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Zukunftsideen für Zwickau und die Region – (15) Entwicklung der Region Zwickau als Tourismusregion


Zukunftsideen für Zwickau und die Region - (15) Entwicklung der Region Zwickau als Tourismusregion


Zukunftsideen für Zwickau und die Region – (15) Entwicklung der Region Zwickau als Tourismusregion

In den kommenden Jahren ist zu erwarten, dass im Zuge der sogenannten “Industrie 4.0” sehr viele Arbeitsplätze wegbrechen werden. Kritiker werden jetzt anmerken, dass wir einen Fachkräftemangel haben. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob es ein echter Mangel an Fachkräften ist, oder eventuell ein Mangel an der Wertschätzung der geleisteten Arbeit. Doch dies ist heute nicht das Thema.

Selbst wenn optimistische Einschätzungen zu treffen und es doch nicht einen so großen Abbau an Arbeitskräften gibt, ist die Region gut beraten weitere, krisensichere Standbeine aufzubauen.

Der Ist Zustand:

Die Region Zwickau wird momentan zu 75% von Tagestouristen besucht. Die zweitstärkste Gruppe sind Kurzreisende, zumeist Kultur- und Eventtouristen. Die Gäste sind hierbei vorwiegend in der Altersgruppe 50 – 65 Jahre

Die Region Zwickau ist eingebunden im Verbund Zeitsprungland. In der Imagebroschüre Zeitsprungland sind 105 tagestouristische Ziele genannt.

Die Bettenauslastung der Hotels liegt in unserer Region bei etwas über 42 Prozent. Die touristischen Zahlen sind tendenziell konstant (Zahlen beziehen sich auf 2016, da mir keine neueren Zahlen vorliegen)

Meine Gedanken dazu:

Da ich journalistisch oft zum Thema Tourismus unterwegs war, sei es auf Pressereisen oder bei der ITB und ich 1 ½ Jahre auf einer Tourismus Insel gelebt habe, konnte ich einen Einblick in das Thema Tourismus bekommen.
Es gibt Regionen, die haben ein einziges Highlight, dieses wird jedoch geschickt und breitflächig vermarktet. Um dieses Highlight wird dann eine Infrastruktur aufgebaut. Bei uns ist die Situation etwas anders, wir haben viele Highlights, aber ein vernetztes Marketing erfolgt leider zu wenig.

Die Bedingungen für Tourismus in unserer Region sind dabei nahezu ideal. Wir liegen zwischen den Autobahnen A72 und A4. Wir haben eine direkte Anbindung an den Bahn Fernverkehr in Leipzig und den Flughafen Halle Leipzig durch die S-Bahn S5 / S5X. Die Region Zwickau liegt zentral in Deutschland.
Als erstes wäre es wichtig, dass wir uns nicht mehr als Zwickau, Hartenstein, Glauchau, Werdau und…. begreifen, sondern als Region Zwickau. In Berlin fährt man auch von Tempelhof nach Lichtenberg, jedoch man ist “in Berlin” unterwegs. Hier dagegen fährt man von Wilkau Haßlau nach Glauchau oder in die Stadt nach Zwickau. Wenn ich in München von Pasing zum Airport fahre, dann bin ich fast genauso lange unterwegs, wie von Zwickau zum Airport Halle / Leipzig. Der Unterschied ist hier. In München sagt man ich fahre zum Münchner Flughafen, bei uns sagt man, man fährt zum Leipziger Flughafen. Das mag zwar banal klingen, es ist aber ein erblicher mentaler Unterschied.

Wie erwähnt, präsentiert sich die Region unter dem Label “Zeitsprungland” Nun kann man davon halten was man will, aber das Label ist nun mal am Markt eingeführt. Es gilt daher dies Marke nun mit maximalem Leben zu untersetzen. Hierfür wäre aus meiner Sicht ein Konzept notwendig, das alle möglichen Partner vernetzt. Diese Vernetzung hat das Ziel die Bettenauslastung und die einzelnen Besucherzahlen der Einrichtungen zu erhöhen, in dem man den Wochen Tourismus und den 14 Tage Tourismus entwickelt.

Meine Idee ist dabei die Dachmarke “Zeitsprungland” in Unterpunkte zu gliedern und diese als Wochenreise (oder länger) anzubieten

Themen könnten zum Beispiel sein:

  • Kinder – Zeitsprung (Familienurlaub)
  • Industrie – Zeitsprung
  • Auto – Zeitsprung
  • Landwirtschafts – Zeitsprung
  • Kultur – Zeitsprung
  • Sport – Zeitsprung
  • Essens – Zeitsprung
  • Hochzeits – Zeitsprung
  • weitere Ideen für andere Zeitsprünge sind möglich

Jedes dieser Themen untersetzt man dann mit Aktivitäten die von den Einrichtungen modular zur Verfügung gestellt werden.

Als Beispiel hier der Kinder – Zeitsprung. Mögliche Module wären:

  • Miniwelt Lichtenstein
  • Freizeitpark Plohn
  • Koberbachtalsperre
  • Schatzkiste Meerane
  • Priesterhäuser
  • August Horch Museum
  • Reiterhof
  • Landwirtschaftsmuseum Blankenhain
  • Fahrradtouren
  • Tierpark Hirschfeld
  • historische Straßenbahnfahrt
  • Modellbahnanlage
  • Dampfmaschinen Museum
  • andere Kinderangebote

Für alle Themen Zeitsprünge erarbeite man einen Modulkatalog. Jeder Tourist kann sich nun anhand seines von ihm gewählten Themas von den angebotenen Modulen die auswählen, die er möchte, oder Reiseveranstalter können Module für Gruppenreiseangebote buchen. Selbstverständlich kann man die einzelnen Module auch Zeitsprung übergreifend buchen und nutzen.
Im nicht öffentlich sichtbaren Teil wird eine in sich verzahnte Infrastruktur aufgebaut, die den einzelnen Modulen Tagen zuordnet und die Abwicklung und den Transfer zu den Modulen und die Abholung organisiert und garantiert.

Hier wieder ein Beispiel

Das August Horch Museum bietet verschieden Führungen an:

  • Montag – spezielles Kinderprogramm
  • Dienstags – Automobilgeschichte
  • Mittwochs – Industriegeschichte allgemein
  • Donnerstag – …..

Ein zentraler Busservice fährt dann am jeweiligen Tag zu den Hotels, in denen es Gäste gibt, die das Modul gebucht haben und holt diese nach und nach ab. Die Fahrt geht dann zum entsprechenden Programmpunkt. Nach dem Programm kann es zum Essen gehen, oder auch wieder in die jeweiligen Hotels.

Die Fahrten zu den einzelnen Modulen kann man ineinander schachteln, so das Transportkapazitäten optimal genutzt werden. Während Gruppe 1 schon eine Besichtigung oder eine andere Aktivität durchführt, kann Gruppe 2 gefahren werden. Voraussetzung hierfür ist eine gute Planung und Disposition. Durch die individuelle Buchung der Module verschieben sich täglich die Fahrtdauer und auch die Busgröße. Zur größtmöglichen Effektivität sollte eine Flotte von Fahrzeugen in unterschiedlicher Größenordnung zur Verfügung stehen. Es macht keinen Sinn mit einem 46 Plätze Reisebus zu fahren, wenn nur 7 Personen gebucht haben. An dem Tag würde ein Kleinbus mit 8 Plätzen reichen.     

Hier ein Beispiel

Familie Mustermann (2 Erwachsene  2 Kinder) wohnt im Hotel Friesen in Werdau. Sie buchen Montag August Horch Museum, Dienstag Miniwelt, Mittwoch eine Fahrradtour, Donnerstag einen Tag in Zwickau (Shoppen / Museen) Freitag – Webalu oder Koberbachtalsperre. In alle Module kann man natürlich die Gastronomie nahtlos mit einbinden.

Neben der Fahrt werden auch die entsprechenden Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung gestellt. Am Mittwoch wären das beispielsweise die Fahrräder für Erwachsene und Kinder und natürlich auch Radhelme.
Mit der Buchung und der Bezahlung sind alle Eintrittspreise und der Transfer geregelt. Zu den vereinbarten Zeiten steht dann der Bus zur Verfügung und nach der Aktivität erfolgt der Rücktransfer zum Hotel nach Werdau.
Dieser Transfer gilt natürlich auch für die An- und Abreise per Flug oder Bahn.

Erweiterungen des Konzepts

In der ersten Phase ist diese Idee für feste Aktivitäten ausgelegt. Wenn die Infrastruktur aufgebaut ist, kann man das Prinzip auf temporäre Aktivitäten erweitern. Ideen dazu wären:

  • Events auf dem Sachsenring
  • Events auf der Vogtlandschanze
  • Wintersport
  • …….

Hier wäre es wichtig, dass man in der Region die Übernachtungsangebote stärkt und entwickelt. Durch den Transfer zu den eigentlichen Event Orten, kann man von allen Events oder Aktivitäten in der Region profitieren. Zu beachten wäre nur, dass Übernachtung und der Transport, nicht den Preis von einem vergleichbaren Vorort Angebot übersteigt. Selbst Tagesausflügen zu Städten oder Sehenswürdigkeiten in Sachsen und Thüringen sind denkbar

Fazit

Mit einer guten Strategie und intelligenter Werbung kann man die Region Zwickau zu einem Tourismusgebiet entwickeln. Da Tourismus innerdeutsch aber auch international ausgerichtet werden kann, ist er wenig konjunkturellen Schwankungen unterworfen. Es werden viele Menschen davon profitieren. Je nach Entwicklungs Wille können hier sehr viele Arbeitsplätze entstehen. Letztendlich profitieren alle davon, sei es direkt, in dem man Waren oder Dienstleistungen für den Tourismus anbietet, oder indirekt, da ein höheres Steuervolumen zu erwarten ist. Langfristig würde so die Region zusätzlich zur Automobilindustrie mit einer weiteren wirtschaftlichen Säule gestärkt.

Die Diskussion zum Thema kann man hier bei Facebook führen:

Zukunftsideen für Zwickau und die Region – (15) Entwicklung der Region Zwickau als TourismusregionIn den kommenden…

Gepostet von Heiko Richter – Politik für die Heimat am Sonntag, 24. Februar 2019

Alle Zukunftsideen findet man auch unter www.h-r.net.


Text / Foto: ©Heiko Richter 


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