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ZED – Vom Bund gefördertes Modellprojekt befindet sich in der Konzeptionsphase


ZED – Vom Bund gefördertes Modellprojekt befindet sich in der Konzeptionsphase


ZED – Vom Bund gefördertes Modellprojekt befindet sich in der Konzeptionsphase

ZED – VOM BUND GEFÖRDERTES MODELLPROJEKT BEFINDET SICH IN DER KONZEPTIONSPHASE
www.energiewende-zwickau.de seit heute online

Im November des vergangenen Jahres startete „ZED – Zwickauer Energiewende demonstrieren“. Ziel des mit 22 Mio. Euro veranschlagten Projektes ist es, in einem bestehenden Wohnviertel nach Möglichkeit ein „Null-Emissionsquartier“ zu erreichen. Aktuell befinden sich die Stadt Zwickau, die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) und ihre elf Partner in der Konzeptionsphase. Hier werden technische Möglichkeiten analysiert und Lösungsmöglichkeiten skizziert, die ab Ende 2020 umgesetzt werden sollen. Baubürgermeisterin Kathrin Köhler, der wissenschaftliche Projektleiter Prof. Dr. Tobias Teich von der WHZ und Projektkoordinator Sven Leonhardt erläuterten im Rahmen eines Pressegesprächs am heutigen Dienstag nicht nur den aktuellen Projektstand. Zugleich stellten sie die neue Webseite www.energiewende-zwickau.de vor, auf der künftig regelmäßig Ergebnisse und Ereignisse veröffentlicht werden.

Zwickau wurde vom Bund aus über 60 Bewerbern als eine von sechs Initiativen und einziges Vorhaben in Ostdeutschland ausgewählt. Als Leuchtturmprojekt soll es zeigen, wie die Energiewende auch in Regionen außerhalb großer Ballungszentren und in gewachsenen Strukturen gelingen kann. Dabei stehen neben der kostenneutralen Umstellung der Energieversorgung auf die Verwendung erneuerbarer und CO2-neutral produzierter Energie vor allem die Beteiligung der Bürger im Bereich Wohngebietsgestaltung und sozialem Zusammenleben im Vordergrund.

In der Konzeptionsphase, die bis Ende 2020 abgeschlossen wird, werden derzeit unterschiedliche Ansätze für eine zukünftige energetische Versorgung der Wohnquartiere erstellt und miteinander verglichen. Hier geht es beispielsweise um die Einbindung regenerativer Energiequellen sowie um die Speicherung von Energie. Verglichen werden hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile der dezentrale und der zentrale Ansatz. Ebenfalls wird die Vernetzung der einzelnen Systembestandteile sowohl auf der Seite der Versorger als auch auf der Seite der Verbraucher betrachtet. Ein möglicher Bestandteil ist unter anderem der Verbrauch von Strom, welcher auf den Dächern und in den Kellern im Quartier in Marienthal produziert wird. Zum Einsatz kommen sollen Speicher, die jederzeit eine zuverlässige Energieversorgung garantieren – unabhängig davon, ob die Sonne scheint oder nicht.

ZED hat aber weitere Facetten, die über die Energieversorgung hinausgehen. Zum einen sollen Mobilitätskonzepte erarbeitet werden, welche es den Bewohnern ohne eigenes Auto ermöglichen, zur Straßenbahn, zum Einkaufen oder zum Arzt zu kommen. Eine zu prüfende Idee ist, dass zukünftig Elektrofahrzeuge direkt aus der Wohnung heraus bestellbar sein und nach „Verbrauch“ abgerechnet werden können. Zum anderen werden auch Innovationen im Hinblick auf das Miteinander entwickelt. So werden im Quartier Marienthal viele Ideen generiert, welche das Zusammenleben der Menschen in „ihrem Wohngebiet“ auch zukünftig gestalten und fördern sollen.

Um die Auswirkungen mess- und beherrschbar zu machen, sollen die konzipierten Technologien in einer möglichen zweiten Projektphase gemeinsam mit den Projektpartnern praktisch umgesetzt werden, so dass auch die bisher ausschließlich in den Räumen der Wissenschaft entstandenen Konzepte für alle Einwohner Zwickaus erlebbar werden.

Neben der Stadtverwaltung Zwickau sind mit Alippi, der Johanniter Unfallhilfe e. V., der Westsächsischen Hochschule, dem Autoservice Demmler, der Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Zwickau mbH, der Zwickauer Energieversorgung GmbH, der Firma Sennertec, der Gesellschaft für intelligente Infrastruktur Zwickau und dem Planungsbüro BauConzept nahezu ausschließlich regionale Firmen und Institutionen am Projekt beteiligt. Für externes Know How sorgen die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Technische Universität Chemnitz und die Samson AG aus Frankfurt/Main. Diese Konzentration auf regionale Firmen und Institutionen stellt sicher, dass örtliche Gegebenheiten bei den Partnern bereits bekannt sind und lokale Interessen nicht durch externe Unternehmen beeinflusst werden.

Ein wichtiges Anliegen ist im weiteren Verlauf des Projektes die Information und Beteiligung der Einwohner. Gerade aus diesem Grund wurde www.energiewende-zwickau.de gestaltet. Hier sind Informationen zu ZED, Hinweise auf Veranstaltungen und künftig Projektergebnisse zu finden. Bürgermeisterin Kathrin Köhler betont: „Niemand muss derzeit befürchten, dass wegen ZED plötzlich Häuser umgebaut oder Straßen für Kabelverlegungen aufgerissen werden. Bis Ende 2020 werden vorerst Konzepte entwickelt, die dann geprüft werden, ob eine Umsetzung tatsächlich sinnvoll ist. Die geplanten Ergebnisse des Projekts sollen sicherstellen, dass Menschen aller Einkommensschichten an der Energiewende teilhaben und ihren Beitrag dazu leisten können.“

Quelle: Presse- und Oberbürgermeisterbüro
Stadtverwaltung Zwickau


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