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Taschendiebstahls-Mafia raubt Deutschland aus: 110.534 Taschendiebstähle in 115 größten Städten / Anstieg von 18%


Taschendiebstahls-Mafia raubt Deutschland aus: 110.534 Taschendiebstähle in 115 größten Städten / Anstieg von 18%


Taschendiebstahls-Mafia raubt Deutschland aus: 110.534 Taschendiebstähle in 115 größten Städten / Anstieg von 18%

Taschendiebstahls-Mafia raubt Deutschland aus: 110.534 Taschendiebstähle in 115 größten Städten / Anstieg von 18%Hochburgen: Düsseldorf, Köln, Hamburg, Dortmund, Bonn, Berlin, Wuppertal, Münster, Bremen, Frankfurt a.M., Saarbrücken, Lüneburg, Karlsruhe, Essen, Solingen, Kassel, Aachen, Hagen, Hannover, Mannheim, Freiburg i. Breisgau, Neuss, Koblenz, Osnabrück, Braunschweig, Heide, Gelsenkirchen, Bochum, Mainz, Göttingen / 61% ausländische Tatverdächtige / 40 Mio. Euro Sachschaden

Mehr als 156 Mio. zählte man 2013 in Deutschland. Gerne präsentieren sich die deutschen Kommunen im Stadtmarketing weltoffen und von ihrer positiven Seite. Verschwiegen wird in der Regel, in welch dramatischem Ausmaß Reisende wie Einwohner es mittlerweile mit Kriminalität zu tun haben. Aktuelles Beispiel: Die eklatante Zunahme an Taschendiebstählen in Deutschland.
So stieg allein die Zahl der angezeigten Straftaten auf einen neuen Höchststand: 135.617 im Jahr 2013. Das ist ein Kriminalitätsplus von mehr als 18.300 Diebstählen gegenüber dem Jahr 2012 (+15,6%). Dies stellte nun die umfangreiche Städte-Studie „Taschendiebstähle in Deutschland“ des Reisebuchungsportals ab-in-den-urlaub.de fest (2,85 Mio. Nutzer Im Monat, laut AGOF internet facts, April 2014).
Vergleicht man den Anstieg gegenüber 2008 (damals wurden 91.600 Straftaten angezeigt), sieht die Situation noch dramatischer aus: 44.000 Taschendiebstahls-Delikte gibt es in Deutschland mehr. Das entspricht einem Anstieg von 48% innerhalb von sechs Jahren.

Besonders im Fokus der Gauner: die 115 größten deutschen Metropolen und Touristenhochburgen. Allein hier kommt die ab-in-den-urlaub.de-Studie auf 110.534 Delikte für das Jahr 2013. Das entspricht einem saftigen Plus von 18,3%. Immer öfter muss man deshalb auch in Deutschland zu Urlaubern und Einwohnern sagen: Passt auf Eure Siebensachen auf! In Berlin gehören solche Warnungen schon zu den Standard-Durchsagen in S- und U-Bahnen – auf Deutsch und Englisch.

Absolute Taschendiebstahls-Hochburg ist Düsseldorf. In der rheinischen „Schicki-Micki“-Metropole wurden 2013 insgesamt 8.299 Taschendiebstähle angezeigt. Das sind 1.398 Delikte je 100.000 Einwohner (100tsd. EW.) und entspricht dramatischen 492% über dem Städtedurchschnitt. Auf Platz zwei, nur rund 40 Kilometer rheinaufwärts, findet sich im Diebstahlranking Köln. Die „Klüngel“-Stadt bringt es auf noch mehr aktenkundige Diebstähle: 11.223 (31 pro Tag; 1.096 pro 100tsd. EW). Somit liegt das bundesdeutsche Taschendiebstahl-Epizentrum wohl oder übel am Rhein.

Auf Platz drei folgt das sich gerne elitär gebende Hamburg. Doch auch hier sind Lug, Trug und Diebstahl an der Tagesordnung. So wurden an Alster und Elbe 16.322 Taschendiebstähle alleine im Jahr 2013 polizeilich gemeldet. Heißt: Pro Tag melden sich 55 Diebstahlopfer bei den Ermittlungsbehörden. Auf die Einwohner umgerechnet sind es traurige 941 Diebstähle pro 100tsd. EW im Jahr. In folgenden Städten scheint das Geld für die Ganoven ebenfalls auf der Straße zu liegen: Dortmund (3.844 gesamt, 672 je 100tsd. EW), Bonn (1.987 gesamt, 641 je 100tsd. EW), Berlin (20.794 gesamt, 616 je 100tsd. EW), Wuppertal (1.744 gesamt, 509 je 100tsd. EW), Münster (1.380 gesamt, 465 je 100tsd. EW), Bremen (2.490 gesamt, 456 je 100tsd. EW), Frankfurt/ Main (2.985 gesamt, 434 je 100tsd. EW) oder Saarbrücken (707 gesamt, 399 je 100tsd. EW). Weitere 29 Hochburgen finden Sie in Tabelle 1. 

Ganoven: 66% nichtdeutsche Tatverdächtige / Keine Armutsflüchtlinge

Doch: Alarmierend ist nicht nur die steigende Anzahl der Diebstähle, sondern auch die so genannten Tatbeteiligungen. Denn hierzulande sind bereits 66% der ermittelten Tatverdächtigen nichtdeutscher Herkunft. Besonders im Fokus der Behörden: Familienbanden. Sehr häufig sind es ganze Familienclans aus Südosteuropa (Rumänien, Bulgarien, Kosovo, Albanien), Nordafrika oder Südamerika, die auf Beutezug gehen und straff organisiert sind: Die Diebesgangster werden zum Teil sogar aus ihren Heimatländern in Busladungen, Dank der offenen EU-Grenzen, nach Deutschland gekarrt und zentral aus den Herkunftsländern gesteuert. Das Rechercheteam von ab-in-den-urlaub.de erfuhr aus Polizeikreisen, dass es sich nicht primär um sogenannte „Armutsflüchtlinge“ handele.

Beliebt ist unter anderem der Einsatz von minderjährigen Mädchen oder Jungen, die früh gelernt haben, wie verhältnismäßig leicht man sich Smartphones aneignen oder an Bares kommen kann. Gern „besuchte“ Plätze: Fußgängerzonen, Kaufhäuser, Öffentliche Verkehrsmittel und deren Haltestellen. Vorteil dort: Die Täter oder Täterinnen fallen in der Menschenmenge kaum auf, sind flink und – bei Minderjährigen unter 14 – sogar strafunmündig. Eklatant: Rund 28%! der ermittelten Tatverdächtigen sind höchstens 18 Jahre alt!
Weitere Erkenntnis: Kaum ein Taschendieb arbeitet allein. Meist sind es Teams, bei dem jeder Ganove seine spezielle Aufgabe hat: Ausspähen, Kontaktaufnahme und Entwendung. Mit Gesten wird das nächste Opfer auserkoren und angegangen.

„Sicheres Pflaster“: Halle/ Saale, Jena, Augsburg, Erfurt, Würzburg, Kiel, Bielefeld, Dresden

Dass sich Einwohner und Gäste in vielen deutschen Städten durchaus noch auf die Straßen und Plätze trauen können, beweisen 47% der untersuchten Städte, die als „sicher“ eingestuft wurden. Im Verhältnis wenige Diebstähle geschehen in Suhl (14 gesamt, 39 je 100tsd. EW), Görlitz (22 gesamt, 41 je 100tsd. EW), Aalen (30 gesamt, 45 je 100tsd. EW), Weiden in der Oberpfalz (19 gesamt, 46 je 100tsd. EW), Coburg (19 gesamt, 46 je 100tsd. EW), Amberg (20 gesamt, 48 je 100tsd. EW) oder Esslingen (46 gesamt, 52 je 100tsd. EW).
Aber auch bei Städten über 200.000 Einwohner gibt es sichere Kommunen: Dresden (950 gesamt, 181 je 100tsd. EW), Bielefeld (566 gesamt, 172 je 100tsd. EW), Kiel (406 gesamt, 169 je 100tsd. EW), Chemnitz (277 gesamt, 115 je 100tsd. EW), Magdeburg (240 gesamt, 104 je 100tsd. EW), Mönchengladbach (263gesamt, 103 je 100tsd. EW), Erfurt (201 gesamt, 99 je 100tsd. EW), Augsburg (247 gesamt, 91 je 100tsd. EW) und Halle/ Saale (156 gesamt, 67 je 100tsd. EW).

Zunahme der Diebstähle in einzelnen Orten: Hamburg, Düsseldorf, Köln, Berlin, Dortmund

Betrachtet man nur die absoluten Zahlen bei den Diebstahlsteigerungen, so haben auch hier die Diebstahlhochburgen die Nase vorn. Hamburg etwa verbuchte eine Steigerung der Delikte um 3.103 angezeigte Fälle. In Berlin sind es 2.816 Diebstähle mehr. Rings um den Kölner Dom verzeichnete man eine Steigerung um 2.519 Fälle, rechts und links der Königsallee in Düsseldorf 2.059 Delikte und in der Ruhrgebietsstadt Dortmund eine Steigerung um 1.255 Delikte. In Bremen sind es immerhin 700 Fälle mehr und in Frankfurt/ Main 492 Straftaten.

Erschreckende Aufklärungsquoten: Nur jeder 20ste Diebstahl wird geklärt

Taschendiebstahls-Mafia raubt Deutschland aus: 110.534 Taschendiebstähle in 115 größten Städten / Anstieg von 18%Wem die Geldbörse, das Handy, die Uhr oder gar die ganze Tasche gestohlen wurden, muss sich wohl oder übel mit dem Verlust abfinden. Denn deutschlandweit werden nur rund 5,7% der Täter geschnappt. Noch schlechter als der Bundesschnitt liegt die Aufklärungsarbeit in Remscheid (0,8%), Jena (1,1%), Baden-Baden (1,6%), Koblenz (1,7%), Neubrandenburg (1,8%) oder Hanau (2,0%).
Immerhin fast 30% der Delikte konnten die Behörden in Würzburg aufklären. Frankfurt/ Oder, Oberhausen und Darmstadt schaffen immerhin noch mehr als 20% Aufklärungsquote.

Die Tricks der Kriminellen:

Tricks der Kriminellen: Anrempeln, bettelnde Kinder, Blumen, Schlüsseltrick

  • Überfüllte Innenstädte, „Einkaufstempel“, Wochenmärkte, Busse oder Bahnen: Überall, wo Menschen sich drängen, wird unbemerkt zugeschlagen.
  • Das Anrempeln: Das „Ziel“ wird von den Kriminellen angerempelt. Währenddessen entwendet ein Zweiter die Wertsachen, da das Opfer abgelenkt ist. Besonders gern schlagen die Diebe während der Ein- und Ausstiegsphasen bei U- und S-Bahnen auf belebten Bahnsteigen zu.
  • Das Drängeln: In vollen Verkehrsmitteln rückt der Taschendieb unangenehm dicht an das Opfer heran. Der Dieb drängelt so lange bis das Opfer ärgerlich seinen Rücken zuwendet und sich die mitgeführte Hand- oder Umhängetasche „griffbereit“ darbietet.
  • Im Restaurant: Während sich das Opfer im Restaurant angeregt unterhält oder isst, schleicht sich der Dieb von hinten heran und entwendet Wertsachen aus Taschen oder Jacken, die am Stuhl hängen.
  • Bettelnde Kinder: Kinder halten in Lokalen ein Schild hin, auf dem steht, weshalb sie gerade Geld brauchen. Während das Opfer das Schild liest, stehlen die Kinder unter dem Schild liegende Wertsachen vom Tisch, zum Beispiel Portemonnaies, Handtaschen oder Mobiltelefone.
  • Ablenken durch Beschmutzung: Der Dieb beschmutzt scheinbar versehentlich die Kleidung des Opfers, vielleicht mit einem Eis. Während er nun angeblich peinlich berührt versucht, den Dreck abzuwischen, stiehlt er unbemerkt Gegenstände aus der Jacke des Opfers.
  • Im Supermarkt: Das Opfer wird im Supermarkt von Fremden gefragt, wo sich bestimmte Artikel befinden. Während es seinen Blick über die Regale schweifen lässt, greift der Dieb dann Wertsachen aus Taschen, die über dem Einkaufswagen hängen.
  • Ablenkung mit Blumen: Ein Fremder oder mehrere Fremde begrüßen das Opfer scheinbar freundschaftlich, umarmen es, stecken ihm womöglich sogar eine Blume ans Revers. Dadurch abgelenkt, merkt das Opfer nicht, wie ihm die Brieftasche entwendet wird. Aufgepasst: Bei solchen Tricks langen Diebe auch in die Innentaschen von Jacken.
  • Taschenträger: Diesem Trick fallen meist ältere Menschen zum Opfer, die nicht mehr gut tragen können. Der Täter bietet Hilfe beim Tragen von Taschen an. Dabei stiehlt er Wertsachen, die darin liegen.
  • Ablenkung mit dem Stadtplan: Das Opfer wird von einem angeblich ortsunkundigen Täter, der mit einem Stadtplan wedelt, nach dem Weg gefragt. Während sich das Opfer über den Plan beugt, stiehlt der Täter dann Dinge aus der Tasche, die unter dem Stadtplan am Arm des Opfers hängt.
  • Nachläufertrick: Beim Abheben von Geld oder dem Bezahlen mit der EC-Karte wird das Opfer heimlich von Tätern beim Eingeben der PIN-Nummer beobachtet. Danach entwendet der Dieb die Karte mit einem der genannten Tricks und hebt womöglich große Mengen Geld vom Konto des Opfers ab.
  • Schlüsseldiebstahltrick: Mit einem der genannten Tricks können Täter auch in den Besitz von Haustürschlüsseln gelangen. Da viele Opfer auf ihren Ausweispapieren ihre Adresse eingetragen haben oder Täter beobachtet haben könnten, wo das Opfer wohnt, können Täter in der Zeit, in der das Opfer noch Besorgungen macht, in die Wohnung eindringen und diese ausräumen.

Tipps: Versicherung zahlt bei Taschendiebstahl nicht!

Verluste durch Taschendiebstahl sind nicht von der Versicherung (etwa Hausrat) abgedeckt. Auch wenn die Aufklärungsquoten katastrophal sind, sollte der Diebstahl unbedingt der Polizei gemeldet und Anzeige gegen Unbekannt erstattet werden. Sollten Bank- und Kreditkarten abhanden gekommen sein, müssen die Betroffenen schnellstmöglich alle Bank- und Kreditkarten sperren lassen. Erst danach steht die Bank für Schäden ein. Bei Telefonkarten gilt Ähnliches. Nach einem Handy-Klau sollte der Kundendienst des Kartenbetreibers informiert werden, so dass die SIM-Karte umgehend gesperrt wird.

Wichtige Rufnummer, sollten Taschendiebe zugeschlagen haben: E-Plus: 0177/1000, Vodafone: 0800/1721234, o2: 01805/624357, T-Mobile: 0180/3302202, Diners Club: 01805/911507, EC-Karten: 0180/5021021, Mastercard: 0800/8191040, VISA: 0800/8149100, Sperr-Notruf: 116116

Quelle: www.ab-in-den-urlaub.de 


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