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Schrecken ohne Ende


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Hohe Abmahnkosten bei Illegalem Download von Musik und Filmen – aktuelle Umfrage der Verbraucherzentrale Sachsen

Frau K. aus der Nähe von Hoyerswerda kam ein vergnüglicher und scheinbar kostenfreier Filmeabend vor dem heimischen PC teuer zu stehen. In dem Abmahnschreiben, das sie drei Wochen später aus dem Briefkasten nahm, verlangten die Rechtsanwälte einer Hamburger Kanzlei 815 Euro für das Herunterladen des Films. Dass das erst der Anfang war, wurde ihr wenige Tage später mit der nächsten Abmahnung bewusst. Eine andere Kanzlei machte darin die Forderung von 389,50 Euro auf, die sie mit der Verletzung der Urheberrechte bezüglich eines Filmmusiktitels begründeten. „Theoretisch könnte hier noch jeder weitere Song der Musik aus diesem Film mit einer solchen Abmahnung versehen werden“, informiert Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen und zeigt damit ein aktuelles Problem aus der urheberrechtlichen Beratung auf. Denn für jeden einzelnen Titel eines Films bestehen eigene Urheber- bzw. Verwertungsrechte. „Dem Grunde nach sind die meisten Abmahnungen auch berechtigt, denn das kostenfreie Herunterladen von Filmen, Musik oder PC-Spielen geschieht in den meisten Fällen illegal“, so Henschler.

Weil hier in der Vergangenheit jedoch viele Kanzleien zu stark zulangten, hat der Gesetzgeber im Oktober 2013 die Abmahngebühren für den Regelfall auf 155 Euro begrenzt. Bereits damals kritisierten die Verbraucherzentralen allerdings, dass findige Kanzleien die dadurch bedingten Einbußen ihres Honorars stattdessen auf den stets zusätzlich geforderten Schadensersatz draufsatteln könnten. Diese Befürchtung ist Realität geworden, wie erste Fälle belegen. Um den Gesetzgeber auf die Probleme der Neuregelung hinzuweisen und einen besseren gesetzlichen Schutz zu fordern, wollen die Verbraucherzentralen mit einer bundesweiten Umfrage weitere vergleichbare Fälle sammeln. Unter http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link1134001A.html können Betroffene ihre Erfahrungen mit Urheberrechtsverletzungen schildern. Die Ergebnisse der Umfrage werden anonymisiert erfasst, bundesweit ausgewertet und veröffentlicht.

 Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen

 


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