiter ab. Ich konnte das jedoch nicht richtig nutzen, weil meine Regenreifen zu heiß geworden sind. Fürs Rennen bin ich trotzdem zuversichtlich.“
Jörg Bergmeister (#91): „Ich bin im Freien Training nur drei Runden im Nassen gefahren. Das waren natürlich nicht die besten Voraussetzungen für ein Qualifying auf größtenteils feuchter Strecke. Trotzdem lief es ganz gut, unser Auto hatte eine gute Balance. Die Strecke trocknete immer mehr ab, dadurch bekam ich zum Schluss ein leichtes Übersteuern. Trotzdem hat es noch zu einer guten Zeit gereicht.“
Marco Holzer (#92): „Das waren schwierige Bedingungen. Es wurde immer dunkler, deshalb hat man kaum gesehen, wo auf der Strecke noch Wasser steht. Wir haben uns nach dem Freien Training für ein Regen-Setup entschieden, doch bei mir war es zum Schluss schon fast trocken. Ich bin froh, dass Fred uns noch einen Platz nach vorne gebracht hat.“
Frédéric Makowiecki (#92): „Ein schwieriges Qualifying. Wir haben zwar alles versucht, um eine gute Startposition zu holen, sind dabei aber auch kein zu großes Risiko eingegangen. Wir waren heute Morgen im Regen schnell und jetzt auch auf einer fast trockenen Strecke. Das bedeutet, wir haben für alle Bedingungen ein gutes Auto.“

Ergebnis Qualifying
Klasse GTE-Pro
1. Bruni/Vilander (I/SF), Ferrari 458 Italia, 2:31,514 Minuten
2. Turner/Mücke/Senna (GB/D/BRA), Aston Martin Vantage, + 0,167 Sekunden
3. Holzer/Makowiecki (D/F), Porsche 911 RSR, + 0,243
4. Bergmeister/Pilet (D/F), Porsche 911 RSR, + 0,479
5. MacDowall/O’Young/Rees (GB/HK/BRA), Aston Martin Vantage, + 0,732
6. Rigon/Calado (I/GB), Ferrari F458 Italia, + 1,234

Klasse GTE-Am
1. Perez Companc/Cioci/Venturi (ARG/I/I), Ferrari F 458 Italia, 2:33,962 Minuten
2. Collard/Perrodo/Vaxivière (FRA/FRA/FRA), Porsche 911 GT3 RSR, + 0,019 Sek.
3. Wyatt/Rugolo/Bertolini (AUS/I/I), Ferrari F 458 Italia, + 0,077
4. Ried/Bachler/Al Qubaisi (D/A/UAE), Porsche 911 RSR, + 0,866
5. Potolicchio/Roda/Ruberti (YV/I/I), Ferrari F458 Italia, + 1,386
6. Mann/Giammaria/Case (USA/I/I), Ferrari F458 Italia, 1,679

Startplatz eins für den Porsche 919 Hybrid

Stuttgart. Nass, trocken, feucht – Poleposition: Porsche hat beim zweiten Rennen nach seiner Rückkehr in die Topklasse der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC das Qualifying gewonnen. Das Abschlusstraining zum Sechsstundenrennen im belgischen Spa-Francorchamps wurde bei abtrocknender Strecke zum Krimi. Marc Lieb fuhr in der entscheidenen Schlussphase mit dem Porsche 919 Hybrid in 2:00,334 Minuten die insgesamt schnellste Runde. Damit startet der Prototyp mit der Startnummer 14 von Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb am Samstag um 14:30 Uhr vom ersten Platz. Das Schwesterauto von Timo Bernhard, Brendon Hartley und Mark Webber ist für den fünften Platz qualifiziert.

Der zweite von acht Läufen zur WEC ist als Zweitagesveranstaltung angelegt und hat ein entsprechend dicht gedrängtes Programm. Am heutigen Freitag wurden zwei freie Trainings zu je zwei Stunden abgehalten sowie das Qualifying. Im ersten Training auf nasser Strecke belegten die Porsche 919 Hybrid mit den Startnummern 14 und 20 die Positionen fünf und sechs. Im zweiten freien Training auf trockener Bahn fuhr der Porsche mit der Startnummer 14 an die Spitze. Das Schwesterauto belegte erneut Position sechs. Insgesamt legten die beiden innovativen Prototypen in den freien Trainingssitzungen 160 Runden zurück.

Das Qualifying in derr WEC ist nach Klassen aufgeteilt. Den Kategorien LMP1 und LMP2 stehen gemeinsam 30 Minuten zur Verfügung. Von zwei Fahrern pro Auto werden jeweils zwei Qualifikationsrunden gewertet. Das Mittel aus diesen vier Rundenzeiten entscheidet über den Startplatz. Im Auto mit der Startnummer 14 kamen diesmal Neel Jani und Marc Lieb zum Einsatz, Timo Bernhard und Brendon Hartley teilten sich das Zeittraining im Porsche 919 Hybrid mit der Nummer 20.

Wolfgang Hatz, Vorstand Forschung und Entwicklung, Porsche AG: „Heute abend ist ein großer Moment der Freude. Wir haben nach Silverstone einen deutlichen Schritt nach vorne erlebt. Dass wir jetzt im Qualifying unter schwierigen Bedingungen die Pole erreichen konnten, ist beinahe unfassbar. Das ganze Team hat einen hervorragenden Job gemacht. Wir haben hier ganz verdient die Pole Position erreicht, denn die Strategie hat gestimmt. Das ist mehr, als wir je gedacht haben. Das Auto hat viel Potenzial. Heute abend freuen wir uns, morgen konzentrieren wir uns darauf, das Rennen zu Ende zu fahren. Dann können wir Spa als sehr erfolgreich bezeichnen.“

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Unglaublich – das kommt eigentlich zu früh. Das konnten wir nicht erwarten, aber es freut uns ungemein. Nach dem Podiums-Ergebnis von Silverstone haben wir einen weiteren Meilenstein erreicht. Aber wichtig ist unser Ziel, morgen mit beiden Porsche 919 Hybrid das Rennen zu beenden. Das ist hier unsere Hauptaufgabe.“

Andreas Seidl, Teamchef LMP1: „Der Job, den das ganze Team gemacht hat, war einfach sensationell. Wir haben unter diesen schwierigen Bedingungen zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen. Es war klar, dass die Strecke schneller werden würde – darum haben wir zum Schluss wieder die Fahrer ins Auto gesetzt, die am Anfang mit Intermediate-Slicks unterwegs waren, um deren Rundenzeiten noch einmal zu verbessern. Marc Lieb hat dies perfekt umgesetzt. Brendon Hartley konnte sich auch steigern, nur leider konnte er keine zweite schnelle Runde mehr fahren. Dieses Resultat ist eine schöne Belohnung für die harte Arbeit des gesamten Teams.“

Porsche 919 Hybrid (Startnummer 14)
Romain Dumas: „Wir waren heute morgen schnell, heute nachmittag und jetzt im Abschlusstraining auch. Die erste Trainingssitzung im Regen war eine gute Lerneinheit für das Qualifying. Spa-Francorchamps ist so unberechenbar, da musst du jedes Detail kennen. Auch wenn wir noch einige Punkte optimieren können: Die Balance stimmte, das Fahren hat macht richtig Spaß gemacht. Unser Tempo ist ok – aus meiner Sicht ein viel versprechendes Zeichen …“

Neel Jani: „Einfach großartig, auf der Poleposition zu stehen. Die Bedingungen im Qualifying waren ziemlich schwierig, speziell bei meiner ersten Runde auf Slicks. Dann wurde es besser, meine zweite Runde ging bereits deutlich schneller – obwohl es schlagartig dunkel wurde. Ich konnte nur hoffen, dass nicht noch feuchte Passagen übrig waren. Ich hätte mich noch weiter verbessern können, dann jedoch rief mich das Team an die Box. Das hat mich zuerst überrascht, aber es war strategisch eine grandiose Entscheidung. Für uns ging es nur darum, Runden im Regen zu drehen. Das war eine gute Erfahrung, denn wir müssen immer noch lernen. Der Zeitpunkt für den Wechsel von Regenreifen auf die Intermediate-Slicks von Michelin wäre im Rennen genau richtig gewesen. Spa ist für seine Niederschläge berühmt, aber so lange das nicht in Monsunregen ausartet, ist das für mich ok. Mit seinem temporären Allradsystem ist der 919 Hybrid mein erster Rennwagen mit 4×4-Antrieb – man muss seinen Fahrstil umstellen, um das Beste aus diesem Allradkonzept herauszuholen.“Spa ist für seine Niederschläge berühmt, aber so lange das nicht in Monsunregen ausartet, ist dases für mich ok. Mit seinem temporären Allradsystem ist der 919 Hybrid mein erster Rennwagen mit 4×4-Antrieb – man muss seinen Fahrstil umstellen, um das Beste aus diesem Allradkonzept herauszuholen.“

Marc Lieb: „Am Morgen bin ich zum ersten Mal mit dem Porsche 919 Hybrid im Nassen gefahren. Das war gut, um unter diesen Bedingungen Vertrauen ins Auto zu gewinnen. Im zweiten freien Training, als es trocken blieb, fuhr sich der 919 Hybrid sehr gut. Wir haben das Qualifying simuliert. Die Bestzeit ist ermutigend, aber das Feld liegt eng beisammen. Für das Rennen müssen wir noch einige Punkte verbessern und sehen, dass wir uns solide vorbereiten – das ist wichtiger als das Qualifying.“Diese Pole Position bedeutet mir sehr viel. Hinter dem Team liegt eine lange Zeit harter Arbeit. Heute das Qualifying zu gewinnen, kam völlig überraschend. Als ich zu Beginn des Qualifyings auf die Strecke ging, war es noch nicht trocken genug für Slicks, dann stieg Neel ins Auto. Ich habe in der Box Kaffee getrunken und ihm zugeschaut, als mir das Team plötzlich sagte: Setz’ dir den Helm auf und verbesser’ deine Rundenzeit. Das Zeitmanagement war eng, um noch zwei gezeitete Runden fahren zu können. Ich bin sehr glücklich und hoffe auf ein gutes Rennen morgen.“

Porsche 919 Hybrid (Startnummer 20)
Timo Bernhard: „Das erste freie Training verlief eher ruhig und praktisch ohne Probleme. Schade, dass wieder Regen einsetzte – im Rennen soll es ja trocken bleiben. Aber, wir haben uns auch konnten uns unter diesen Bedingungen viele Daten erarbeitet und Rückmeldungen bekommenerarbeiten. In den letzten 20 Minuten bin ich nochmal mit Intermediate-Slicks auf die Strecke gegangen, die noch ziemlich nass war – das ist in Spa schon eine heiße Nummer. Das zweite Training war eine sehr kompakte Session, die roten Flaggen haben uns bei der Abstimmungsarbeit aber etwas wehgetan. Wir können uns noch immer verbessern.Im Qualifying war ich etwas zu lange draußen, danach hat es für Brendon nicht mehr für zwei fliegende Runden auf Slicks gereicht. Darum konnten wir uns nicht weiter verbessern. Aber das war trotzdem ein tolles Qualifying. Glückwunsch an die Drei von der Nummer 14 – die Poleposition ist ein großer Schub für das ganze Team. Jetzt arbeiten wir daran, das Auto für das Rennen zu verbessern, um morgen im Rennen ein gutes Ergebnis einzufahren.“

Brendon Hartley: „Auf der regennassen Strecke fühlte sich der Porsche 919 Hybrid schon heute morgen sehr gut an, das Handling vermittelt viel Vertrauen. Der temporäre Allradantrieb bringt viel mehr Traktion mit sich, als ich das bisher erlebt habe. Im zweiten freien Training hatte ich Pech mit den roten Flaggen, so kamen nur drei Runden zustande. Die gemischten Bedingungen im Qualifying waren schwierig. Aber das Team hat ein gutes Ergebnis erreicht. Ich denke, wir sind bei der Musik – morgen sieht es nach einem spannenden Rennen aus.“

Mark Webber: „Ich genieße es sehr, mit unserem neuen Porsche 919 Hybrid hier in Spa zu fahren. Die Strecke ist einfach großartig. Das Wetter war heute typisch für diesen Kurs und hat uns ein paar Nüsse zum Knacken gegeben. Wir haben so viele Informationen wie möglich gesammelt, und ich bin zuversichtlich. Angesichts der Wettervorhersage für Samstag rechne ich mich einem weniger dramatischen Rennen als in Silverstone. Unser wichtigstes Ziel ist es, bei den sechs Stunden von Spa mit beiden Autos ins Ziel zu kommen.“

Der Porsche 919 Hybrid:
Der 919 Hybrid ist der technologisch anspruchsvollste Rennwagen, den Porsche je gebaut hat. Mit zwei unterschiedlichen Energie-Rekuperationssystemen dient er als rollendes Entwicklungslabor für zukünftige Serienmodelle der Sportwagenmarke. Zu den Besonderheiten des auf höchste Performance und Effizienz getrimmten Leichtbau-Prototypen zählt neben der Rückgewinnung kinetischer Energie (MGU-K) während der Bremsphasen insbesondere die Rekuperation thermischer Abgasenergie (MGU-H). Diese erfolgt unter Last, also bei Beschleunigung. Mit der Kombination beider Systeme betritt Porsche Neuland – ein Alleinstellungsmerkmal auch innerhalb des LMP1-Starterfeldes. Ruft der Fahrer die in flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Batterien gespeicherte elektrische Energie wieder ab, treibt ein Elektromotor die Vorderachse an. Er ergänzt den 2,0 Liter großen Downsizing-V4-Motor mit Turboaufladung und Benzindirekteinspritzung. Auf diese Weise verfügt der Porsche 919 Hybrid temporär über Allradantrieb.

Spa – die Berg- und Talbahn in den Ardennen:
Die Rennstrecke von Spa-Francorchamps bietet alles, was das Rennfahrerherz begehrt: schnelle Kurven, enge Schikanen, lange Volllastpassagen. Die berühmteste Kurvenkombination liegt in der Senke „Eau Rouge“. Der heute 7,004 Kilometer lange Parcours im Dreieck der Ortschaften Stavelot, Spa und Malmedy mit dem Start-Ziel-Bereich bei Francorchamps zeichnet sich durch beträchtliche Höhenunterschiede von rund 100 Metern und eine wunderbare Einbettung in die natürliche Landschaft der Ardennen aus. Die traditionsreiche Strecke wurde 1921 eröffnet, damals bestand sie aus Landstraßen und erstreckte sich auf knapp 15 Kilometer. Francorchamps liegt etwa 20 Kilometer entfernt von der deutsch-belgischen Grenze.

6 Stunden von Spa, Ergebnis LMP1-Qualifikation:
1. Lieb/Jani/Dumas (D/CH/F), Porsche 919 Hybrid, 2:01,198 min.
2. Davidson/Lapierre/Buemi (GB/F/CH), Toyota TS040 Hybrid, + 0,638 s
3. Fässler/Lotterer/Tréluyer (CH/D/F), Audi R18 e-tron quattro, + 1,301 s
4. Wurz/Sarrazin/Nakajima (A/F/J), Toyota TS040 Hybrid, + 1,979 s
5. Bernhard/Hartley/Webber (D/NZ/AUS), Porsche 919 Hybrid, + 2,474 s
6. Di Grassi/Duval/Kristensen (BRA/F/DK), Audi R18 e-tron quattro, + 2,683 s
7. Bonanomi/Albuquerque (I/POR), Audi R18 e-tron quattro, + 4,962 s

Die Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC
In der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC (World Endurance Championship) starten Sportprototypen und GT-Fahrzeuge in vier Klassen: LMP1 (z.B. Porsche 919 Hybrid), LMP2, LMGTE-Pro (z.B. 911 RSR) und LMGTE-Am (z.B. 911 RSR und 911 GT3 RSR). Sie fahren gemeinsam in einem Rennen, werden aber getrennt gewertet.


Quelle Porsche AG

Share This

Teile diesen Beitrag

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!