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PD Chemnitz – Die etwas anderen „Fälle“


PD Chemnitz - Die etwas anderen


PD Chemnitz – Die etwas anderen „Fälle“

Das Jahr 2018 ist längst Geschichte und doch blieben den Kollegen die einen oder anderen Einsätze in Erinnerung. Nicht immer war das der Fall wegen der Ernsthaftigkeit der Sachverhalte, als vielmehr wegen ihrer Skurrilität, die für Lacher gesorgt haben. Die Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz hat einige der Einsätze, für die in den eigentlichen Medieninformationen im vergangenen Jahr kein Platz war, nochmals aufbereitet.

1. Ominöse Kriminalfälle

Eine Firma im Landkreis Mittelsachsen teilte an einem Morgen im Frühjahr mit, dass Unbekannte einen Radlader vom Firmengelände gestohlen hatten. Dessen GPS-Ortung habe ergeben, dass das Baugerät sich über die BAB 4 bewege. Gut zweieinhalb Stunde später war der Fall geklärt. Ein Mitarbeiter hatte den GPS-Sender aus dem Radlader ausgebaut und mit der Post verschickt. Allerdings hatte er vergessen, den Alarm zu deaktivieren.

Eine Anruferin aus dem Chemnitzer Stadtteil Euba wurde zu später Stunde in einer Wohnung in der Nachbarschaft auf den Schein einer Taschenlampe aufmerksam. Ein Einbruch schien nicht unwahrscheinlich, weshalb sie die Polizei rief. Die konnte den „Täter“ auf frischer Tat stellen. Der Sohn der Familie hatte sein Geburtstagsgeschenk – eine Taschenlampe – ausprobiert, ohne dass es die Eltern bemerkt hatten.
Auch im Chemnitzer Stadtteil Borna-Heinersdorf war von einem Anrufer jemand mit einer Taschenlampe auf der Straße gesichtet worden. Dazu war die ominöse Person äußerst auffällig mit einem Auto unterwegs und kurz aus-, dann wieder eingestiegen und von Haus zu Haus gefahren. Die Polizei konnte diese nächtliche Aktion aufklären. Es handelte sich um einen Zeitungszusteller.
Im Mai wurde im Chemnitzer Stadtteil Gablenz ein seit zwei Tagen in einem Haus abgestellter und herrenloser Alu-Koffer gemeldet. Polizisten ermittelten. Ein Hausbewohner hatte ihn nicht mehr benötigt und einem Bewohner desselben Hauses überlassen. Dieser hat ihn offenbar auch nicht benötigt, sodass er ihn im Haus stehen ließ.
Im Sommer entdeckten Anwohner in Chemnitz-Gablenz ein Brecheisen in einer Mülltonne. Einen vorangegangenen Einbruch in dem Haus im Hinterkopf, informierten sie die Polizei. Am nächsten Morgen klärte sich die Lage schnell auf. Ein Tischer hatte das Werkzeug nach einem Türeinbau vergessen und nun seinerseits bereits „Fahndungsmaßnahmen“ eingeleitet. Vermutlich hatten andere Bewohner des Hauses das aufgefundene Brecheisen kurzerhand entsorgt.
Eine Kalaschnikow rief im Dezember in Bad Schlema zunächst Anwohner und anschließend die Polizei auf den Plan. Das Gewehr war auf einer Wiese gesichtet worden. Die Beamten vor Ort konnten jedoch schnell Entwarnung geben. Beim Korpus Delikti handelte es sich nicht um eine echte AK 74, sondern nur um ein Softairwaffe.

2. Nichts Menschliches ist uns fremd

Eine Chemnitzerin beobachtete nachts sicheren Glaubens rund drei Stunden lang zwei verdächtige Männer – einer etwas größer und kräftiger als der andere und mit weißen Hemden bekleidet – auf einem Parkplatz. Die Beobachterin rief dann gegen 3 Uhr die Polizei. Eingesetzte Polizisten nahmen mit der Frau Kontakt auf und ließen sich die Gestalten zeigen. Bei den Verdächtigen handelte es sich um zwei Verkehrszeichen.
Eine Person sitzt im 3. Stock eines an einem Haus aufgestellten Gerüsts, so der Anruf eines Bewohners des Chemnitzer Stadtteils Kaßberg. Der Mitteiler war der Meinung, dass diese Person dort nichts zu suchen hat. Diese Person, die sich als junger Mann herausstellte, hatte in Ermangelung eines eigenen Balkons einen Platz zum Sonnen gesucht. Der Sonnenanbeter wurde von den Polizisten belehrt, zeigte sich einsichtig und beendete sein Sonnenbad in luftiger Höhe.
Im Herbst erschreckte sich eine Frau in Waldheim wegen eines Feuers am Herd und rannte aus der Wohnung. Da die Tür ins Schloss gefallen war, musste die Feuerwehr über die Balkontür zum „Brandherd“ gelangen. Doch es war kein zu lang auf dem Herd stehendes Essen, was zum Feuer geführt hatte. Mit dem Herd sollte offenbar der Trocknungsvorgang eines Kleidungstücks beschleunigt werden.
In Chemnitz hatte ein alkoholisierter Mann richtigerweise einen Bus für die Heimfahrt gewählt. Doch im mollig warmen Bus übermannte ihn offenbar die Müdigkeit. Schlafend kippte er zu Seite und fiel letztlich vom Sitz. Nachdem seine leichten Blessuren medizinisch versorgt waren, konnte der Mann nach Hause. Der zunächst als Verkehrsrowdy beschuldigte Busfahrer war schnell entlastet.
Im Spätherbst informierten Anwohner in Chemnitz Ebersdorf die Polizei, da sich ein Mann aus seiner Wohnung im 1. Obergeschoss abgeseilt hatte und zu Sturz gekommen war. Beamte konnten den Kletterkünstler schließlich im Umfeld in einer Apotheke ausfindig machen. Es war der Wohnungsmieter. Der Senior hatte offenbar den Wohnungsschlüssel verlegt und die verschlossene Wohnung auf diesem ungewöhnlichen Weg verlassen. Glück im Unglück: Bei der waghalsigen Aktion hatte sich der Mann nur leicht verletzt.

3. Verdächtige Geräusche und Gerüche

Die sommerliche Hitze im vergangenen Jahr und der Wunsch nach Abkühlung zur Nacht ließ so manches Fenster des Nächstens weit aufstehen. Da war dann wohl auch einiges zu hören, was sonst eher verborgen bleiben sollte.

Im Chemnitzer Lutherviertel meldeten Anwohner ein seit mehreren Nächten zu hörendes Geräusch den Beamten. Auch hier konnten die Polizisten die Sachlage schnell aufklären. Flatternde Bewegungen des Gaumens, des Zäpfchens oder des Rachens beim Atmen hatten während der Nacht die Ruhe anderer gestört.
Nach lautem Geschrei einer Frau riefen Anwohner im Sommer in Burgstädt die Polizei. Schnell stellte sich heraus, dass sich die Dame keineswegs in einer Notlage befand. Vielmehr waren sie und ihr Liebster für die Geräusche verantwortlich.
Im Herbst wurden Polizisten nach Hilferufen einer Frau und Klirrgeräuschen in den Chemnitzer Stadtteil Morgenleite gerufen. Glasklar hatten dort offenkundig die Soundanlage des Fernsehers sowie die Filmemacher eines Actionstreifens gearbeitet.
Wegen Qualm aus den Kellerfenstern und Brandgeruch eilten Polizei und Feuerwehr kurz vor Jahresende zu einem Haus im Chemnitzer Stadtzentrum. Glücklicherweise gab es keinen gefährlichen Kellerbrand. Vielmehr hatten Bauarbeiter im Keller gegrillt und ihre Mittagspause genießen wollen. Die war letztlich sprichwörtlich in Rauch aufgegangen.

4. Tierisches

Um einen angeblich von einem Hund Angegriffenen zu retten, fuhren Polizisten im Februar im Chemnitzer Stadtteil Altchemnitz los. Bei Eintreffen am vom Hilferufenden besagten Ort konnten die Beamten denjenigen nicht finden. Sie baten ihren Dienstgruppenführer, den Mann anzurufen. Der Mann, der sich zwischenzeitlich in eine Mülltonne zurückgezogen hatte, saß nun schon wieder in seinem Auto. Bei der Befragung durch die Beamten stellte sich heraus, dass alles gut war. Der Mann war nicht angegriffen worden, sondern hatte aufgrund seiner Angst vor Hunden vorsorglich die Polizei alarmiert.
Über die Rettungsleitstelle wurde die Stollberger Polizei über eine ca. eineinhalb Meter lange Schlange in einer Garage in Oelsnitz/Erzgeb. informiert. Die als Schlangenbändiger vor Ort eingetroffenen Polizisten haben die Ringelnatter mit einem Holzstock eingeringelt und im nahen Wald in die Freiheit entlassen.
Ausgebüxte Tiere hatten auch 2018 wiederholt zu Polizeieinsätzen geführt
Im Frühjahr hatten sich rund 20 Kühe von einer Weide davongestohlen und sich auf nach Rochlitz aufgemacht. Polizisten konnten die Tiere im Bahnhofsumfeld ausfindig machen. Ob sie womöglich eine Weiterreise mit dem Zug geplant hatten, bleibt ungewiss. Letztlich ging es aber für die Rinder zurück auf die Weide – ohne Zug.
Ein Bulle und drei Kühe waren ebenfalls im Frühjahr zwischen Bad Schlema und Hartenstein unterwegs. Weit ging deren Ausflug jedoch nicht. Der Bulle zog es letztlich vor, auf einem Grundstück auf seinen Besitzer zu warten. Seine drei abenteuerlustigen Damen wurden auf einem weiteren Grundstück auch noch dingfest gemacht.
Nach einem Hinweis prüften Beamte in Marienberg den Ausbruch einer Ziege aus ihrem Refugio. Doch hier kam einiges anders als erwartet. Die Ziege war eigentlich ein Schafbock. Seine Neugierde auf die Welt hinter dem Zaun war offenbar so groß, dass er sich unter diesem durchwühlte. Lange konnte aber auch er seine Freiheit nicht genießen.
Den rotnasigen Gehilfen des Weihnachtmannes hätte man Ende Dezember bei einem Hinweis in Rochlitz vermuten können. Dort wurde ein „Reh“ auf einem Dach gesichtet. Doch auch hier hatte das Auge dem Betrachter einen Streich gespielt. Der kleine Schornsteinaufbau an einem Haus hatte bei ungünstigem Betrachtungswinkel offenbar wie „Rudolph“ oder auch „Bambi“ ausgesehen.

Quelle: PD Chemnitz

 


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